Facebook für Anfänger – Fanseite VS privates Profil

Facebook für Anfänger – Fanseite VS privates Profil


Noch immer ist unsere Einführung ins Facebook Marketing eine der beliebtesten Seiten hier im Blog. Da wir nicht den Anspruch haben jeden Blogbeitrag immer zu 100% aktuell zu halten und ein Großteil der Leser schon lange keine Facebook Anfänger mehr sind haben wir dort öfters ein Problem: Unsere Anfängerartikel sind sehr alt. Unter anderem aus diesem Grund schreibt unsere Gastautorin Franziska darüber warum eine Facebook Page für Unternehmen auf Facebook das richtige Tool ist und warum ein privates Profil eben nicht.

Gastbeitrag von Franziska Neubert:

„Willst was gelten . . . mach dich bei Facebook bekannt!“. Vor einigen Jahren war vor allem eine gute Website ausschlaggebend, um sich als Unternehmen online zu etablieren. Mittlerweile fällt in den Marketing- und PR-Abteilungen weltweit immer öfter der Name des wohl bekanntesten sozialen Netzwerks der Welt. Experten betonen, dass die Firmenpräsenz in Facebook inzwischen genauso relevant wie die eigene Homepage ist, um ein Unternehmen oder eine Marke bekannt zu machen. Je nach Zielgruppe kann eine eigene Seite auf der sozialen Plattform sogar der einzige Weg sein, um potenzielle Kunden zu erreichen oder bereits bestehende Beziehungen zu pflegen.

Viele Unternehmen, die Facebook Marketing für sinnvoll halten, fragen sich beim Einrichten ihres Accounts zunächst, ob sie ein eigenes Profil oder eine Fanseite anlegen sollen. Den Nutzungsbedingungen von Facebook zufolge ist die Antwort klar: es sind keine gewerblichen Profile erlaubt. Persönliche Profile müssen mit einem wahren Namen angemeldet werden und dürfen nicht für einen kommerziellen Nutzen eröffnet werden. Ein Profil unter dem Namen „Firma XY“ ist damit theoretisch ausgeschlossen und kann von den Betreibern des Netzwerkes jederzeit gelöscht werden.

Unterschiede zwischen Profil und Fanseite

Im Sinne des Social Networking-Gedankens ist ein Profil auf Privatpersonen ausgelegt, die sich mit ihren Freunden und Bekannten verknüpfen wollen. Auf ihren Profilen können sie persönliche Informationen austauschen, Interessen teilen und vieles mehr. Nutzer privater Profile vernetzen sich untereinander, indem sie Freundschaftsanfragen versenden und annehmen. Das funktioniert nicht automatisiert, sondern manuell.

Beispiel für eine Facebook Fanseite

Für Unternehmen, Marken, Organisationen und öffentliche Personen, die aus gewerblichen Zwecken auf Facebook aktiv werden möchten, bietet das soziale Netzwerk ein anderes Seitenformat: die Fanseite. Eine Fanseite kann über ein privates Konto unter der Funktion „Seite erstellen“ oder über ein Unternehmenskonto angelegt werden. Beide Möglichkeiten haben jeweils Vor- und Nachteile, deren Erörterung einen selbstständigen Artikel füllen könnte. Während Freundschaftsanfragen vom Inhaber des Profils einzeln beantwortet werden müssen, benötigen Fananfragen keine Bestätigung.

Eine Fanseite ist immer öffentlich und auch für nicht angemeldete Nutzer sichtbar. Sie kann deshalb auch bei Google oder anderen Suchmaschinen indexiert werden und als eigene Seite in den Suchergebnissen erscheinen. Damit gewinnen Unternehmen eine weitere Möglichkeit hinzu, sich im Web zu positionieren und die eigene Präsenz in der organischen Suche zu erhöhen. Auch Profile werden in den Google Suchergebnissen angezeigt. Aber im Gegensatz zur Unternehmensseite sind die Inhalte einer Profilseite nur für angemeldete Facebook-Mitglieder sichtbar, je nach Privatsphäre-Einstellungen kann die Sichtbarkeit einzelner Elemente außerdem auf bestimmte Freunde reduziert werden. Hat eine Fanseite bereits 25 Fans gesammelt, können Administratoren über einen Link außerdem den URL-Namen der Seite individuell festlegen. Diese so genannte Vanity URL wird auch für Profilseiten angeboten und ist oft schon vergeben.

Layout und Inhalte einer Fanseite

Seit Einführung der speziell für Unternehmen, Produkte und Marken konzipierten Seiten hat Facebook das Layout der Fanseite immer mehr an das der klassischen Profilseiten angepasst. Beide Formate verfügen über eine Pinnwand sowie eine darüber liegende Fotogalerie. Zudem können mittlerweile auf einer Fanseite neben Nachrichten und Status auch Fotos, Links, Videos sowie Fragen gepostet werden. Im Gegensatz zum Profil haben die Fans einer Seite die Möglichkeit, die einzelnen Beiträge nach den neuesten und beliebtesten Posts zu filtern. Auch Fremdbeiträge von anderen Fans können ausgeblendet werden.

 Layout des Pinnwand-Headers einer Fanseite

Sowohl auf Profilen als auch auf Unternehmensseiten, können Fotoalben hochgeladen werden. Beide Formate verfügen zudem über einen Info-Tab. Während bei Profilen aber unter anderem nur Kontaktdaten sowie Eintragungen zur Ausbildung und Interessen vermerkt werden können, ist der Info-Tab auf Fanseiten speziell auf Unternehmen ausgerichtet. Nicht nur Kontaktadressen, Öffnungszeiten und eine Kurzbeschreibung können hinterlegt werden, sondern auch Leistungen, Produkte und eine ausführliche Unternehmensübersicht. Zudem ist eine Kartenansicht des Unternehmensstandortes integriert und sogar Parkmöglichkeiten können angezeigt werden. Der Info-Tab ist damit eine Microsite der wichtigsten Informationen auf der firmeneigenen Website und sollte als Facebook-Visitenkarte nicht vernachlässigt werden.

Spezielle Features für Fanseiten

Für Facebook-Fanseiten wurden mittlerweile eine Vielzahl an Anwendungen (Apps), Tools und Plug-Ins entwickelt, mit denen Unternehmen die Möglichkeit haben, ihre Seite zu individualisieren. So können sie unter anderem einladende und interessante Landing-Tabs gestalten, um neue Nutzer zum „Fan werden“ zu animieren. Diese Funktionen gibt es nicht für private Profile, die somit vergleichsweise statisch sind. Im Gegensatz zu privaten Profilen verfügen Unternehmensseiten aber nicht über eine Nachrichtenfunktion. Facebook misst den privaten Nachrichten eine höhere Sichtbarkeit auf der Startseite zu, indem sie diese zum einen auf der Startseite von Freunden in der Sidebar und zum anderen im Header anzeigt. Über Seiten-Aktualisierungen werden Fans hingegen nicht separat benachrichtigt.

Beispiel für Landing-Tab (linke Abb.) und Anwendungen (rechte Abb.)

Nicht erst seit der Einführung der Sponsored Stories wird die Möglichkeit der Anzeigenschaltung bei Facebook vermehrt von Unternehmen in Deutschland genutzt. Auch hier setzt das soziale Netzwerk klare Grenzen zwischen privaten und gewerblichen Interessen. Über Anzeigen oder Sponsored Stories können nur Fanseiten, aber keine Profile beworben werden. Zudem ist die Einbindung von Social Plugins wie der Like-Button oder die Like-Box auf der firmeneigenen Homepage nur für Unternehmensseiten möglich.

Social Media Aktivitäten lassen sich im Vergleich zu anderen Online Marketing Kanälen nur schwer auswerten. Im Gegensatz zu den Nutzern von privaten Profilen veröffentlicht Facebook für die Administratoren von Unternehmensseiten aber statistische Daten zu Impressionen und Feedback zu jedem Post. Außerdem können unter der Funktion „Statistiken anzeigen“ in der rechten Administratoren-Sidebar Statistiken zur Demographie der aktiven Nutzer, der Art ihrer Aktivitäten und Interaktionen und vieles mehr betrachtet werden.

Administratoren-Sidebar mit Statistiken

Zu guter Letzt sollte noch eines der wichtigsten Argumente, die für eine öffentliche Fanseite sprechen, erwähnt werden. Dieses würde für bereits bekannte Marken, Produkte und Unternehmen schon kurz nach dem Versuch eine Profilseite anstatt einer Unternehmensseite anzumelden, sichtbar werden. Auf Profilen ist bei 5.000 Freunden Schluss. Hier setzt Facebook ein Limit: mehr Freunde können (und würden) private Nutzer nicht haben. Die Anzahl an Fans ist auf Facebook-Seiten hingegen unbegrenzt.

Fazit

Eine Fanseite ist nicht nur der einzige, von Facebook genehmigte Weg für Unternehmen sich in dem sozialen Netzwerk zu präsentieren, sondern überzeugt vor allem durch eine Vielzahl an Funktionen und ihre Sichtbarkeit. Wer doch den Fehler begeht eine private Profilseite anstelle einer öffentlichen Unternehmensseite anzulegen, kann eine Umwandlung (Migration) bei Facebook beantragen. Das wiederum bedeutet aber neuen Aufwand, und damit weniger Zeit sich auf die eigentlichen Inhalte des Facebook Marketings zu konzentrieren.

Über die Authorin:

Franziska Neubert ist Trainee bei der Social Media Agentur Projecter GmbH. Die studierte Kommunikationswissenschaftlerin arbeitet dort u.a. im Bereich Suchmaschinenoptimierung, Social Media Marketing und ist für die Umsetzung und Optimierung von Facebook Anzeigen zuständig. Das junge Team der Agentur gibt es seit 2008 und sitzt in Leipzig.“

 

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Pin on PinterestShare on LinkedInBuffer this pageEmail this to someone

Es gibt 15 Kommentare

Deinen hinzufügen
  1. 2
    Daniel

    Guter Artikel! Mir ist es schon öfter untergekommen, dass meine Kunden (Selbständige und kleine Unternehmen) selbst Profile für ihre Unternehmungen anlegen und damit aber schnell die Grenzen erreichen. Leider wenden sie sich meistens erst dann an einen Profi…

  2. 3
    Franziska Neubert

    @Enrico: Danke für dein Kommentar. Wir beobachten schon seit Längerem, dass der Firmenauftritt bei Facebook immer wichtiger für potenzielle Kunden wird, die neben der Unternehmenshomepage auch dort nach Informationen suchen. Wir bemerken das auch an unserem eigenen Suchverhalten.

    @Daniel: Danke auch für dein Lob. Die Firmenpräsenz bei Facebook sollte man in der Tat nicht unterschätzen und gerade am Anfang ausreichend Zeit dafür einplanen. Ansonsten passieren Fehler, z.B. dass ein Profil anstatt einer Fanseite angelegt wird.

  3. 11
    Frank Bell

    Und was ist, wenn jemand eine Fanseite anlegt und sich ohne Erlaubnis meines Namens bedient?

    Einloggen kann ich mich da nicht, ändern kann ich nichts, und Unwahrheiten kann ich nicht korrigieren…

  4. 15
    Warner

    Dank dieses Artikels wird wohl endlich vielen Usern klar, was der Unterschied zwischem einem Profil und einer Fanpage ist … und wann man was für seinen Zweck anzulegen hat.

    Leider haben vorher viele unserer Kunden im Selbstversuch herumgebastelt und dann gemerkt, dass sie fälschlicherweise ein Profil angelegt hatten und nicht mehr weiterkamen.

    Facebook ist nun mal kostenlos und verlockt zu solchen Experimenten. Aber es kann komplexer sein als man denkt.

    Danke für die Aufklärung!

+ Hinterlasse einen Kommentar