Baut Facebook eine eigene Version von Clubhouse?

Über Clubhouse ist inzwischen ja schon fast alles gesagt. Als Invite-Only iOS-App hat sie in den letzten Wochen in vielen Ländern für Furore gesorgt.

Elon Musk ist mal kurz zum Chatten vorbeigekommen, Mark Zuckerberg war auch schon da und selbst Thomas Gottschalk ist dabei.

In China wurde die App indes zensiert und scheint nicht mehr nutzbar zu sein, nachdem ein allzu kritischer Austausch zum chinesischen Umgang mit Minderheiten in Clubhouse stattgefunden hatte.

Jetzt berichtet auf jeden Fall die New York Times, dass führende Manager bei Facebook ein Entwicklerteam damit beauftragt haben, eine „ähnliche“ Anwendung zu entwerfen. Das wäre für Facebook ein nicht ungewöhnlicher Schritt, schließlich wurden auch mit Instagram-Stories und Instagram-Reels Konzepte umgesetzt, mit denen andere Anbieter bereits erfolgreich waren.

Wenngleich der erste Schritt normalerweise darin besteht, die entsprechende Plattform einfach zu kaufen. Wie etwa bei Instagram oder WhatsApp.

Laut New York Times befindet sich die Entwicklung noch im Anfangsstadium und weder Facebook noch Clubhouse wollten sich zu diesen Gerüchten äußern.

Tatsächlich dürfte die Entwicklung nicht allzu kompliziert sein, da die komplette Technologie in Form von Facebook-Rooms bereits seit einigen Jahren existiert. Man müsste nur noch die Kamera deaktivieren und die Funktion in einem neuen (erfolgreicherem) Kontext neu positionieren.

Alternativ könnte man auch die „Live Audio“ Funktion von 2017 wieder beleben. Ich denke es ist klar, dass die Probleme weniger in der Technik als viel mehr in der richtigen Konzeption und Vermarktung liegen.

Mit einer Integration in Facebook-Seiten würde die Idee einer „Audio Only“ Anwendung auch für Unternehmen interessant. Diese dürfen nämlich nach aktuellen Geschäftsbedingungen auf Clubhouse nicht aktiv werden.

Nur vor einem Punkt haben wir wirklich Angst: Dass Facebook die eigene Version von Clubhouse auch noch versucht innerhalb der Instagram-App unterzubringen.

Jens Wiesehttp://www.jens-wiese.net
Jens hat Allfacebook.de mitgegründet und war dort 12 Jahre lang als Chefredakteur tätig. Jetzt berät er als Freelancer internationale Unternehmen in Digitalmarketing-Fragen, entwickelt neue Applikationen, organisiert Workshops und entwirft individuell passende Strategien.

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1 Kommentar

  1. Alleine die Tatsache, dass Facebook damit auch Android-Nutzer (und Nutzer anderer OS) erreicht, würde für einen „Clubhouse-Klon“ sprechen. Vorausgesetzt natürlich – wie ihr oben schreibt – sie können das Produkt entsprechend stark positionieren. Aber wenn sie sich mit der Entwicklung sputen, denke ich, haben sie gute Chancen, Clubhouse den Rang abzulaufen, wenn die nicht in der Lage sind (gewollt oder ungewollt …), User anderer mobileOS abzuholen.

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