Der Guide zum Facebook Business Manager: Wann nutzen? Wann nicht? Wie einrichten?

Der Guide zum Facebook Business Manager: Wann nutzen? Wann nicht? Wie einrichten?


Seit 2014 können wir in Deutschland den Facebook Business Manager (BM) nutzen. In der Anfangszeit war er etwas gehasst, weil sich ein paar Dinge geändert hatten und es ein Bugs gab, diese Zeiten haben sich aber inzwischen geändert. Aus dem Business Manager ist das Tool geworden, um auf Facebook mit Seiten und Werbeaccounts zu arbeiten. Um so wichtiger also für uns einmal die Grundlagen aufzuarbeiten und zu klären:

Wann sollte man den Business Manager nutzen?

Der Business Manager ist für alle diejenigen, die ihre Informationen an einem Ort verwalten wollen und sich professionell aufstellen wollen. Beim genaueren Blick solltet ihr den Business Manager auf jeden Fall nutzen, wenn …

  • … mehr als 1 Personen an eurem Facebook oder Instagram Marketing arbeitet. Je mehr Personen, umso essenzieller.
  • … ihr mehrere Facebook oder Instagram Ressourcen verwaltet. Mit Ressourcen meinen wir in diesem Zusammenhang alles von der Facebook Seite, dem Werbeaccount oder auch Pixel.
  • … ihr jemanden beauftragt für euch zu arbeiten und ihr Besitzer der Ressourcen bleiben wollt. Es ist zum Beispiel besser, jemandem Zugriff auf den eigenen Pixel zu geben, als den fremden Pixel zu integrieren.
  • … ihr alles zentral an einem Ort verwalten wollt und dort übersichtlich sehen wollt, wer auf was Zugriff hat.
  • … ihr Zugriff auf andere Facebook Seiten oder Werbeaccounts haben wollt, da ihr mit dem Business Manager dann mit mehreren Personen darauf arbeiten könnt.
  • … ihr privates und geschäftliches noch ein bisschen mehr voneinander trennen wollt.
  • … ihr euch viel Zeit beim Setup von neuen Kunden oder Ressourcen sparen wollt, es geht mit dem BM nämlich wirklich schneller.

Viele Punkte die für den Business Manager sprechen.

Wann sollte man ihn denn nicht nutzen?
Wenn ihr zum Beispiel ein sehr kleines KMU seid und das alles zum Großteil alleine macht. Dann ist der Business Manager vielleicht auch einfach etwas „too much“
und all das, wo man mit mehreren Personen viel Zeit spart, wirkt dann doch etwas umständlich.

Das ist auch gleichzeitig der größte Nachteil des Business Managers. Für unerfahrene Nutzer oder jemand der kaum Zeit hat sich mit der Materie zu beschäftigen, stellen die vielen Optionen ein Problem dar und man blockiert sich durch die falsche Bedienung sprichwörtlich selbst.

Auch mit Hinblick auf die Sicherheit der eigenen Seite kann der Einsatz des BM sinnvoll sein. Wird eine Seite für einen Business Manager geclaimt, kann diese später nicht mehr durch einen der Seiten Administratoren übernommen werden. Die Gefahr des Page-Hijacking ist damit so gut wie ausgeschlossen. Dazu müsste man nun schon Business Manager Admin sein.

Muss ich etwas vorbereiten?

Das kommt sicher darauf an, wie umfangreich das Geflecht aus Seiten, Personen und Werbekonten bei dir ist. Prinzipiell ist es eine gute Idee, mit der Einführung des BM noch einmal alles auf den Prüfstand zu stellen. Welche Administratoren gibt es, welche Rolle haben diese und auf welche Seiten haben diese Zugriff? Auf welche Anzeigenmanager dürfen die Administratoren zugreifen?

Und auch so entscheidende Fragen, wie: Brauche ich überhaupt alle Seiten noch, oder kann hier restrukturiert werden? Auch Fake-Account Admins sollten in diesem Zug komplett eliminiert werden.

Am Ende des Tages braucht ihr für das Setup des Business Managers aber nur:

  • Einen privaten Facebook Account
  • Eine Facebook Seite für das eigene Unternehmen

Das war es.

Was der Business Manager übrigens nicht lösen wird ist das „Problem“, dass ihr weiterhin einen privaten Account braucht, um geschäftlich auf Facebook aktiv zu sein. Da gibt es keinen Weg dran vorbei. Facebook sagt dazu:

„We require individuals to use personal logins
and maintain security for our businessclients. Individual personal identities provide transparency by allowing you to see who makes each change to account assets. If an unusual action is discovered you can easily reach out to the individual who made the change. This level of detail is not possible when single user accounts are shared among multiple people.

In addition, Facebook does not permit sharing of personal accounts and credentials. The Facebook Operations Team actively removes accounts in violation of Facebook terms and agreements.

If you are using a shared or fake identity, this account could be disabled and disrupt your business operations.

Hier könnt ihr lesen, warum Fake Accounts eine doofe Idee ist und warum ihr immer und wirklich immer euren echten Namen nutzen solltet, wenn ihr beruflich auf Facebook aktiv seid. Wir sind da nicht so vehement, weil wir so große Fans der Klarnamenpflicht sind und das so toll finden, sondern weil wir die Konsequenzen kennen. Fast täglich melden sich Personen bei uns, deren Account (mit falschem Namen) gesperrt wurden und dann nichts mehr machen können – und wir können da recht wenig tun.

Wie erstelle ich einen Account für mein Unternehmen im Facebook Business Manager?

Das Einrichten des Business Managers ist einfach und ihr werdet von Facebook genau angeleitet. Die einzelnen Schritte sind in dieser Grafik von Facebook sehr schön aufbereitet:

Einmal kurz auf Deutsch zusammengefasst:

  1. Die URL https://business.facebook.com/create/1 aufrufen
  2. Noch einmal die Infos durchlesen
  3. Infos zur Individualisierung hinterlegen
  4. Name des Unternehmens hinterlegen und primäre Facebook Seite auswählen
  5. Eigenen Namen und E-Mail Adresse hinterlegen

Der einzig problematische Schritt ist hier die Wahl der primären Facebook Seite, denn diese kann später nicht mehr geändert werden. Oder nur sehr sehr schwierig.

Der Aufbau des Business Managers

Innerhalb des BM gibt es ein umfangreiches Menü, das euch zu den viel Elementen des Business Managers bringt:

Das Menü ist aktuell aufgeteilt in sechs Punkte:

  • Frequently Used – bietet euch den Schnellzugriff auf die Funktionen die ihr als Nutzer am meisten nutzt
  • Plan – alle Tools die euch bei der Planung einer Kampagne unterstützen, wie zum Beispiel die Audience Insights oder der Campaign Planner
  • Create & Manage – Verwaltung und Anzeigenerstellung, sowie einige Hilfstools
  • Measure & Report – Auswertung eurer Aktivitäten
  • Assets – Alle eure Medien, Inhalte, Pixel und Zielgruppen
  • Settings – die Einstellung hinter allem

Ihr müsst nicht alle Tools kennen oder nutzen, wenn ihr den Business Manager verwendet. Je umfangreicher ihr Facebook als Marketingtool nutzt, desto mehr davon werdet ihr sehr gut gebrauchen können.

Was ihr braucht sind jetzt vor allem die Einstellungen. Dorthin hat euch Facebook im Setup-Prozess aber eh geleitet.

Die ersten Schritte nach dem Setup

Im nächsten Schritt gilt es die einzelnen Ressourcen in den Business Manager aufzunehmen. Wenn ihr die Einrichtung durchlaufen habt, habt ihr genau zwei Dinge in eurem Business Manager: eure Seite und euren eigenen Account. Wenn das alles ist was ihr habt, dann braucht ihr eigentlich kein BM (siehe oben). Es gilt also andere Personen, andere Seiten, usw. hinzuzufügen.

Bei allem was ihr einfügt müsst ihr verstehen, dass es zwei Level von Zugriffen im BM gibt. Zum einen den Zugriff auf den Business Manager an sich und dann noch den Zugriff auf die einzelnen Elemente darin.

Erste große Unterscheidung: ein Business Manger Admin ist nicht das gleiche wie ein Page Admin. Ein BM Admin hat noch viel mehr Optionen, deshalb geht sparsam mit diesem Recht um.

Wir haben das hier für euch im Detail aufbereitet, auch die einzelnen Zugriffsrechte für Seiten und Ads.

Für die Aufnahme weiterer Personen benötigt ihr derzeit deren Mail-Adresse. Es muss sich aber nicht um die Adresse handeln, mit der ein Nutzer bei Facebook registriert ist. Facebook versendet an die entsprechende Adresse eine Mail und der Nutzer verbindet diese dann mit seinem normalen Facebook-Konto.

Tipp: Wir empfehlen grundsätzlich alle Admins, Editoren usw. in den Business Manager umzuziehen, um so eine saubere Struktur aufbauen zu können. Es bringt nichts, den Business Manager einzusetzen, wenn man anschließend die Administratoren doch an unterschiedlichen Stellen verwaltet.

Request oder Claim?

Facebook lässt in fast allen Kategorien die Auswahl zwischen Request Access oder Claim Asset zu. Bei einem Claim ist der Business Manager anschließend der Eigentümer des Assets, also zum Beispiel einer Facebook Page. Diese Option solltet ihr also für alle Seiten wählen, die wirklich euer Eigentum sind.

Verwaltet ihr allerdings einzelne Seiten oder Werbekonten nur für einen Partner oder Kunden, so solltet ihr „Request Access“ wählen. Dann kann euch der Eigentümer Zugriff auf dieses Asset gewähren. Er kann euch den Zugriff aber auch wieder entziehen. Schwieriger könnte es werden, wenn ihr über einen Claim unberechtigt eine fremde Seite in euren BM aufnehmt und der echte Eigentümer später diese Seite in seinen BM aufnehmen möchte.

Entsprechend solltet ihr auch darauf achten, dass eure Partner nur Zugriff auf die Assets erhalten, diese aber nicht über einen Claim in ihren Business Manager aufnehmen.

Muss ich sonst noch etwas beachten?

Das Thema Business Manager ist leider noch weit umfangreicher. Ihr seht es am Screenshot des Menüs und allen Funktionen die ihr es hier gibt. Beschränkt euch in der Anfangszeit auf die Elemente die ihr kennt, ihr müsst nicht alles wissen.

BUGs gibt es im Business Manager nur noch selten und Probleme treten meist nur auf, wenn man beim Setup etwas falsch gemacht hat. Der Business Manager hat eine umfangreiche Hilfe, die ihr oben rechts über „Help“ erreicht. Dort findet ihr den Kontakt zu Facebook.

Fragen zu diesem Thema stellt ihr am besten in den Kommentaren.

Anmerkung: Dieser Beitrag wurde zum ersten Mal im Jahr 2014 veröffentlicht und seither mehrmals aktualisiert.

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Es gibt 1 Kommentar

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  1. 1
    Charly

    Danke für die übersichtliche Zusammenfassung – super hilfreich! Was mir noch nicht ganz klar ist: Wann ist es sinnvoll den BM als Unternehmen für seine eigenen Seiten (FB und Instagram) zu nutzen und wann macht es Sinn, sich als Agentur den BM zuzulegen und die zu verwaltenden Seiten hier zusammenzuführen? In unserem Fall sind wir eine Agentur und verwalten nur für einen Kunden seine Seiten. Dass der BM hier Sinn macht ist schon mal klar. Nur: Der Kunde ist unerfahren. Macht es da dann Sinn ihm den BM an die Hand zu geben und dann nur die Rollen zu verteilen? Oder ist es besser über Request Access zu gehen und dann den BM zu nutzen? Danke für eure Hilfe.

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