Neuer App-Review Prozess & GraphAPI 3.0 (F8 2018)

Neuer App-Review Prozess & GraphAPI 3.0 (F8 2018)


Den größten Jubel gleich zu Beginn der F8 Keynote am gestrigen Tage löste der folgende Satz von Mark Zuckerberg aus:

„Beginning today we will restart App-Reviews!“

App-Reviews sind ein System, dass Facebook bereits vor vielen Jahren eingeführt hat, um ein gewisses Maß an App-Qualität sicher zu stellen. Apps, die auf sensible Nutzerdaten zugreifen möchten – also alles, was über den Nutzernamen und das Profilbild hinaus geht – müssen diesen Prozess durchlaufen.

Nach dem Datenschutz-Skandal der letzten zwei Monate hatte Facebook die App-Reviews komplett eingestellt. Das bedeutet, es wurden keine neuen Apps mehr freigeschaltet. Unternehmen, die Apps im Rahmen einer Kampagne umsetzen wollten, mussten umplanen. Auch Messenger Bots waren von diesem Review-Stop betroffen.

Neuer Review Prozess

Nun soll es also weiter gehen. Aber mit einem deutlich verschärften Review, mit dem Facebook besonders dem Datenschutz Rechnung tragen will.

So müssen Entwickler sich auf folgende Änderungen gefasst machen:

  • Unternehmen, die Apps entwickeln, müssen sich erst bei Facebook verifizieren. Das kann über einen der üblichen Wege (Rechnung von Strom- oder Telefonanbieter, Handelsregistereintrag, etc.) geschehen. Damit möchte Facebook sicherstellen, dass es zumindest theoretisch Zugriff auf die Entwickler gibt.
  • Drittanbietertools, welche Unternehmen Zugriff auf Facebook Daten gewähren, wie etwa Monitoring und Community Management Tools, müssen darüber hinaus einen weiteren Vertrag zum Schutz der Daten mit Facebook abschließen.

Dieser neue Review Prozess gilt sowohl für alle neuen Apps, als auch für alle bestehenden Apps! Alle Anwendungen, die bereits den Review in der Vergangenheit durchlaufen haben, müssen bis 1. August erneut durch den Review. Wer diese Deadline nicht einhält, riskiert den Zugriff auf die API zu verlieren.

Schon allein auf Grund der Menge an nun offenen Reviews rechnet Facebook damit, dass ein einzelner Review mehrere Wochen dauern kann. Ad-Hoc Konzepte und Ideen sind damit für Unternehmen erst einmal nicht mehr umsetzbar.

Eine Übersicht über den neuen Review Prozess und die betroffnen API-Schnittstellen findet sich in der Facebook Doku.

Graph API 3.0

Nur in einem Nebensatz wurde es in der Keynote erwähnt: Es gibt eine neue Version der Facebook Graph API. Diese API bestimmt, welche Möglichkeiten Entwickler haben, um mit den Facebook Servern zu kommunizieren und auf welche Daten sie zugreifen können.

Mit der neuen API ändert sich der Zugriff auf den Places Graph. Dort ändern sich die Place ID und es fällt der Zugriff auf einige Felder weg.

Das wars schon?

Tatsächlich sind die Änderungen an der API damit eher übersichtlich. Doch gerade das ist für die Entwickler eine gute Entwicklung. Nachdem es im Rahmen des Datenschutz-Skandals zu sehr vielen sehr kurzfristigen Änderungen und vor allem auch Einschränkungen kam, kehrt jetzt erst einmal Ruhe ein.

Wie das mit den ganzen vorgestellten Neuerungen zusammen passt? Ganz einfach: Diese setzen auf bereits bestehende Schnittstellen. Es müssen dafür aber keine neuen Schnittstellen angeboten werden.

Fazit

Wenige Änderungen an der API sind ein gutes Signal für die Entwickler. Und der neue Review Prozess garantiert mehr Datenschutz für den Nutzer. Also eine echte Win-Win Situation.

Weitere Highlights der F8 2018 in San José findet ihr hier. 

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Veröffentlichung 3. Mai 2018

Es gibt 1 Kommentar

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  1. 1
    Patrick Tann

    Tolle Sache, aber scheinbar funktioniert nun eine einfache App für die Nutzung des Features „Page Public Content Access“ für die serverseiteige Abfrage per PHP SDK eines Seiten Feeds nicht mehr ohne Review – selbst wenn ich Admin von Seite und App bin. Datenschutz hin oder her, aber die Abfrage öffentlich zugänglicher Inhalte per Facebook API dermaßen einzuschränken ist doch Käse?!

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