Instagram Stories – jetzt aber richtig. Felix Beilharz im Interview.


Vor ein paar Tagen war Felix Beilharz auf unserer AllInstagram Marketing Conference als Speaker im komplett gefüllten Saal zum Thema “Instagram Stories – jetzt aber richtig. Tools. Tipps. Best Practices.“.

Vor allem aus dem Eye-Tracking-Test hat Felix dabei sehr viele Ableitungen getroffen, die man als Unternehmen in der Praxis umsetzen kann. Wer sich für den Vortrag interessiert, kann sich hier nochmals eine Kurzversion der Slides anschauen.

Am Ende unserer #AIGMC Sessions stehen die Speaker immer für ein paar Fragen bereit. Wenn sehr viele Fragen eintrudeln, fehlt aber oft die Zeit, jede zu beantworten. Dass bei Felix viele Fragen zum Thema Stories gestellt werden, war uns schon vorab klar, deshalb haben wir uns Felix nochmals für ein Interview geschnappt.

Hi Felix, schön das du uns auch nach der Konferenz noch die ein oder andere Frage beantwortest. Wir fangen einfach direkt an.

Was sind deiner Meinung nach die 3 wichtigsten Dinge, die ich beim Erstellen einer Story beachten sollte?

Das Wichtigste ist erstmal, das Ziel klar zu definieren. Soll es um Traffic bzw. Swipe Ups gehen? Soll ein Produkt vorgestellt oder erklärt werden? Geht es eher um Branding, Unterhaltung und Sympathie? Je nachdem, was das Ziel ist, sollten dann die Inhalte der Stories aufgebaut werden.

Stories müssen einfach gehalten sein. Oft sieht man Stories, die stark überladen sind, viel zu viele Inhalte in einem einzelnen Frame. Lieber weniger Inhalt pro Frame (eine klare Hauptbotschaft) und dafür mehrere Frames.

Und schließlich: Stories dürfen gern auch länger sein. Auch 10 oder mehr Frames pro Tag sind kein Problem, wie Analysen u.a. von FanpageKarma zeigen. Was im Feed nerven würde, ist bei Stories oft kein Problem. Wenn die Story interessant ist und einen Spannungsbogen hat, bleiben die Nutzer auch dabei.

In deinem Eye-Tracking hast du viele Stories mit und ohne Personen getestet. Was empfiehlst du Unternehmen, die keinen „Protagonisten“ haben?

Ein Protagonist muss gar nicht unbedingt sein. Je nachdem, was ich erreichen will, kann ich das auch gut ohne Person machen. Dann ist z.B. eine kreative Inszenierung des Produkts nötig. Auch Stories, die die Geschichte einfach nur in Text und Bild erzählen, können sehr gut funktionieren (siehe das Samsung-Beispiel in meinen Slides).

Würdest du Unternehmen „Instagram Stories aus dem Alltag“ empfehlen oder professionell produziert?

Das hängt ein bisschen vom Unternehmen bzw. der Marke ab. Bei Premium-Marken würde zu sehr „hands on“ eher schaden, die sollten sich eher auf hochwertig produzierte Inhalte fokussieren.

Geht es dagegen z.B. um Recruiting Maßnahmen oder will ich den „Eine Freundin empfiehlt dir ein Produkt“-Effekt nutzen, würde zu hochwertig schon wieder schaden. Da ist dann handgemacht aus dem Alltag eindeutig besser und wirkungsvoller.

Du hast gesagt man soll viel testen und viele haben sich gefragt: wie genau baue ich so ein Test-Case für mein Unternehmen auf? Was sollte ich testen?

Testen kann man vor allem bei Ads, weil man hier annähernd gleiche Rahmenbedingungen schaffen kann. Sinnvollerweise fängt man mit den großen Fragen an: Bild oder Video? Persönliche Ansprache durch eine Person oder nur Produkt? Plakativer, provozierender Inhalt oder „Feelgood“-Content? Meistens hat man ja schon eine Hypothese oder mehrere, wenn man sich ans Erstellen macht, die kann man dann gut durchtesten.

Zu feinteilig testen (also z.B. die Schriftfarben oder die Größe der GIFs) bringt meistens nichts, weil man sich verzettelt und die Zahlen oft nicht ausreichen für signifikante Ergebnisse.

Am Ende hast du ja ein paar Apps gezeigt. Aber kennst du ein Tool um Stories zu shedulen?

Later.com kann das zum Beispiel. Ich selbst schaue mir gerade STORRITO an, das scheint mir sehr nützlich zu sein (bis 10 Stories im Monat kostenlos).

Wie sieht es mit etwas aus, um Frames zu erstellen, damit es einfacher und effizienter wird?

Hierfür nutze ich tatsächlich die im Vortrag gezeigten Unfold und StoryMaker und hin und wieder auch andere. Man muss aber dazu sagen, dass ich grafisch komplett talentfrei bin, daher gebe ich sowas entweder an einen Designer raus oder greife auf die Apps zurück. Wer mit PhotoShop und Co. umgehen kann, kann sich sicherlich selbst schöne Vorlagen basteln, die er dann nur anpassen muss.

Und zum Abschluss: Was sind deiner Meinung nach internationale Best Practices?

In Deutschland finde ich zum Beispiel die Stories von Just Spices sehr gelungen. Gute Mischung aus Rezepten, Inspiration und Werbung.

Wer hart gesotten ist, kann sich mal die Stories von Real Dr. Miami anschauen, einem Schönheitschirurgen mit über 1 Mio. Followern. Der streamt in seinen Stories z.B. live aus Schönheits-OPs oder zeigt auch schonmal 5kg entfernte Hautlappen… Vorsicht, nichts für schwache Nerven :-D .

Danke dir Felix!

Das war aber ehrlich gesagt auch nur ein Ausschnitt aller Fragen. Unsere Referenten wie Felix Beilharz kann man auf den Konferenzen auch immer ganz persönlich ansprechen und kennenlernen.

Alle Inhalte der #AIGMC in München findet ihr hier im Rückblick auf der Konferenzwebseite. Die nächste Konferenz findet am 30. September in Berlin statt oder am 18. März 2020 in München.

1 comment

Kommentieren
  1. 1
    Katharina

    Hallo Philipp, der Beitrag ist wirklich super informativ und auch die Beispiele der Apps wirklich klasse! Eine Frage zu der Verwendung der Apps für die Erstellung von Stories (aus Unternehmenssicht) habe ich und vielleicht kannst du mir weiterhelfen. Wenn ich die App nutze und darüber eine Story erstelle (für ein Unternehmen) – kann ich das ohne rechtliche Bedenken? Oder muss ich aus UN-Sicht vor der Verwendung von z.B. Bildmaterial aus der App etwas beachten? Ich bin gespannt auf deine Rückmeldung ;) Viele Grüße Katharina

+ Schreibe einen Kommentar