Facebook Live bald mit neuen Funktionen und möglicher Monetarisierung

Facebook Live bald mit neuen Funktionen und möglicher Monetarisierung


Bei der diesjährigen VidCon Konferenz im kalifornischen Anaheim hat Facebook gestern neue Funktionen für das Facebook Live Video Streaming angekündigt und einen ersten Ausblick auf mögliche Monetarisierungsformen gegeben. Bei den Neuerungen geht es besonders um die drei folgenden Bereiche:

Streaming mit Freunden/ Kollegen

Facebook möchte die Streaming Funktionalität auf mehrere Personen ausweiten. Statt einer Person mit Smartphone könnten sich mehrere Parteien als „Sender“ zusammenschalten. In der Theorie ist das bereits heute möglich, wenn man das Live Video von einer externen Quelle, wie etwa einem Video-Bildmischer, einspeist. Bei dieser Erweiterung soll es jedoch ganz bewusst darum gehen diese Option auch ohne teueres Zusatzequipment, also nur mit zwei Smartphones, abzubilden.

Diese Funktion soll in den nächsten Monaten zuerst für verifizierte Seiten verfügbar sein und später auf alle Nutzer erweitert werden.

Warteraum für Livestreams

Die zweite Funktion betrifft ein Problem vieler Streams. Startet man einen Stream, so hat man in den ersten Minuten noch relativ wenig Zuschauer, da die Information über diesen Stream sich erst einmal verbreiten muss. Erzählt man jetzt in den ersten Minuten als Sender eher belangloses, um auf mehr Zuschauer zu warten, langweiligen sich die aktuellen Zuschauer. Erzählt man wiederum extrem  spannendes, hat ein Großteil der Zuschauer diesen Inhalt verpasst, weil er zu spät eingeschaltet hat. Immer häufiger sieht man deshalb inzwischen Facebook Veranstaltungen, die bereits vorab einen terminierten Livestream ankündigen, um eine Grundaufmerksamkeit zu schaffen.

Die neue Warteraum-Funktion von Facebook soll ähnlich funktionieren. Streams können vorab terminiert werden, interessierte Zuschauer werden vorab über diesen Stream informiert und können zur richtigen Zeit dem Stream beitreten.

Videofilter für Streams

Die letzte Funktion ist eher eine nette Spielerei. In Zukunft soll es möglich sein Videofilter für Streams zu verwenden. Hier geht es besonders um die „Masken“, welche Facebook – ähnlich wie bei Snapchat – auf das Videobild projizieren kann. Die nötige Technologie hierzu hatte sich Facebook im Frühjahr mit dem Kauf der Fun-App MSQRD gesichert.

Die Hoffnung: Auch Menschen die sonst keinen Anlass sehen Live zu gehen, könnten von den Filtern angesprochen werden. Die Möglichkeit sich hinter dieser „Maske“ zumindest optisch zu verstecken, könnte die Hemmschwelle für Facebook Live senken.

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Monetarisierung

Zum heißen Thema der Monetarisierung von Videos blieb Facebooks Director of Video, Fidji Simo, noch etwas wage, machte aber bereits erste Ankündigungen für Tests in den nächsten Monaten:

“What you can expect us to do over the next couple months is experiment with a lot of different models that are going to be appropriate for certain creators for certain kinds of formats and try to figure out what works, but really explore a variety of things,”

“Live videos tend to run longer. It’s actually not unusual for people to broadcast live for longer than an hour, […] So you can easily imagine that an ad break in the middle of a live video could work well in that context.”

Es ist klar: Facebook sieht die Zukunft für digitale Inhalte im Bereich Video und Live-Video. Eine Entwicklung die wir alle mit einem kurzen Blick in unseren „mobilen“ Newsfeed Tag für Tag mitverfolgen können. Hier haben die Bewegbild-Inhalte inzwischen klar die Überhand. Jetzt bleibt die Hoffnung, dass Facebook nicht nur für sich, sondern auch für Video-Ersteller einen Weg findet, diese Inhalte und die Aufmerksamkeit hierfür zu Geld zu machen.

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Veröffentlichung 24. Juni 2016

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