Zuckerberg: Lokale Nachrichten sind die besseren Nachrichten

Zuckerberg: Lokale Nachrichten sind die besseren Nachrichten


Es scheint so, als würden uns Mark Zuckerberg und Facebook dieses Jahr im Wochentakt mit neuen Newsfeed Updates beglücken. Denn gestern Abend meldete sich der Facebook Gründer erneut persönlich zu Wort. Und wieder geht es um die Sichtbarkeit von Nachrichten im Newsfeed:

We’re making a series of updates to show more high quality, trusted news. Last week we made an update to show more news from sources that are broadly trusted across our community. Today our next update is to promote news from local sources.

People consistently tell us they want to see more local news on Facebook. Local news helps us understand the issues that matter in our communities and affect our lives. Research suggests that reading local news is directly correlated with civic engagement. People who know what’s happening around them are more likely to get involved and help make a difference.

In Kurzform: Nachrichten sind dann gut, wenn sie aus der Region kommen. Denn regionale Nachrichten bringen Menschen zusammen und erreichen sie mit Themen, die für sie relevant sind.

Nachdem also letzte Woche noch enge Freunde und Familienmitglieder wichtiger waren als große Newsseiten, werden diese Woche die regionalen Verlage und Angebote gefördert. Das wird viele Publisher mit eben solchen Regionalangeboten freuen und zugleich auch vor neue Herausforderungen stellen:

  • Können lokale Angebote etabliert oder ausgebaut werden?
  • Wie müssen lokale Redaktionen in Social Media Fragen geschult werden?
  • Gibt es lokales Community Management Know-How?
  • Welche Themen sind geeignet lokal ausgespielt zu werden?

Mit dem neuen Strategiewechsel könnte sich Facebook einem weiteren Problem zu einem großen Teil entledigen: Fake-News. Denn Fake-News sind selten lokal, sondern in der Regel national und international aufgestellt. Natürlich gibt es auch lokale Lügen und Zeitungsenten, diese haben dann aber einen deutlich geringeren Einfluss, als bei einem international agierenden Publisher.

Indirekt könnte Zuckerberg auf diesem Wege sogar die überregionalen Medien unterstützen, da Menschen merken werden, dass die entsprechenden Nachrichten nicht mehr in ihrem Feed stattfinden und sie bewusst die entsprechenden Webangebote der Verlage ansteuern werden. Der tägliche Blick auf Spiegel Online und Co. könnte sich also wieder etablieren und würde den Verlagen mehr helfen, als der indirekte Konsum über Facebook.

Die neue Konstante im Facebook Universum ist somit die Veränderung. Alle Seitenbetreiber sind nun aufgerufen alte Routinen und Mechanismen zu überprüfen und neue Konzepte – auch abseits von Facebook – zu entwickeln.

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Es gibt 4 Kommentare

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  1. 1
    Julius

    Finde ich gefährlich, da besonders die nicht lokalen Medien eine andere Sichtweise auf das Zeitgeschehen bieten. Diese Änderungen stehen einer gesunden Meinungsbildung im Wege.

  2. 2
    Michael A. Schmidt

    Das ist in meinen Augen eine sehr zweischneidige Entscheidung, die überdies dem typisch US-amerikanischen Verständnis von „News“ entspringt. Viel besser als der ständig wachsende Hang zum Paternalismus und zur Bevormundung der Nutzer wäre es, wenn wir uns gewisse Faktoren für unseren Newsfeed in weit deutlicherem Maße als bisher individuell einstellen könnten. Die Annahme, dass der Nutzer dann jeweils ersatzweise die Verlagsangebote ansteuert, geht auch völlig an der Realität eines zunehmend passiven bzw. oberflächlichen Konsums vorbei.

  3. 3
    Ingrid

    Ist bestimmt Zuckerbergs Antwort auf Googles Ankündigung, mit „Bulletin“ eine App zu bringen, in der jeder lokale News posten kann. Von wegen „Research“, er reagiert nur auf die Konkurrenz 🤣

  4. 4
    Dejan

    Ich administriere eine städtische Facebookseite. Sind wir „local news“? Oder zielt die Änderung eher auf Verlage bzw. die lokale Tagespresse?

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