Newsfeed-Algorithmus: Wie das neueste Update dich und deine Seite trifft

Newsfeed-Algorithmus: Wie das neueste Update dich und deine Seite trifft


Am gestrigen Abend gab es von Facebook ein weiteres Mal eine „Newsfeed FYI“-Meldung. In dieser beschreibt Facebook nicht nur, wie der Newsfeed aktuell funktioniert, sondern auch, welche Änderungen daran vorgenommen werden, um dem Nutzer und seinen Bedürfnissen entgegenzukommen.

Gestern waren dies gleich drei Neuerungen, die sich jetzt im Rollout befinden:

  1. Nutzer mit wenig Freunden und Pages, denen sie folgen, können in Zukunft auch mal mehrere Beiträge der gleichen Person oder Seite hintereinander im Newsfeed sehen. Das hat Facebook bisher unterbunden.
  2. Statusupdates von Freunden werden nun weiter oben im Newsfeed angezeigt, sodass man diese sofort sieht und nicht mehr verpassen kann. Updates von Seiten werden aber weiter angezeigt. Facebook will hier nur eine bessere Balance herstellen.
  3. Nachrichten darüber, dass ein Nutzer einen Beitrag geliked oder kommentiert hat, werden in Zukunft seltener angezeigt.

Wenn man sich ein wenig mit dem Newsfeed in der Vergangenheit befasst hat, sieht man schnell, dass diese Updates einiges auf den Kopf stellen werden.

Für Betreiber von Facebook-Seiten sind dabei gerade die Punkte zwei und drei spannend. So werden die Nachrichten von Seiten zwar weiterhin angezeigt, aber möglicherweise weiter unten im Newsfeed. Und unter Umständen halt so weit unten, dass ein Nutzer sie gar nicht wahrnimmt, wenn er nur schnell mal auf Facebook vorbeischaut.

Punkt drei war bisher eine hervorragende Möglichkeit, auch Informationen mitzukommen, die nicht in meinem unmittelbaren Interessenfeld lagen. Diese wurden mit über die Likes und Kommentare von Freunden in den Newsfeed gespült. Fallen diese Meldungen weg, gerät der Nutzer einerseits weiter in eine Filter-Bubble, andererseits ist es kaum noch möglich, einen viralen Effekt zu erzeugen. Denn dieser beruht ja gerade darauf, dass Nutzer durch ihre Interaktionen einen Beitrag weiter verbreiten.

Die Konsequenz für Seiten scheint damit klar und wird auch von Facebook angedeutet:

The impact of these changes on your page’s distribution will vary considerably depending on the composition of your audience and your posting activity. In some cases, post reach and referral traffic could potentially decline. Overall, pages should continue to post things that people find meaningful and consider these best practices for driving referral traffic.

Sehr grob übersetzt:

Die Wirkung dieser Änderungen auf die Verbreitung deiner Seite wird unterschiedlich sein, abhängig von der Zusammensetzung deiner Zielgruppe und deinen Post-Aktivitäten. In einigen Fällen kann die Reichweite und die Zahl der Webseitenbesucher möglicherweise einbrechen. Seiten sollten weiterhin Inhalte veröffentlichen, die Menschen interessant finden und die Best-Practice-Beispiele von Facebook anschauen.

Es wird also wie immer sein: Manche Seiten verlieren, andere gewinnen. Immer abhängig davon, ob und wie sie ihre Content-Strategie an die Erwartungen von Facebook anpassen können.

Wer das nicht schafft, dem bleibt letzten Endes dann nur noch der Weg über Anzeigenschaltungen. Und selbst dieser dürfte sehr steinig sein, da Facebook auch hier inzwischen über Methoden wie den Relevance Score „gute“ Inhalte in der Auslieferung bevorzugt.

Bild auf Basis von: Vector news concept in flat style / Shutterstock.com 

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Veröffentlichung 22. April 2015

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