Nein, ein Instagram-Mosaik ist keine tolle Idee. Wirklich nicht.

Mit dem Erfolg von Instagram als Bildernetzwerk findet man auch zunehmend mehr Kampagnen auf Instagram. Kampagnen, die häufig organisch getrieben sind, also ohne Werbebudget auskommen sollen.

Was mich dabei wundert: Anscheinend überträgt nicht jeder die Erfahrungen von Facebook auf Instagram. Immer wieder findet man Unternehmen und auch Influencer, die sich ein tolles „Instagram-Mosaik“ erstellen. Also ein großes Bild, dass sich aus vielen kleinen Bildern zusammen setzt. Dabei wird leider vergessen, dass die Reichweite nicht auf dem Profil sondern im Feed liegt. 

Bei einem Instagram-Mosaik werden meist neun einzelne Bilder hochgeladen, welche dann im Instagram-Profil ein großes Bild ergeben. Ein Mosaik funktioniert natürlich auch mit 3, 6, 12, 15, … Bildern. Das ist dann auch der einzige Vorteil der Aktion: Wenn ein Besucher das Instagram-Profil aufruft, sieht er ein großes Bild. Toll! 

heineken

Mehr positive Punkte fallen mir wirklich nicht ein. (Ihr könnt gerne welche in den Kommentaren ergänzen.)

Wie gesagt wissen wir schon von Facebook, dass die Reichweite nicht auf dem Profil (auf Facebook ist es die Seite oder persönliche Timeline) sondern im Feed liegt.

Während ein paar wenige Prozent der Nutzer, die euer Profil besuchen, ein tolles zusammengesetztes Bild im Grid sehen werden, erhalten die einzelnen Bilder im Feed deutlich mehr Aufrufe. Meistens haben die einzelnen Bilder dann keinen wirklichen Mehrwert. Genau das ist das Problem, denn „deutlich mehr Aufrufe“ bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass es 10 – 100 % mehr Aufrufe sind, sondern Faktor 10 – 100 Mal mehr. 

Das zweite Problem an den tollen Mosaik-Bildern ist, dass sie nur funktionieren, wenn die Anzahl der Bilder genau stimmt. Ladet ihr nur ein neues Bild hoch, ist das komplette Mosaik zerstört (siehe Beispiel unten). Wenn ihr die Ansicht garantieren wolltet, müsstet ihr immer drei Bilder fast gleichzeitig einstellen. Praktisch. 

rivalinkbsp

Ihr seht, mein Tipp ist: Lasst das mit den Mosaiken sein und konzentriert euch auf schönes und passendes Bildmaterial. 

Stellt den Nutzer und seine Erwartungen und Bedürfnisse in den Vordergrund. Die Marke und verkopfte Ideen, wie etwa ein Mosaik, treten zurück.

Wer jetzt aber dennoch denkt, dass es eine tolle Idee ist, so ein Mosaik zu erstellen: Dazu gibt es zwei Wege – entweder über eine (iPhone-) App oder aber über eine (Photoshop-) Montage auf dem eigenen Rechner. Die einfachere Lösung geht über eine entsprechende App, wie zum Beispiel PicSlit und Giant Square.

Wenn ihr die Funktion benutzt, achtet bitte wenigstens auf die Beschreibung der einzelnen Bilder. Dort solltet ihr immer einen Hinweis unterbringen, dass es sich nur um einen Teil einer Collage handelt und die Nutzer gerne auf eurem Profil vorbeischauen sollen, um das ganze Bild zu sehen. Natürlich könnt ihr in dieser Beschreibung oder den Kommentaren darunter ganz normal Tags verwenden, um in der entsprechenden Suche aufzutauchen.

(Quelle: PicslitHeineken Beispiel)

Philipp Rothhttps://www.linkedin.com/in/philipproth/
Philipp war einer der Gründer von AllFacebook.de und hat sich sich 2021 von AllFacebook getrennt. Er ist diesem Blog als Gastautor treu geblieben. Durch über 10 Jahre Erfahrung ist einer der bekanntesten Experten zum Thema Social Media Marketing, berät Unternehmen, organisiert Workshops, hält Vorträge und realisiert viele der heute sehr erfolgreichen Auftritte auf Facebook, Instagram, TikTok, WhatsApp und LinkedIn.

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7 Kommentare

    • Jetzt wo du weist das es keine tolle Idee ist? … du kannst es nur dann dauerhaft oben im Profil zeigen wenn du nach jedem neuen Foto dein Profil bearbeitest und dieses im Profil verbirgst.

  1. Wenn man ein neues Account hat, sehe ich es schon praktisch. Man hat evtl. am Anfang noch nicht viel Content, aber möchte nicht, das Leute auf einen leeren Account stossen. Dann ist es kein schlechter Anfang erstmal.

    • Die content Frage sollte man meiner Meinung nach geklärt haben bevor man den Account eröffnet.
      Denn die Problemstellung bleibt ja die selbe: Im Feed, wo du gefunden wirst, sieht es nicht gut aus.

  2. Hi,

    das sehe ich anders. Da ich durchaus wert auf ein schönes Profil lege, mache ich es häufig so, dass ich statt eines Bildes ein Mini-Video erstelle, bei dem das Titelbild nur ein halbe Sekunde zu sehen ist. Sieht im Profil geil aus und der Nutzer sieht sofort den eigentlichen Inhalt.

    Macht Arbeit, aber…

    rocknrolll
    @rockphan

  3. Hi,

    ich plane derzeit ein 1×2 Mosaik, in dem jedes Bild für sich stehen kann, im Profil sieht man beide dann zusammen. Ich poste erst die untere Hälfte, dann kommen zwei „Füll-Posts“ und dann die obere Hälfte. So wandert das Bild immer korrekt durch das Profil, egal wann und egal wie viele Folgebilder ich poste. Das sollte doch klappen, oder habe ich einen Denkfehler?

    Dann wäre noch die Frage: gibt es einen festen Wert / Anteil für den Rahmen bzw. Abstand zwischen den Bildern, damit die Räder des Motorrades im Beispiel nicht eierig aussehen bzw. Harry Potter nicht zwei rechte Augen hat?

    Daniel
    @droerick

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