Instagram stellt alle Nutzerdaten zum Download zur Verfügung

Mit Umsetzung der DSGVO zum 25.5.2018 müssen Unternehmen es den Nutzern unter anderem Erlauben, mit ihren Daten zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Diese Möglichkeit gibt es bei Facebook ja schon seit vielen Jahren. Nun zieht also auch Instagram nach.

Grundlage für dieses Vorgehen ist Artikel 20 der GDPR:

The data subject shall have the right to receive the personal data concerning him or her, which he or she has provided to a controller, in a structured, commonly used and machine-readable format and have the right to transmit those data to another controller without hindrance from the controller to which the personal data have been provided […]

Instagrams Lösung

Seit heute finden die meisten Nutzer nach einer Anmeldung im Webbrowser unter den Einstellungen den folgenden Menüpunkt:

Nach einer weiteren Bestätigung der Identität über das Instagram Passwort fängt das Netzwerk an die entsprechenden Daten zusammen zu stellen. Dies kann je nach Umfang bis zu 48 Stunden dauern. Bei unserem relativ übersichtlichen allfacebook Account war das Archiv (260 MB) aber schon nach wenigen Minuten fertig. Die versprochene Bestätigungsmail von Instagram haben wir leider nicht erhalten. Aber ein Reload in den Kontoeinstellungen brachte die nötige Info.

Aktuell gibt es das Tool tatsächlich nur im Desktop Browser. In den nächsten Tagen soll aber auch noch eine entsprechende Einstellung in den iOS und Android Versionen der Instagram App erscheinen. Zum Download selbst wird man aber auch dort den PC benötigen, da ein entsprechendes Archiv auf dem Handy nur wenig Sinn hat.

Was erhalte ich?

Nach dem Download erhält der Nutzer eine ZIP Datei mit Informationen aus den folgenden Bereichen:

  • Kommentare
  • Verbindungen (blockierte Nutzer, offene Followeranfragen, Followings)
  • Kontakten (Diese Datei ist bei uns leer)
  • Bildern aus den Direktnachrichten
  • Likes (Das sind die Follower)
  • Media (Metainformationen zu den einzelnen Feed Posts)
  • Messages (inkl Mention Benachrichtigungen)
  • Photos (in diesem Ordner sind alle Bilder)
  • Profile (Bild und Bio-Text)
  • Suchen (Wonach wurde gesucht)
  • Settings
  • Stories (Alle Story Dateien seit Einführung des Archivs)
  • Videos

Die Dateien liegen (anders als bei Facebook) im per Gesetz geforderten maschinenlesbaren JSON Format vor. Ein Import in eine andere Plattform wäre damit zumindest theoretisch möglich.

Kein Backup Tool

Aber Achtung: Ihr könnt die Daten mit diesem Tool zwar herunterladen, ihr solltet es aber unter keinen Umständen als Backup sehen. Denn das würde voraussetzen, dass ihr die Daten bei Accountverlust auch bei Instagram wieder hochladen könntet. Dem ist NICHT so.

Jens Wiesehttp://www.jens-wiese.net
Jens hat Digitale Medien (M.Sc.) an der Hochschule Furtwangen studiert. Jens berät als Freelancer internationale Unternehmen in Social Media Fragen, entwickelt neue Applikationen, organisiert Workshops und entwirft individuell passende Strategien. Zudem hat er das Bio-Verzeichnis Biodukte.de und den gleichnamigen Bio Blog gegründet.

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