Volle Kontrolle: Das komplette Geo-Targeting bei Facebook-Anzeigen

Volle Kontrolle: Das komplette Geo-Targeting bei Facebook-Anzeigen


Das Geo-Targeting bei Facebook hat eine lange Entwicklung hinter sich. Von einer einfachen Auswahl des Landes oder einer Stadt, bis hin zum heutigen Stand sind über 5 Jahre vergangen. Dabei sind die Funktionen heute schon fast so umfangreich und komplex, dass sie kaum von Anfängern noch richtig angewendet werden können. Vielfach fehlt auch einfach das WOasen, was man mit dem Geo Targeting alles erreichen kann.

Deshalb gehen wir in diesem Beitrag auf wirklich alle Einstellungsmöglichkeiten ein. Unser Profil ist auf „English (US)“ eingestellt, um alle Möglichkeiten zur Verfügung zu haben. Wir lassen den anderen Prozess zum Erstellen von Anzeigen weg und starten direkt beim Geotargeting im Ad Set:

Hier seht ihr die Standardeinstellung, wenn ihr eine neue Anzeigengruppe im Werbeanzeigenmanager oder im PowerEditor erstellt.

Wohnort, Aufenthaltsort, Reisender

Im obersten Dropdown Feld habt ihr (etwa seit 2015) die vier folgenden Möglichkeiten:

  • Everyone in this location. Menschen die (im Profil) angegeben haben hier zu leben, oder deren aktueller Aufenthaltsort wahrscheinlich hier liegt
  • (Default) People who live in this location. Menschen die angegeben haben hier zu leben
  • Recently in this location. Menschen, deren aktueller Aufenthaltsort wahrscheinlich hier liegt
  • People traveling in this location. Menschen, deren aktueller Aufenthaltsort hier liegt und die mindestens 125 Meilen (200 Kilometer) von ihrem Wohnort entfernt sind.

Wie genau Facebook den Aufenthaltsort erfasst, bleibt Firmengeheimnis. Aber es ist wohl klar, dass gerade über das Smartphone und/oder das verwendete WLAN die Position sehr gut bestimmt werden kann. Der im Profil angegebene Wohnort spielt nur eine sekundäre Rolle und ist auch kein Pflichtfeld auf Facebook.

Stadt, Land, Kontinent

Im nächsten Feld gebt ihr an, an welchem Ort oder in welcher Region ihr werben möchtet. Dieser Bereich wird häufig mit der Auswahl eines Landes oder einer Stadt abgehakt, dabei ist hier deutlich mehr möglich:

Länder: Ihr könnt bis zu 25 Länder in das Location Feld angeben. Ab einer gewissen Anzahl Länder auf einem Kontinent bietet Facebook an, gleich den ganzen Kontinent auszuwählen.

Über das Dropdown hinter den einzelnen Ländern habt ihr die Möglichkeit ein Land auszuschließen, oder nur in den Städten dieses Landes zu werben. Dabei könnt ihr einstellen, Städte welcher Größe für euch interessant sind.

Regionen: Die meisten bei Facebook hinterlegten Regionen entsprechen in etwa den Bundesländern oder Staaten des jeweiligen Landes. Teilweise müsst ihr jedoch erst recherchieren, wie die Regionen auf englisch heißen. So ist Niederösterreich zum Beispiel nur über „Lower Austria“ zu finden.

Städte und Orte: Bis zu 250 Orte erlaubt Facebook im Location Feld. Das ist für den Anfang schon mal nicht schlecht. Ihr könnt zudem Städte und Länder kombinieren. Etwa alle Personen in Deutschland und in Paris. Bei Städten und Orten könnt ihr zudem jeweils einen Radius um diesen Ort angeben, in dem sich eure Zielgruppe aufhalten sollen.

Der kleinste Radius um einen Ort sind übrigens 10 Meilen, beziehungsweise 17 Kilometer, wenn ihr Facebook auf Deutsch nutzt.

Postleitzahlen: Auch die Eingabe von Postleitzahlengebieten ist in diesem Feld möglich. 2500 Stück sind hier das Maximum.

Adressen: Adressen können bis auf die Hausnummer genau angegeben werden. Facebook legt dann einen Radius von 1 Meile um diesen Ort fest. Wenn ihr einen geringen Radius wollt, lohnt es sich in der Tat vor der Anzeigenerstellung Facebook wieder auf „Deutsch“ zu stellen. Dann ist nämlich ein 1 Kilometer Radius möglich.

Plätze: Beim Navi nennt es sich „Places of Interest“. Auch bei Facebook kann man diese als Location hinterlegen. Zum Beispiel kann man hier die meisten Flughäfen auswählen.

Include und Exclude

Darüber hinaus gibt es bei jedem Land, jedem Ort und jeder Adresse die Möglichkeit auszuwählen, ob diese Location hinzugenommen oder per „Exclude“ ausgeschlossen werden soll.

So lassen sich die wildesten Fälle abbilden. Wie wäre es mit Deutschland ohne Berlin, München und Hamburg? Kein Problem:

Der Phantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Ihr müsst nur überlegen, ob es für euer Produkt sinnvoll ist, gewisse Regionen auszuklammern.

Weitere Regionen

Häufig übersehen wird auch der „Browse“ Button neben dem Location Eingabefeld. Hier hat Facebook bereits ein paar Voreinstellungen hinterlegt, deren Erfassung von Hand doch etwas länger dauern könnte.

Ihr wollte alle Staaten Süd-Amerikas targeten, ohne erst einen Atlas zur Hand nehmen zu müssen? Facebook hat die Region erfasst. Ihr möchtet alle Länder einschließen, in denen mit dem Euro gezahlt wird? Kein Problem. Nur die Länder in denen der Apple iTunes Store verfügbar ist? Gibt es auch!

Die Location Karte als Tool

Unter dem Location Feld sieht man eine Karte, auf der die jeweils gewählten Regionen und Gebiete farblich hervorgehoben werden. Doch diese Karte ist nicht nur eine Visualisierung, sondern vielmehr auch ein Tool. Entscheidend ist hier der kleine „Drop Pin“ Button. Mit diesem lässt sich ein Pin beliebig auf der Karte platzieren. Also auch in Bereichen, in denen es zum Beispiel keine Adressen gibt. Man stelle sich vor, ihr wollt alle Touristen in einem Wandergebiet erreichen. Das wäre der einfachste Weg:

Etwas weiter oben haben wir schon einmal angesprochen, dass der kleinste Umkreis um einen Ort „1 Kilometer“ ist. Das ist in vielen Fällen aber noch immer zu groß. Gerade wenn man in einer Millionenstadt wie Berlin Nutzer in einer speziellen Location ansprechen möchte. Hier ist ein Trick einfach mit ausschließenden Pins zu arbeiten, um die Targeting Fläche einzuschränken.

Florian Muff hat sich mit den Möglichkeiten der Karte umfangreich auseinandergesetzt und zeigt in seinem Beitrag „Facebook Pin Targeting“ noch einmal genau, was möglich ist.

Location Upload

Wir haben bereits beschrieben, dass man bis zu 250 Städte oder auch 2500 PLZ Regionen hinterlegen kann. Da ist die Eingabe von Hand nur wenig sinnvoll oder spaßig. Deshalb bietet Facebook direkt unter der Karte einen Link „Add Bulk Locations“ an. Hier kann man per Copy & Paste sowohl Länder, Regionen, PLZ Gebiete oder Adressen einfügen.

Wenn mein Produkt zum Beispiel nur in einer Supermarktkette verfügbar ist, dann kann ich hier einfach eine Liste der entsprechenden PLZ Gebiete oder Adressen hochladen und die Streuverluste so vermeiden.

Fazit

Voraussetzung für den sinnvollen Einsatz des Location Targetings ist zuerst einmal, dass ihr eure Zielgruppe sehr gut kennt und wisst, ob und wo es regionale Unterschiede gibt. Dann könnt ihr mit den sehr umfangreichen Einstellungen eure Anzeigengruppen so gestalten, dass ihr auch nur bei den Kunden werbt, die für euch auch interessant sind.

Wenn ihr euch für dieses Thema noch ein wenig mehr interessiert möchten wir euch auch noch unseren Blogbeitrag „Der richtige Einsatz des Reise Targetings“ empfehlen, welcher in eine ähnliche Richtung geht.

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Veröffentlichung 11. Mai 2017

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Es gibt 4 Kommentare

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  1. 1
    Karsten

    Hallo. Ist nicht genau das Thema, aber meine Frage passt hier gut rein. Ich eine Kampagne und mehrere Anzeigen darin. In derer einzelnen Anzeige habe ich 3 Standorte angegeben, und zwar Deutschland, Österreich und Schweiz. Alle haben die Einstellung „Jeder an diesem Ort“.
    Meine Frage: wie kommt die ungleiche Verteilung der Auslieferung der Anzeige zustande? Österreich 25.000, Schweiz 1000 und Deutschland 6000 (gerundete Zahlen)

    • 2
      Karsten

      Ich habe die Frage an Facebook gestellt und eine wirklich kompetente und gute Antwort erhalten:

      „Hi Karsten,

      vielen Dank für die E-Mail.

      Ich sehe in deinem Werbeanzeigenmanager (ID xxxxx) auch, dass deine Anzeigen für diese Länder ausgeliefert wird und die entsprechenden Reichweiten.

      Nur weil du diese drei Länder bei der Zielstellung eingibst, heißt das nicht, dass die Anzeige über die Länder gleichmäßig ausgeliefert wird. Das kommt auf Konkurrenz und der Auktion auf den Chroniken an. Wenn das System merkt, dass auf den Chroniken der Nutzer in Österreich (die in deine demographischen Einschränkungen passen) weniger Konkurrenz ist, wird es die Anzeige nach Österreich mehr ausliefern.

      Die Anzeigen konkurrieren bei jedem potenziellen Viewer in einer Auktion mit anderen Anzeigen. Wer diese Auktion ‚gewinnt‘ kommt darauf an, wie viel Budget festgelegt ist, und wie sehr das Profil des Nutzers zu deinem Targeting passt.

      Daher entstehen viele Unterschiede in der Reichweite von den Anzeigen in verschiedenen Ländern.

      Das kann man auch eigentlich nicht vermeiden. Du könntest höchstens eine verschiedene Werbeanzeigengruppe für jedes Land erstellen, bei denen du nach ein paar Tagen das Budget so anpasst, dass die Resultate etwas regelmäßiger sind. „

  2. 3
    Beatrice Floh

    Danke. Arbeite damit schon. Mein Problem ist, dass das „Scroll-Down“ teilweise nicht funktioniert bzw. ich nicht bis ans Ende scollen kann. Woran kann das liegen? Ist nämlich sehr nervig und zeitaufwändig.
    Danke für euer Feedback.

  3. 4
    Nicolaus Thiele-Dohrmann

    Ist die minimale Entfernung zum Wohnort bei „People traveling in this location“ evtl. in der deutschen Einstellung kleiner möglich? 200 KM sind happig wenn man z. B. Städter aufs Land einladen möchte etc.

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