So gelingen Werbetexte im E-Commerce

“Creatives werden immer wichtiger.” – Diesen Spruch hast du wahrscheinlich in den letzten Wochen und Monaten immer und immer wieder gehört. Weil der Facebook-Algorithmus durch iOS 14.5 immer weniger Daten bekommt, wird das Zielgruppen-Targeting immer unspezifischer.

Fakt ist also: Unsere Werbeanzeigen müssen besser werden, damit wir unsere Zielgruppen noch erreichen.

Wenn über das Thema Creatives gesprochen wird, geht es meist nur um die Grafiken oder die Werbevideos. Ja, diese beiden Elemente sind ein wichtiger Teil der Werbung. Was aber häufig vergessen wird, ist der Werbetext.

Denn Texte liest angeblich heutzutage sowieso niemand mehr. In der Realität sieht es aber anders aus. Oder warum liest du diesen Blogartikel? Du kannst es drehen und wenden, wie du willst…

Der Werbetext:

  • Ist der Grund, warum sich der User dein Werbevideo ansieht.
  • Bringt den Interessenten dazu, auf den Link zu klicken.
  • Kommuniziert deinem potenziellen Kunden die Vorteile deines Produktes.
  • Präsentiert dem Kunden dein Produkt als Lösung für sein Problem.

Zusammengefasst: Der Verkaufstext verkauft dein Produkt.

Genau deshalb gebe ich dir in diesem Blogartikel eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand, wie du verkaufsstärkere E-Commerce-Werbetexte für deine Facebook und Instagram Ads schreiben kannst.

1. Schritt: Kenne deine Zielgruppe!

Ein guter Werbetext ist nicht in deiner Sprache geschrieben, sondern in der Sprache deines Kunden. Nur wenn du deine Zielgruppe richtig gut kennst, kannst du die exakten Wörter verwenden, welche dein Kunde gebrauchen würde.

Warum ist das so wichtig?

Wie viele Werbeanzeigen siehst du jeden Tag, die an dir vorbei kommunizieren? Wahrscheinlich hunderte. Für deinen Kunden bist du im ersten Moment wie alle anderen: Du möchtest ihm etwas verkaufen.

Aus dieser grauen Masse musst du herausstechen!

Und das geht nur, indem du deinen Verkaufstext in der Sprache deiner Zielgruppe schreibst. Denn dann denkst sich dein Kunde: Das ist ja genau für mich.” Diesen Effekt möchtest du erzielen.

Wie schreibst du in der Sprache deiner Zielgruppe?

Hier gibt es nur ein Geheimrezept: Recherche. Egal wie groß oder klein dein Online-Shop ist: Nur wenn du bei der Zielgruppen-Recherche deine Hausaufgaben machst, verkauft dein Werbetext profitabel.

Du hast zwei Quellen für die Zielgruppen-Recherche:

  • Inhalte, welche deine Zielgruppe konsumiert:

Das sind zum Beispiel Blogs, YouTube Channels, Podcasts, Bücher etc. Du kannst davon ausgehen, dass erfolgreiche “Influencer” die Sprache ihrer Community sehr gut beherrschen und dadurch so beliebt sind.

  • Inhalte, welche deine Zielgruppe selbst produziert:

Hierzu zählen Beiträge in Foren oder Facebook-Gruppen, Produktbewertungen, Umfrageergebnisse, etc. Achte dabei genau darauf, welche Redewendungen speziell deine Kunden verwenden.

Die wertvollste Recherche resultiert aus direkten Kunden-Umfragen. Diese kannst du zum Beispiel per Newsletter versenden. Wenn du die Fragen geschickt stellst, kannst du teilweise Redewendungen eins zu eins für deinen Werbetext verwenden.

Zusatztipp: Schaust du in Produkt-Rezensionen, z.B. auf Amazon, kannst du ebenso erfahren, welche Pain Points deine Zielgruppe hat und diesen Schmerz mit gutem Copytext lösen. Hier siehst du unmittelbar, was die Kundschaft vom Produkt erwartet und kannst es textlich umsetzen.

2. Schritt: Deine Überschrift

Sobald du in der exakten Sprache deines Kunden schreiben kannst, geht es an die Überschrift. Ich meine hier nicht die Überschrift, welche unter dem Bild steht, sondern die Überschrift im Primärtext.

Die Überschrift verkauft deinen Werbetext.

Der User entscheidet anhand deiner Überschrift, ob er den restlichen Text liest. Deshalb verbringen erfahrene Werbetexter mehr Zeit, eine gute Überschrift zu finden als den eigentlichen Verkaufstext zu schreiben.

Deine Überschrift muss zwei Kriterien erfüllen:

  • Sie soll kurz sein.
  • Sie muss Neugierde erzeugen.

Du hast auf Social Media nicht viel Zeit. Der User entscheidet anhand von Sekunden, ob er sich näher mit deinem Produkt beschäftigt. Mit einer kurzen Überschrift, welche Neugierde erzeugt, ziehst du deinen Kunden in den Werbetext.

Folgende Überschriften sind denkbar:

  • Beschreibung des Ziel-Zustandes, z.B.: Belastbarer durch den Alltag.
  • Problem als Frage formulieren, z.B.: Bist du oft gestresst?
  • USP beschreiben, z.B.: Der stylische Bio-Wein

Schreibe dir am besten mehrere Überschriften in den unterschiedlichsten Konstellationen auf. Die erste Überschrift, die dir einfällt, ist meist nicht die beste. Je mehr Überschriften du dir überlegst, desto wahrscheinlicher ist eine richtig gute dabei.

3. Welche Struktur verwendest du für deinen Werbetext?

Wenn die Überschrift steht, schreibst du dir im nächsten Schritt die Struktur deines Werbetextes auf. Welche Struktur du wählst, hängt von deinem Produkt ab. Ist dein Produkt ein Problem-Löser, empfehle ich dir die folgende Struktur:

  • Überschrift
  • Problem beschreiben
  • Lösung aufzeigen
  • Produkt als einzigartige Lösung präsentieren
  • Produktvorteile auflisten
  • Handlungsaufforderung

Falls du ein Lifestyle-Produkt, wie zum Beispiel Wein, Schmuck oder Ähnliches verkaufst, würde ich diese Struktur nutzen:

  • Überschrift
  • Emotionalen Zustand aufbauen
  • Produkt präsentieren
  • Produktvorteile auflisten
  • Handlungsaufforderung

Wenn du dir die Struktur vor dem eigentlichen Schreibprozess aufschreibst, fällt es dir später leichter, deinen Werbetext zu schreiben. Dann hast du auch keine Schreibblockaden.

4. Die Struktur formulieren

Die Struktur ist das Gerüst für deinen Werbetext. Dieses muss nur noch mit Leben gefüllt werden. Nutze dazu die Formulierungen aus deiner Zielgruppen-Recherche, um die exakte Sprache deines Kunden zu sprechen.

Werbetexte schreiben, ist wie Legospielen: Du setzt einen Baustein auf den nächsten. Wenn du zum Beispiel beim Block “Lösung aufzeigen” nicht weiterkommst (siehe Schritt 3), kannst du auch vorher die Produktvorteile auflisten. Dadurch verhinderst du eine Schreibblockade.

5. Schritt: Laut vorlesen

Sofern du die Schritte 1-4 umgesetzt hast, liegt ein fast fertiger Werbetext vor dir. Warum ein fast fertiger? Er ist ein erster Entwurf. Lass diesen Erstentwurf einen Tag ruhen und lies am nächsten Tag nochmal drüber.

Lies dir den Werbetext laut vor.

Dadurch fällt dir sofort auf, wenn sich eine Stelle unflüssig liest. Mache das solange, bis du einen flüssigen Werbetext vor dir liegen hast. Er ist erst fertig, wenn du dich beim lauten Vorlesen nicht mehr verhaspelst.

Ich habe das mit diesem Artikel genauso gemacht.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Hier ist ein Beispiel eines Werbetextes, den ich für einen Kunden geschrieben habe:

Belastbarer durch den Alltag.

Es ist kein Geheimnis: Unser Alltag wird immer schneller und lauter. Die ständige Reizüberflutung. Die durchgehende Erreichbarkeit.

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* Produktnamen unkenntlich gemacht

Wie gehst du beim Schreiben deiner Werbetexte vor?

Philipp Kammererhttps://philippkammerer.at
Philipp Kammerer ist E-Commerce Berater. Im „E-Commerce Advertising Podcast“ zeigt er Online-Shop Besitzern, wie sie ihr Umsatzplateau überwinden können.

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