F-Commerce 2015 – Kann es dieses Mal gelingen?

F-Commerce 2015 – Kann es dieses Mal gelingen?


F-Commerce ist eines dieser Buzzwords, die bereits so strapaziert sind, dass kaum noch jemand an den Erfolg glaubt. Seit es Facebook Pages (und Tab Apps) gibt, fragen sich Unternehmen, wie sie ihre Facebook-Auftritte sinnvoll monetarisieren können. Zumeist erfolglos. Auch wir haben uns seit 2011 mit diesem Thema hier im Blog befasst:

Jetzt also der nächste Anlauf. Facebook hat gegenüber Mashable bestätigt, dass in einem kleinen Test mit wenigen ausgewählten Anbietern und Nutzern ausprobiert wird, wie sich ein Shop in die Facebook Page integrieren lässt. Als hätte man nicht aus der Vergangenheit gelernt, versucht man es also noch ein weiteres Mal. Doch 2015 sind die Voraussetzungen etwas anders als in der Vergangenheit:

Anders als bei den ersten Versuchen in 2011 nimmt Facebook das ganze dieses Mal selbst in die Hand. Dies wird mindestens dazu führen, dass der optische Aufbau stark vereinheitlicht wird. Für den Händler mag das unangenehm sein, da es kaum Möglichkeiten gibt, sich von anderen Facebook Shops zu differenzieren, für den Nutzer aber schafft es eine neue Stufe des Vertrauens. Denn das hat sich seit 2012 grundlegend geändert: Durch die Beständigkeit im Design der Pages, Profile und des Newsstreams hat der Nutzer inzwischen ein größeres Vertrauen in das Netzwerk. Der normale Nutzer (sprich: Nicht Page-Admin) wird nur noch äußerst selten mit Bugs in der Facebook-Oberfläche oder einer der mobile Apps konfrontiert. Den Glauben in die Sicherheit (und den Datenschutz) konnte Facebook so deutlich steigern.

Bisherige Lösungen waren kaum beziehungsweise schwer für die mobile Nutzung ausgelegt. Selbst bei stärksten Optimierungen wurde der Nutzer am Smartphone doch immer noch aus der Facebook App heraus auf eine mobile Webseite umgelenkt. Viele Shoplösungen hätte man sich deshalb besser gespart und stattdessen besser (und für dasselbe Geld) eine ordentliche Anzeigenkampagne aufgesetzt. Doch unter der Führung von Facebook ist mobile keine Hürde mehr. Erste Screenshots zeigen explizit die Einbindung in die Facebook Page innerhalb der Facebook App.

Doch für einen Erfolg kommt es nicht nur auf die Akzeptanz beim Facebook-Nutzer und potenziellen Kunden an. Vielmehr muss die Lösung auch für den Shopbetreiber attraktiv sein. Und hier gibt es einige sehr große Hürden. Denn ein Onlineshop kann niemals ein abgeschlossenes System sein, sondern braucht Schnittstellen zur entsprechenden E-Commerce-Webseite, Warenwirtschaftssystemen, Abrechnungssystemen … . Hier wird Facebook sicher nur Austauschmöglichkeiten für eine kleine Anzahl etablierter Systeme bieten können. Ganz zu schweigen von weiteren Komplexitätsstufen, die hinzu kommen, wenn die Bezahlung zum Beispiel über Facebooks eigenes Payment-System läuft oder man die wirklich unterschiedlichsten rechtlichen Voraussetzungen für Onlineshops weltweit in Betracht zieht.

Technologiebedingt wird ein Shop auf Facebook noch einen weiteren sehr interessanten Aspekt bedienen. Ähnlich wie bei den vor kurzem eingeführten Instant Articles für Medienunternehmen wird eine Shopping-Plattform innerhalb einer Facebook Page unglaublich schnell sein. Die nötigen Daten (Produktbilder, Beschreibungen etc.) liegen auf Facebooks Servern und können bereits vorgeladen werden, also noch bevor der Nutzer sich überhaupt entschließt, einen Artikel näher anzuschauen. Komplexe Shop-Webseiten und deren Designs bleiben komplett außen vor, es entsteht also ein Instant Shopping. Ein nicht zu verachtender Aspekt, errechnete doch Amazon bereits, dass eine Extrasekunde in der Ladezeit schnell zu Umsatzausfällen in Milliardenhöhe führen kann.

Wir denken, dass die Vorraussetzungen dieses Mal passen. Entscheidend wird nur sein, ob Facebook die Lösung entsprechend skalieren kann. Denn für Facebook kann sich nur eine Lösung rechnen, die am Ende als “Selfservice Tool” angeboten wird und (nahezu) keine Interaktion mit einem Facebook-Mitarbeiter erfordert. Sollte das gelingen, dürfen wir vielleicht Mitte 2016 damit rechnen, dass diese Funktion einem breiteren Kundenkreis über den entsprechenden Facebook Account Manager zur Verfügung steht.

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Veröffentlichung 16. Juli 2015

Es gibt 1 Kommentar

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  1. 1
    E-Commerce Agentur Browserwerk | Christoph

    Hi,
    da bin ich persönlich mal sehr gespannt, ob Facebook es jetzt letztendlich schafft im E-Commerce Fuss zu fassen. Die bislang schwierige Unterstützung von mobilen Geräten ging bislang sehr deutlich an dem Suf-Verhalten der eigenenn Nutzer vorbei. Da das reponsive Web Design bereits länger im Bewusstsein der Kunden angekommen ist und diese die entsprechenden Shops entsprechend modernisiert haben ist die Frage, inwieweit Facebook noch attraktiv sein kann im E-Commerce und das Kaufverhalten beeinflussen kann.

    Ich bin sehr gespannt und neugierig, wann diese Features dann für alle kommen und wann die ersten Statisiken dann von euch bereitgestellt werden ;)

    Viele Grüße

    Christoph

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