Instagram öffnet API für alle und erlaubt damit das Planen von Posts

Es sind sehr überraschende News, die Instagram am gestrigen Abend verkündete. In Zukunft wird es Entwicklern unter anderem möglich sein, Instagram Posts über externe Apps in das System einzuspielen. Die Meldung liest sich wie folgt:

We’ve heard from businesses that they don’t publish content to Instagram spontaneously, but rather plan their posts ahead of time to best connect with their audiences. Some businesses also plan their posts across distributed teams with complex approval processes. With the Content Publishing API, businesses can now more easily plan campaigns and build internal processes around publishing content using the platform of their choice.

Die Funktion selbst ist dabei nicht neu, es gibt diese Programmierschnittstelle bereits seit 2018. Neu ist, dass sie nun allen Toolanbietern und Unternehmen zur Verfügung steht. Zuvor war der Zugriff auf einige Dutzend größere Softwareanbieter beschränkt.

Diese Ausnahmestellung ist nun vorbei und Instagram löst sich endlich vom „mobile only“-Paradigma, welches viele Unternehmen und Marken in der Vergangenheit vor große Herausforderungen gestellt hat.

Gerade wenn Bilder nicht am Handy erstellt wurden, kam es zu Problemen. Neben den üblichen Abstimmungen und Korrekturschleifen mussten die Bilder am Ende auf dem Handy landen, welches mit den richtigen Instagram Nutzerdaten (und Zwei Faktor Authentifizierung) verknüpft war.

Als weitere Hürde konnten Posts bisher mobil nicht eingeplant werden. Der zuständige Redakteur musste diese stets „on time“ in der App selbst veröffentlichen. Also je nach Markt und Zielgruppe auch mal nachts oder am Wochenende. Ziemlich nervig.

Okay, to be fair: Instagram hat mit dem Creator Studio eine eigene Lösung vorgestellt, welche das einplanen auch am Rechner erlaubt. Aber damit brauchte es trotzdem weiterhin eine extra Plattform.

Die Instagram Graph API und Hürden

Das alles soll mit der neuen Instagram Graph API nun also der Vergangenheit angehören.

Allerdings gibt es auch mit der neuen Schnittstelle einige Hürden und vor allem fehlende Funktionen:

  • Nur Instagram Business Accounts können mit der API verwaltet werden. Creator- und private Profile sind außen vor.
  • Es können innerhalb von 24 Stunden „nur“ 25 Posts über die API veröffentlicht werden. Weitere Posts sind aber über App und Creator Studio möglich
  • Instagram Filter werden nicht unterstützt
  • Multi-Image Posts werden nicht unterstützt
  • Es können nur JPG Posts veröffentlicht werden. PNG und ähnliches bleiben außen vor. Damit sind auch Videos nicht möglich.
  • Stories, IGTV und Reels können nicht veröffentlicht werden
  • Branded Content Tags und Shopping Tags werden nicht unterstützt.

Damit sind die Funktionen für den Anfang schon sehr stark beschnitten. Aber wir wollen nicht klagen, schließlich kann Instagram die API ja jederzeit erweitern. Wer sich mit den technischen Details der API beschäftigen möchte, kann bereits jetzt einen Blick in die API Dokumentation werfen.

360 Grad Instagram

Mit der Instagram Graph API schließt Facebook einen weiteren Punkt in der 360 Grad Vermarktung. Ab sofort können die drei Komponenten Publishing, Community Management und Anzeigen komplett ohne ein mobiles Endgerät genutzt werden. Das wird gerade in Agenturen die Arbeitsabläufe noch einmal beschleunigen.

Jens Wiesehttp://www.jens-wiese.net
Jens berät als Freelancer internationale Unternehmen in Social Media Fragen, entwickelt neue Applikationen, organisiert Workshops und entwirft individuell passende Strategien. Zudem betreibt er unter https://papierloswerden.de eine Plattform für Menschen, die den Schritt in eine rein digitale Zukunft gehen möchten.

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7 Kommentare

  1. die Charme von Insta geht dann schon verloren, dies forderte schon die Kreativität der User. Hoffe es wird jetzt nicht wie die Mutti…

  2. Konnte man nicht Videos bereits mit einigen Plattformen zuvor planen und automatisch posten? Also wäre das ein Rückschritt. Ist bei den Facebook-Plattformen (zu denen auch IG gehört) allerdings nichts Neues, dem Kunden das Leben schwerer zu machen.

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