Das Problem: Facebook und die Klarnamenpflicht

Das Problem: Facebook und die Klarnamenpflicht


Update: Das VG Hamburg hat in einer Entscheidung die aktuelle Vorgehensweise von Facebook bestätigt.

“Jo Hannes”, “Dagobert Duck”, “ElVis”. Wir kennen Sie alle – die Nutzer, die auf Facebook nicht mit ihrem echtem Namen aktiv sind, sondern lieber ein Pseudonym nutzen. Vielleicht gehörst ja auch Du dazu? Das Problem: Facebook schreibt in den eigenen Nutzungsbedingungen vor, dass die Plattform nur unter dem echten Namen genutzt werden darf. 

Wir haben ein paar Gründe zusammengestellt, warum es auf Facebook sinnvoll ist, mit seinem echten Namen aufzutreten:

  • Mit dem echten Namen findet man seine Freunde schneller
  • Andere Nutzer erkennen einfacher, wer da gerade eine Freundschaftsanfrage schickt
  • Mit dem echten Namen kommuniziert es sich leichter, da das Gegenüber nicht bei jeder neuen Nachricht überlegen muss, wie seine Bekannten denn gerade auf Facebook heißen
  • Echte Namen und echte Personen sind eines der fundamentalen Sicherheitsmechnismen von Facebook. Nur dank des strikten Vorgehens gibt es vergleichsweise wenig SPAM und SCAM auf Facebook
  • Wenn eure Freunde ihr Passwort mal vergessen, können Sie durch die Identifizierung von Freunden ein neues Passwort erhalten. Mit Freunden, die einen Fakenamen nutzen, wird das schwieriger
  • Spätestens, wenn man innerhalb von Facebook-Spielen etwas kaufen möchte oder jemandem ein Facebook Gift schenken will, braucht man seinen echten Namen
  • Wer eine Seite auf Facebook betreut, sollte auf den echten Namen und echte Freunde setzen. Accounts mit falschen Namen werden häufig gesperrt, damit ist dann auch der Zugang zur Seite und zu den Kampagnen weg
  • Man kann seinen Namen nicht beliebig oft wechseln, wer seinen Namen später mal nicht so gut findet, bekommt spätestens dann ein Problem.

Die Gründe für einen falschen Namen auf Facebook sind sicher vielfältig. Das ist uns bewusst. Angefangen bei der Angst vor einem Identitätsdiebstahl bis hin zur Resignation und zum Misstrauen im Bezug auf Facebooks Privatsphäreeinstellungen. Und, auch das wollen wir nicht vergessen: Das Telemediengesetz §13 Abs. 6 schreibt in Deutschland vor, dass Dienste anonym nutzbar sein müssen. Eine entsprechende Klage durch Thilo Weichert wurde aber im Februar dieses Jahres abgewiesen. Unser Posteingang verrät aber, dass ein falscher Name auf Facebook häufig mit Problemen verbunden ist.

Doch wie bemerkt Facebook, dass ich nicht meinen echten Namen verwende? Dazu gibt es mehrere Wege:

So hat Facebook zum Beispiel im Sommer des vergangenen Jahres bei Zweifeln an der Identität eines Nutzer bei dessen Freunden eine entsprechende Dialogbox eingeblendet. Dort konnten diese bestätigen, dass es sich wirklich um diese Person handelt. Ein Test der bei den Nutzern nicht besonders gut ankam.

Zum anderen kann über eine Liste möglicher Fakenamen schnell ein Abgleich durchgeführt werden. Damit fliegt dann zum Beispiel ein “Dagobert Duck” auf.

Facebooks Maßnahmen, wenn ein Nutzer nicht mit seinem wahren Namen aktiv ist, haben zwar keinerlei rechtliche Relevanz, sind aber trotzdem für viele schmerzhaft:

  • Im einfachsten Falle “zwingt” Facebook einen Nutzer zur Namensänderung beim nächsten Login. Erst mit dem richtigen Namen geht es weiter.
  • Die nächste Stufe lautet dann: “Ausweiskopie einsenden” und auf diesem Wege belegen, dass man wirklich “Jo Hannes” oder ähnlich heißt
  • Damit verbunden ist dann auch die komplette Sperrung des Accounts, so lange, bis die richtige Identität nachgewiesen wurde.

Bei diesem Vorgehen muss man als Nutzer aber mit zwei Problemen rechnen. So verbietet das Personalausweisgesetz das Kopieren oder Scannen eines Personalausweises. Hier macht man sich also strafbar. Doch selbst, wenn man sich darüber hinweg setzt, bedeutet dies noch nicht, dass Facebook die Identifikation mit den Daten kurzfristig angeht. Auch hier haben sich viele Nutzer bei uns gemeldet, die einfach nicht weiter kommen. Hier musste der Betroffene sich dann einen neuen Nutzeraccount zulegen. Doch auch das ist nach Facebooks Richtlinien nicht erlaubt.

Ihr seht also, die Klarnamen-Problematik bei Facebook ist ein schwieriges Thema, das ihr am besten dadurch umgehen könnt, dass ihr direkt mit dem richtigen Namen aktiv werdet. Wer das nicht möchte, muss die Nachteile akzeptieren, wir können eure Accounts auf jeden Fall nicht wieder entsperren…

Image Credits: markusspiske @ photocase.com

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Veröffentlichung 16. Juli 2013

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