Facebook Places – Quo Vadis? –  Teil 1

Facebook Places – Quo Vadis? – Teil 1


– Gastbeitrag von Sebastian Schneider –

Vor etwas mehr als 10 Monaten (am 18. August 2010) hat Facebook das neue Feature „Facebook Places“ in Deutschland veröffentlicht. Mit Hilfe eines Handys (Beispielsweise iPhone, Blackberry oder über touch.facebook.com) kann ein Facebook-Nutzer seinen Freunden den aktuellen Standort mitteilen. Darauf aufbauend wurde am 31. Januar 2011 ein bisher kaum genutztes Feature veröffentlicht, die Facebook Deals. Facebook Deals zielen ähnlich wie Groupon auf das lokale Marketing (86% der Werbeeinnahmen von Facebook stammen von lokalen Unternehmen). Hiermit ist es Geschäften möglich, ihren Kunden „Deals“, als Gegenleistung für einen CheckIn, anzubieten. Zurzeit gibt es 4 verschieden Deal-Typen:

  • Individual Deals (eine Person, ein Deal)
  • Loyalty Deals (z.B. 10 CheckIns, ein Deal)
  • Friend Deals (mit 4 Freunden einchecken, ein Deal)
  • Charity Deals (ein CheckIn, eine Spende).

Die Facebook Deals sind derzeit nur in direkter Zusammenarbeit mit Facebook möglich.

In Teil 1 unserer 3 teiligen Studie untersuchen wir uns zunächst –Wo- die User einchecken.

Für unsere Studie werteten wir  1.687.316 CheckIns und 600 Places/Seiten aus. Durch die Auswertung ergibt sich folgende Kategorisierung: Flughafen/Bahnhof, Bar/Club/Essen, Shopping, Städte/Sehenswürdigkeiten, Sonstiges, Stadien, Schulen, McFit, Kinos. Hier eine Grafik die, die Verteilung der CheckIns auf die einzelnen Kategorien zeigt.

Auswertung der Facebook Check-Ins in Deutschland nach verschiedenen Kategorien

Auf Platz 1 und wenig überraschend sind Flughäfen und Bahnhöfe – dies ist mit Sicherheit keine neue Erkenntnis: Wer will Freunden und Familie nicht gerne auf die Nase binden, dass man gerade verreist? Auf Platz 2 und 3 sind Bars/Clubs/Essen und Shopping, diese bringen mit Sicherheit das meiste Potenzial für die Verwendung von Facebook Deals mit sich.  Auf Platz 4 und 5 sind Städte/Sehenswürdigkeiten und Sonstiges. Hinter Sonstiges sind oft Freizeitparks, Messen und Parkanlagen zu finden. Interessant auf Platz 6 sind Stadien(Fußball) und auf Platz 7 Universitäten /Schulen. Eine große Überraschung war bei der Auswertung die Fitnessstudiokette McFit, die mit so vielen Places und vor allem CheckIns alle anderen Ketten (McDonalds, Subway usw.) schlägt und damit eine eigene Kategorie wird. Nach dem Ergebnis unserer Recherche hat McFit in dem Segment „Check In“ noch keine Promotion betrieben. Daraus lässt sich schließen, dass die Nutzer aus eigener Motivation heraus in den jeweiligen Studios eingecheckt haben. Letztlich sind Kinos sehr beliebte CheckIn-Plätze (evtl. seit der Abschaltung von kino.to? :-).
Überraschend ist, dass es keine Kategorie „Arbeitgeber“ gibt, die wir  im Vorfeld zu dieser Studie als eine nicht zu missachtende Größe erwartet haben.. Überhaupt tauchen nur Audi und VW in den 600 untersuchten Places auf.
Auffallend waren viele CheckIns in Krankenhäusern – an die Betreffenden an dieser Stelle „gute Besserung“!

Wir schätzen die Gesamtzahl der CheckIns in Deutschland zurzeit auf rund 2 Millionen. Die Nutzung steigt exponentiell, zurzeit sind es ca. 40.000 pro Tag. Bei Durchschnittlich 130 Freunden pro User werden also rund 5.200.000 Freunde täglich erreicht!

In Teil 2 decken wir das verschenkte Potenzial in den Facebook Places auf.

In Teil 3 zeigen wir Best Practice Beispiele aus jeder Kategorie.

Über den Autor:

Sebastian Schneider hat an der Universität Koblenz Informations-Management studiert. Bei der Agentur  247GRAD ist er für die Themen Online Marketing und Controlling verantwortlich. Als neuer, innovativer Typ Branding-Agentur entwickelt 247GRAD Online-Strategien und –Konzepte, die den Weg zwischen Marken und Menschen verkürzen. Die Agentur zählt zu den Vorreitern im Bereich der Facebook-App-Entwicklung.

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Es gibt 2 Kommentare

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  1. 1
    Lisa

    Ich denke, dass ein wichtiger Faktor die Wartezeit ist. Wer am Bahnhof sitzt und auf den Zug wartet, wer im Restaurant auf das Essen wartet, der checkt eher ein (weil er mit seinem Smartphone herum spielt) als jemand, der ins Fitnessstudio geht. Denn im Fitnessstudio kommt man, zieht sich um, macht Sport, geht Duschen und haut wieder ab. Kaum Gelegenheit mit dem Handy zu spielen…

  2. 2
    Nils Kersten

    Liebes Allfacebook-Team,
    vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich bin selbst sehr überrascht, dass McFit eine eigene Kategorie ist. Zur Bestätigung eurer Recherchen: Wir haben bisher keine Promotion im Segment “Check In” betrieben. Unsere Mitglieder checken von sich aus ein. Das liegt wohl vor allem daran, dass unsere Mitglieder im Altersdurchschnitt diejenigen sind, die auch am aktivsten im Internet sind. Dass McFit Ketten wie McDonalds & Subway hinter sich lässt, wundert mich weniger. Ich würde meine “Freunde” auch eher wissen lassen, dass ich sportlich bin, als meine Essgewohnheiten in Fast Food Restaurant zu offenbaren. ;)

    Nils Kersten / McFit GmbH (Junior Manager Social Media)

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