Anleitung: Facebook 3D Fotos aus normalen Fotos erstellen


Die interaktiven 3D Fotos gibt es seit November 2018 im Facebook Newsfeed. Wir haben damals einen umfangreichen Artikel über die Funktion verfasst, ein Tutorial, und über die Einschränkungen berichtet und euch auch Tipps gegeben.

Was wir euch heute zeigen wollen: wie man aus jedem normalen Foto auch nachträglich noch ein 3D Foto erstellen kann, welches ihr dann auf euren privaten Profilen oder auch Facebook Seiten posten könnt.

Was braucht ihr? Ein geeignetes Foto, die passende App/Tool und wenn ihr euch mehr Mühe geben wollt, eine Bildbearbeitungssoftware eurer Wahl (inkl. den Skills diese zu bedienen).

Am Desktop Rechner: Fotoauswahl und -bearbeitung

Wenn ihr ein 3D Foto auf eurem Smartphone aufnehmt, wird dafür automatisch ein Tiefenprofil erstellt. Aus genau diesem kann Facebook dann den Effekt im Newsfeed erstellen. Das sieht technisch etwa so aus:

Damit wir den Effekt mit jedem Foto nutzen können, müssen wir so etwas manuell erstellen. Das braucht jetzt leider ein bisschen Zeit.

Was wie genau machen müssen:

  • Foto auswählen
  • Das Foto in einzelne Ebene zerteilen für Elemente, die weiter vorne oder weiter hinten im Bild sind
  • Am Ende solltet ihr mehrere unterschiedliche Ebenen haben, je mehr desto besser der Effekt auf Facebook
  • Pragmatismus gewinnt hier leider nicht immer. Ihr müsst schauen, dass ihr wirklich alle Elemente des Bildes auf einer Ebene habt, also alles was im Vordergrund ist zumindest. Sonst erhaltet ihr ein „Loch“ im 3D-Effekt
  • Diesen einzelnen Ebenen gebt ihr dann Grautöne. Das Prinzip ist hier recht einfach: je näher das Element, desto dunkler, je weiter weg, desto heller. Je größer der Kontrast, desto größer der Abstand
  • Am Ende speichert ihr von diesem in Grautöne umgewandelten Foto ein Bild und übertragt es zusammen mit dem Original auf euer Smartphone

Ein Beispiel für euch. Ich hab mir ein Foto von Sascha Lobo, unseres Fotografen (Ulf Büschleb) der letzten AllFacebook Konferenz, genommen. Das Original, mit zusätzlichem Text, sieht so aus:

Daraus verschiedene Ebenen gebaut, diese in Graustufen eingefärbt und gespeichert. Sieht dann so aus:

Dann fehlt noch der letzte Schritt.

Wir haben dafür die App Depth Cam für iOS gefunden. Kostet aktuell 4,49€. Eine Android Alternative haben wir noch nicht. Alternativ geht es aber auch kostenlos in dieser Desktop Version: https://www.omnivirt.com/3d-photo/

(Falls ihr App-Alternativen kennt, schreib gerne einen Kommentar! Wir haben da keine Kooperationen und verdienen nichts daran.)

Sie sieht es in der App aus:

Ihr öffnet die App. Öffnet das Original und ihr werdet direkt gefragt, ob ihr eine Depth Map erstellen oder importieren wollt. Nach dem Import müsst ihr das ganze nur noch als Facebook 3D Foto exportieren.

Und so in der Desktop App:


Es gibt hier auch eine Funktion zum automatischen Erstellen einer Tiefenkarte. Funktioniert bei uns aber eher nicht so gut.

Achtung: In der Desktop App ist die Tiefenkarte genau umgekehrt. Weiß ist im Vordergrund und Schwarz im Hintergrund.

Bearbeitung in der „Depth Cam“ App

Wie oben schon beschrieben, haben wir am Handy die App Depth Cam für iOS gefunden. Auch hier könnt ihr ohne Bildbearbeitungskenntnisse ein 3D Foto erstellen.

Ihr öffnet dazu einfach das gewünschte Foto und markiert den Bereich der im Fokus liegen soll. Die App erkennt Umrisse automatisch, deshalb dauert es nicht wirklich lange. Für die Details solltet ihr einmal ins Foto zoomen und zum Beispiel mit dem Radiergummi arbeiten.

Auch hier müsst ihr dann nur das Foto als Facebook 3D Foto speichern und fertig.

3D Foto bei Facebook hochladen, sowie Tipps und Probleme.

Wir gehen mal davon aus, dass ihr diesen Artikel über 3D Fotos bei Facebook hier schon gelesen habt. Dann erübrigen sich vermutlich ein paar der Fragen schon selbst:

  • Upload ohne Smartphone? Aktuell: Nein. Siehe.
  • Upload mit nicht unterstütztem Smartphone? Aktuell: Nein. Siehe.
  • Instagram? Nein. Siehe.

Einige von euch werden jetzt denken: Menno, aber?!?! – ja, wir würden es auch gerne ändern, aber es ist so wie es ist.

Ansonsten ist der Upload aber wirklich sehr einfach:

  • Facebook App öffnen (Achtung: Seitenmanager kann leider noch keine 3D Fotos)
  • Profil oder Seite öffnen
  • Bild auswählen und posten

Was uns in unseren Tests aufgefallen ist:

  • Keine Überlagerungen: unsere Ergebnisse waren vor allem dann schlecht, wenn das „primäre“ Objekt des Motivs nicht auch gleichzeitig das vorderste Elemente war
  • Nur bei wenigen Motiven sieht der Effekt wirklich gut aus. Manchmal gibt man sich total Mühe, aber es sieht doch irgendwie einfach Sch*** aus
  • Eine Auswahl ohne Verlauf, also mit harten Kanten, sieht meist besser aus. Das heißt unscharfe Objektive im Vordergrund sind sehr schwierig
  • Text im Bild funktioniert auch. Aber man braucht dann schon mehr Photoshop Skills und vor allem auch Geduld als wir
  • Die App speichert Quer- oder Hochformat. Quadratisch geht irgendwie nicht. Zumindest bei Material vom PC

Schreibt uns doch euer Feedback wenn ihr es ausprobiert habt. Allgemeine Fragen zum Thema 3D Fotos auf Facebook aber lieber hier.

2 Comments

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  1. 1
    Christian Male

    „Unscharfe Objektive im Vordergrund“ sollte eher „Objektivunschärfen“ oder „unscharfe Motive“ heißen? Davon abgesehen: Danke, sofort ausprobiert.

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