Spenden für das eigene Unternehmen sammeln mit der Fundraiser-Funktion

Spenden auf Facebook sammeln. Das ist zuerst einmal nichts ungewöhnliches. Wir sehen die Funktion als Nutzer regelmäßig im Kontext von Geburtstagen oder besonderen Anlässen, wenn für einen guten Zweck (zumeist eine Non-Profit Organisation) Geld gesammelt und gespendet wird.

Aber nur wenige wissen, dass man auch für eigene (private) Zwecke, beziehungsweise für die Zwecke des eigenen Unternehmens, Geld sammeln kann.

Natürlich reden wir bei Unternehmen weniger von Konzernen, sondern mehr von den Kleinunternehmern: Bäckern, Floristen, Friseuren, …

Diese können ja sowohl durch Unfälle als auch durch Krisen in finanzielle Probleme geraten, in denen schnelle Hilfe nötig ist.

Nehmen wir als Beispiel den Eisladen, dessen Kühltheke altersbedingt den Geist aufgegeben hat und der nun zügig Geld für ein neues Gerät braucht, da sein Betrieb ohne Kühltheke nicht funktioniert.

Vorab eine Einschränkung: Tatsächlich erstellt man als Nutzer die Spendenaktion im Namen des privaten Profils. Diese kann anschließend aber zum Beispiel von der Seite des Unternehmens geteilt werden.

Die Spendenfunktion ist derzeit in Deutschland und Österreich verfügbar. Nicht aber in der Schweiz.

Wie lege ich eine Spendenaktion bei Facebook an?

Wir führen euch hier einmal kurz durch den Prozess der Erstellung:

Als erstes müsst ihr in den Fundraiser Bereich auf Facebook wechseln.

Anschließend startet ihr mit einem Klick auf den grünen „Spenden sammeln“ Button den Assistenten der euch bei der Einrichtung helft.

Dort müsst ihr zuerst auswählen, wofür ihr Geld sammeln wollt. Wir nehmen in unserem Beispiel „Persönliches Anliegen“.

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Dann können wir als Kategorie „Unternehmen“ wählen und die entsprechenden Felder für den Spendenbetrag und das Enddatum ausfüllen:

Als nächstes geht es darum die Geschichte zur Spendenaktion zu erzählen. Was ist passiert? Wozu wird das Geld benötigt? Was hat der Spender davon?

Im letzten Schritt fügt ihr noch ein Bild hinzu (oder wählt ein von Facebook vorgeschlagenes) und akzeptiert mit dem Klick auf „Erstellen“ die Facebook Nutzungsbedingungen für Spenden sowie die Nutzungsbedingungen von Stripe.

Nach der Erstellung der Spendenaktion

Nach der Erstellung erhält deine Spendenaktion eine eigene Landingpage, die alle wichtigen Informationen zusammen fasst:

  • Wie viele Menschen haben gespendet?
  • Welcher Betrag ist schon zusammen gekommen
  • Wie ist der Status der Spendenaktion (in Überprüfung, laufend, abgeschlossen)

Auf dieser Seite kannst du deine Sammlung auch noch einmal bearbeiten. Du kannst Freunde dazu einladen oder du kannst sie auch ganz einfach wieder löschen.

Damit mit dieser Funktion nicht zu viel Unfug getrieben wird, müssen alle Spendenkampagnen durch Facebook frei gegeben werden. Da die Prüfung nicht automatisiert erfolgt, kann es derzeit (COVID-19 bedingt) zu Verzögerungen bei der Freigabe kommen.

Wichtig in der Konzeption ist unserer Meinung nach, dass der Ersteller der Spendenaktion sehr transparent kommuniziert, wofür dieses Geld benötigt wird und was damit passiert. Am besten sollte auch beschrieben werden, warum der Weg der Spendenaktion gewählt wurde und nicht zum Beispiel der Gang zur Hausbank.

Wie kommt das Geld zu mir?

Um Geld annehmen zu können müsst ihr einen Stripe-Account aufsetzen und diesen bei Facebook hinterlegen. Auch dabei hilft euch Facebook, nachdem ihr die Spendensammlung online gestellt habt. Bei Stripe könnt ihr eure Bank-Kontodaten einrichten. Verknüpft ihr keinen Stripe-Account, wird das Geld von Facebook nach 90 Tagen wieder an den Spender zurück überwiesen.

Und auch die frühzeitige Löschung der Spendenaktion führt zu einer Rücküberweisung aller Spenden, die noch nicht an euren Stripe-Account übertragen wurden.

Die Auszahlung der Spenden an Stripe erfolgt 6 Tage nach dem Eingang der entsprechenden Spende. Es kann danach noch einmal dauern bis das Geld auch auf eurem Bankkonto ankommt.

Von den Spenden der Facebook Nutzer behält sich Facebook zusammen mit dem Zahlungsdienstleister einen kleinen Anteil ein. Ganz konkret geht es um 30 Cent je Spende sowie 1,49 % des Spendenbeitrags. Wenn ihr also mit Spenden im niedrigen Eurobereich rechnet, kann das noch einmal einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Auszahlung haben.

Zu beachten ist noch: Natürlich dürft ihr über den Betrag keine Spendenquittung ausstellen. Es sei denn ihr seid eine gemeinnützige Vereinigung.

Und auch das Thema „Steuern“ solltet ihr mit eurem Finanzbeamten oder Steuerberater abklären.

Und Instagram?

Tatsächlich arbeitet Facebook derzeit daran, diese Funktion auch auf Instagram zur Verfügung zu stellen. Erste Tests (außerhalb Deutschland) laufen bereits. Wenn diese erfolgreich sind werden wir den Spenden Button für eigene Anliegen vielleicht schon bald auch bei uns sehen.

Fazit

Natürlich hoffen wir, dass ihr niemals in eine Notlage geratet, in der ihr auf die Sammlung von Spenden angewiesen seid. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass Facebook auch hier ein entsprechendes Tool bereit hält.

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Jens Wiesehttp://www.jens-wiese.net
Jens berät als Freelancer internationale Unternehmen in Social Media Fragen, entwickelt neue Applikationen, organisiert Workshops und entwirft individuell passende Strategien. Zudem betreibt er unter https://papierloswerden.de eine Plattform für Menschen, die den Schritt in eine rein digitale Zukunft gehen möchten.

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