Nutzer als Klickvieh: Facebook-Ads, die einen für dumm verkaufen

– Gastbeitrag von Patrick Schneider – 

Wenn ich mir die Werbung so anschaue, die ich bei Facebook ausgeliefert bekomme, zweifle ich manchmal am Facebook Targeting. Noch mehr aber zweifle ich zuweilen an den Werbetreibenden, die – ob nun wissentlich oder nicht – Mechanismen von Facebook schamlos ausnutzen und Nutzer dabei für dumm verkaufen. Dieses Beispiel hier hat Jens mir kürzlich geschickt:

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Mal ganz abgesehen von der Seriosität des Inhalts, die ich weder beurteilen kann noch will: Der Aufruf zum Teilen mag noch legitim sein, aber der Hinweis, dass man mit einem Kommentar weitere Benachrichtigungen deaktivieren kann… noch plumper kann man kaum für Interaktion sorgen. Aber die 625 Interaktionen scheinen dem Werbenden Recht zu geben.

Ein anderer Fall, aber ähnlich gelagert: Der Radiosender Bayern 3 „fischt“ mit dieser Werbeanzeige Likes ab, indem dem User suggeriert wird, dass sein „Gefällt mir“ auf die beschriebene Tatsache einzahlt. Stattdessen wird hier die Reichweite der Fanpage durch die Likes vergrößert. Angesichts der Thematik kann man zumindest noch davon ausgehen, dass jene, die hier „gefällt mir „drücken, musikalisch in etwa zu Bayern 3 (der Popwelle des Bayerischen Rundfunks) passen.

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Trotzdem: Wer so agiert, begegnet seinem Nutzer nicht auf Augenhöhe, sondern macht ihn auf noch einfachere Weise, als mit einem „iPad-Gewinnspiel“, zu Klickvieh zur Reichweitengewinnung.

In diesem Zusammenhang lohnt auch ein Blick auf die Facebook-Werberichtlinien, die u. a. besagen, dass „Werbeanzeigen keine falschen, irreführenden, betrügerischen oder täuschenden Behauptungen oder Inhalte enthalten“ dürfen. Aber wie üblich bleibt ein großer Interpretationsspielraum und das Melden der Anzeigen zeigt oft keine Wirkung.

Welche Erfahrungen habt ihr mit „irreführender“ Facebookwerbung gemacht? Heiligt der Zweck hier die Mittel?
(Gerne einfach die Screenshots hier in den Kommentaren posten)

Patrick Schneiderhttp://www.patrickschneider.net
Patrick arbeitet als Social Collaboration Manager bei DEKRA in Stuttgart. Zuvor war als Consultant, Redakteur und Social Media Manager in Rundfunk und IT tätig. Zudem hält er regelmäßig Vorträge und Workshops zur Digitalisierung von Arbeit und Kommunikation. Privat bloggt er auf patrickschneider.net

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