Facebook testet Newsfeedveränderungen für ein sicheres Werbeumfeld

In einem aktuellen Blog-Post kündigt Facebook erstmals einen Test an, der den Newsfeed zu Gunsten der Werbetreibenden verändern würde.

Facebook schreibt dazu:

We are planning to test a solution that will allow an advertiser to select a topic, like Crime and Tragedy. That selection would help define how we’ll show the ad on Facebook, including News Feed. For example, a children’s toy company may want to avoid content related to a new crime show, so they could select the “Crime and Tragedy” topic.

Konkret bedeutet das: Facebook wird den Newsfeed so umbauen oder aufräumen, dass einige Werbetreibende ihre Anzeigen stets in einem sicheren Umfeld sehen können. Also nicht in direkter optischer Nähe zu Inhalten, deren Assoziation für die Marke schädlich sein könnten.

Das wäre unserer Meinung nach einer der größten durch Budgets getriebenen Eingriffe in den Newsfeed, seit Facebook mit der Auslieferung von Anzeigen im Newsfeed begonnen hat.

Blick in die Zukunft

Denn zu Ende gedacht könnte Facebook den Newsfeed so umbauen, dass er nur noch aus Feel-Good Inhalten besteht, zwischen denen Werbung ihre beste Wirkung entfalten kann.

Klar, für uns als Vermarkter ist das eine tolle Idee und Neuerung. Aber der gefühlten Neutralität des Newsfeeds, in dem auch einmal unbequeme und kontroverse Meinungen vorkommen können, wird das sicher schaden und der Vorwurf der Social-Media-Bubble wird sich verstärken. Einer Blase, in der wir nur das zu sehen bekommen, was uns nicht verstören oder negativ berühren kann.

So weit ist es aber zum Glück noch nicht. Zuerst einmal geht es hier jetzt um einen Test. Und dieser wird auch nicht in wenigen Wochen abgeschlossen sein, sondern Facebook rechnet damit, dass dieser den größten Teil des Jahres dauern wird.

Teilnehmen kann erst einmal eine ausgewählte Gruppe Werbetreibender. Ob auch deutsche Unternehmen dazugehören geht aus der aktuellen Meldung erst einmal nicht hervor.

Für Video-Ads gibt es die Funktion schon lange

Die Idee ein sicheres Werbeumfeld zu schaffen ist indes nicht neu. Die meisten Werbenetzwerke bieten eine solche Funktion an. Und auch Facebook hat diese „Brand Safety“ Maßnahmen bereits seit langem im Einsatz.

Im Business Manager lassen sich unter dem Punkt „Brand Safety“ Themenausschlüsse definieren. Hier können zum Beispiel „News“, politische oder religiöse Themen für „In-Stream Video-Ads“ ausgeschlossen werden.

Eine Video-Anzeige wird dann also nicht innerhalb eines Videos zu diesen Themenbereichen angezeigt.

Wie ist deine Meinung dazu? Sollte Facebook den Newsfeed zu Gunsten der Werbeindustrie „umbiegen“?

Jens Wiesehttps://tourismusmarketing-digital.de/
Jens hat Allfacebook.de mitgegründet und war dort 12 Jahre lang als Chefredakteur tätig. Jetzt berät er als Freelancer internationale (Tourismus-)Unternehmen in Digitalmarketing-Fragen, organisiert Workshops und entwirft individuell passende Strategien.

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