Fünf Facebook Marketing Mythen – Mythos 1

Image Credits: morgenroethe / photocase.com
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Diese Woche soll es jeden Tag einen Facebook Marketing Mythos geben, den wir hier entzaubern wollen. Damit wollen wir nicht nur einige Vermarkter auf den Boden der Tatsachen zurück holen, sondern auch Marketing- und Agenturmitarbeitern eine kleine Argumentationshilfe an die Hand geben.

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie. Alle bisher veröffentlichten Artikel finden sich hier.

Mythos 1: Facebook Marketing steigert meinen Abverkauf und bietet einen klar messbaren ROI

Es ist ein schreckliches Déjà-Vu dass sich immer und immer wieder in Workshops mit unseren Kunden wiederholt:

Agentur: Wie sieht denn die Social Media Strategie aus? Was sind ihre Ziele?
Kunde: Wir wollen mindestens 1000 Fans haben und mehr Produkte verkaufen.

Leider ist es dann so, dass die Agentur den Wunsch des Kunden als Befehl nimmt und ihm das blaue vom Himmel verspricht: 

Agentur: Ein Fan ist (hier beliebige zwei bis dreistellige Zahl einsetzen) Euro wert und kauft im Gegensatz zu einem Nicht-Fan mehr Waren im Wert von (weitere zwei bis dreistellige Zahl) Euro.

Alles Unfug! Ein Fan bekommt erst dann einen Wert, wenn ich mit ihm umzugehen weiss. Und dann liegt der Wert meistens nicht im Konsum des Fans sondern in anderen oft auch nicht messbaren Dimensionen. Sei es als zukünftiger Arbeitnehmer, als Aktionär oder einfach nur als Multiplikator der Werbekampagne und -aussage.

Bisher haben wir auf Facebook erst eine Kampagne gesehen, die wirklich nennenswerten Abverkauf brachte: Die der Deutschen Bahn. Aber, bei dem Ticket-Kampfpreis der Deutschen Bahn hätte sich das Produkt Chefticket auch in jedem anderen Medium verkauft. Bei Lidl vielleicht oder auch bei Saturn. Hier hat nicht der Facebook-Faktor den Abverkauf beflügelt sondern einzig und alleine der Preis von 25 Euro.

Auf den Mythos des Facebook Shops will ich hier nur kurz eingehen mit der Frage: Was nimmt eine Agentur für einen Facebook Shop vom Kunden? 40.000+ Euro dürfte bei einer individuellen Lösung noch mehr als günstig sein. Wenn wir jetzt einen Return of Investment wollen, wie viel Produkte müssen sich dann über den Shop verkaufen? Sehr sehr viele. Jede Facebook Fangate-Gutschein-Kampagne dürfte also einen höheren ROI bringen als ein Facebook Shop. An dieser Stelle ist es wohl besser Facebook gut in den eigenen Shop zu integrieren als den eigenen Shop mehr oder weniger gut in die Facebook Page. Der Social Graph lässt es zu, fast alle Funktionen von Facebook in den eigenen Shop zu holen.

Als Ausnahme für diese überspitzte Aussage sehen wir z.B. sehr von Angeboten getriebene Unternehmen. Beispielsweise bei Discountern kann das Anpreisen von Angeboten gut funktionieren. Dennoch: Eine Facebook Fanpage die langfristig spürbar den reinen Abverkauf steigert: No Way!

Was sagt ihr dazu? Könnt ihr (mit harten eigenen Zahlen) vielleicht sogar das Gegenteil belegen?

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Jens Wiesehttp://www.jens-wiese.net
Jens berät als Freelancer internationale Unternehmen in Social Media Fragen, entwickelt neue Applikationen, organisiert Workshops und entwirft individuell passende Strategien. Zudem betreibt er unter https://papierloswerden.de eine Plattform für Menschen, die den Schritt in eine rein digitale Zukunft gehen möchten.

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32 Kommentare

  1. Wenn das jeweilige Unternehmen bereits einen Online Shop hat, dann wissen wir, dass sich über eine Fanpage sogar sehr kurzfristig spürbare Verbesserungen im Abverkauf ergeben.

    Zum Thema Facebook Shop:
    Die Facebook Nutzer lieben es, wenn sie sich nicht von Facebook weg bewegen müssen. Das kann man schon bei Gewinnaktionen deutlich feststellen. Es macht deshalb für mich auch Sinn einen Shop direkt bei Facebook zu unterhalten. Allerdings lässt der sich dann zusätzlich auf die Demographie der Fanpage zuschneiden und muss nicht 1 zu 1 dem normalen Webshop entsprechen.

  2. @Hendrik – habt ihr von Scholz & Friends denn Zahlen dazu? „Spürbare Verbesserung“ kann ja alles bedeuten von 10 bis zu 10.000 Leads denen gegenüber Kosten von 10 bis 10.000€ stehen können. Uns fehlen hier noch konkrete (deutsche) Cases und Studien. Ihr könnt auch gerne im Rahmen eines Gastbeitrags über so etwas berichten. lg Philipp

  3. Aus dem bvh Arbeitskreis Social Media weiß ich von anderen Kollegen, dass der Absatz über FB noch nicht wirklich angelaufen ist. Es gibt aber vereinzelte Shops, die teilweise sehr gute 5stellige Umsätze erzielen. Natürlich können diese nicht 100% der FB-Page zugeordnet werden (technisch ja), da ein großer Prozent-Satz der Kunden so oder so schon Stammkunde ist, und den Umsatz zu hoher Wahrscheinlichkeit auch sonst über den „normalen“ Web-Shop getätigt hätte.

  4. Die Botschaft überrascht mich jetzt nicht – was empfehlt Ihr als Profis denn als Zieldefinition für Facebook? Oder ist das wieder alles höchst individuell zu betrachten und wenns nicht funktioniert, hat man halt die falschen Ziele für FB definiert?!

  5. Genau meine Meinung. Fb wird mit viel zu hohen und zudem falschen Erwartungen als Kanal eingesetzt. Fb kann nur wom-Instrument sein. Wenn fb den Abverkauf ankurbelt, dann ist das ein schöner Nebeneffekt, sollte aber nicht Ziel sein. Und fb-fanzahlen-Gier ist genauso ein Unsinn. Es kommt auf den Wert der Fans an, nicht auf die pure Menge.

  6. Wenn Ihr bei Facebook was erreichen wollt, braucht ihr jemanden, der mit gutem Content für Eure Fans aufwarten kann. Die Leute sind doch schon völlig überlastet von Gutscheincodes und von Gewinnspielen halte ich mittlerweile gar nix mehr, dass zieht eigentlich nur noch „hauptberufliche“ Gewinnspiel-Teilnehmer an, die sich nach dem Gewinnspiel sowieso meist wieder abmelden.
    Wie jemand aus irgendeiner Agentur DEN Content liefern will, obwohl er gar nicht in eurem Business steckt, find ich auch sehr fragwürdig. Die Fans erwarten mittlerweile viel mehr von einer Seite als den schnöden Abverkauf – Posts aus dem Leben, coole Links, die nichts mit Deinem Produkt zu tun haben, Tipps für den Alltag etc. Ich würde sogar mal fast behaupten, wenn 80% deiner Posts nichts mehr mit dem Verkauf zu tun haben, dann hast Du Fans fürs Leben gewonnen! ;)

    Und Facebook Shops halt ich eher für so ein Flopp wie Twitter. Sowas funktioniert meiner Meinung nach nur in Branchen wo der Preiskampf extrem hoch ist (Technik etc.).

  7. Es ist doch häufig gar nicht kompliziert und Deutschland neigt doch zum „Schnäppchenland“ mit hohem Kampfpreis-Bewusstsein , so dass man selbst über sehr extrovertierte Medien zum Zug kommen und man den Kunden auch fast überall hinlenken kann.

  8. Es herrscht große Unwissenheit. Soviel Experten wie auf einmal vom Himmel gefallen sind, kann es gar nicht geben.

    Facebook mag ein guter Kanal sein. Erstens muss man ihn entsprechend nutzen und zweites sollte man seine Erwartungen mal ein bisschen realistischer halten.

  9. Doch das mit der langfristigen Steigerung des Abverkaufs gibt es und das funktioniert prima . Allerdings nur bei Discotheken. Da brauchst du nix weiter als regelmässig das Plakat zum Event posten und ne Einladung rumschicken und die Zielgruppe ist glücklich das der Abend so komfortabel zu planen ist und man schon weis welche Freunde auch kommen. Ähnliches halte ich bei jedem anderen Sozial relevanten Produkt im überschaubaren Preissegment für möglich z.B.: Designer Klamotten, Handys und ähnliches wo der als erster Informiert und als erster haben Faktor Sozial relevant sind. Stellt euch die Seite IPhone 5 ihr seit die ersten die es haben vor ;o)

  10. Denke da genauso, Facebook fördert die Kommunikation und Interaktion ungemein – was sich bei Ziel der kompletten Kommunikation auf den Absatz eben in diesem widerspiegeln sollte. Aber ein reiner Absatzkanal? -.- Nö

  11. Für mein Internetspiel liefert Facebook auch nur einen marginalen Beitrag, der – gefühlt – den Aufwand kaum zu lohnen scheint. Aber dennoch besser mit als ohne. Jedenfalls scheint mir das alles sehr subjektiv zu sein, wo nur eine sauber durchgeführte Studie Klarheit schaffen könnte.

  12. Ich empfehle meine neuen Arbeitgeber zu beobachten. Habe bisher nur positives erfahren, wenn man weiss wie man es machen muss. Werde demnähcst ein paar Kampagnen durchführen. Bin selber sehr gespannt wie hoch der Abverkauf sein wird. Also habe vor 2 Wochen eine dt. Seite gegründet, obwohl es das Produkt noch gar nicht gibt in Europa. Hier die beiden Seiten: LPI Lapeau Ink Tattoo Haut-Pflege & LPI Lapeau-Ink Tattoo Aftercare (100% Natural) Dieses Produkt ist bisher meine grösste herausfordeung, aber es klappt wunderbar, nicht nur weil das Produkt sehr gut ist!

  13. simyo, Deutschlands erster rein online basierter Mobilfunkanbieter, hat seit gestern einen eigenen Facebook-Shop. Knapp 3 Jahre haben wir mit unserer Facebook Fanpage Erfahrungen gesammelt und sind vor ein paar Wochen zu dem Entschluss gekommen einen eigenen Shop auf Facebook zu integrieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass unser wichtigstes Gut -der Dialog mit der community- darunter leiden wird. Wir wollen lediglich allen Facebook-Nutzern die Möglichkeit bieten direkt vor Ort unser Produkt zu bestellen und sie nicht hinausverlinken. Wichtig war uns einen einfachen und schnellen Bestellprozess mit einer spielerischen Komponente zu kreieren und keine Spiegelung unseres online Shops. Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis und die mögliche Weiterentwicklung des Shops.

  14. @simyo_Nadine: Habe mal eure „Shop“ angeschaut. Aber ist das nicht eher zu verstehen als „Kampagne“? Man kann was kaufen dort ja, aber von Shopkarakter ist keine Spur. Sollte es aber ein Shop sein, wurde ich mal ganz eilig die deutsche Vorgaben für online Shops unters kissen legen. Das ding hängt ja zusammen von verstoße dagegen, da wurde es mir nicht wundern wenn da morgen die erste Abmahnung schon auf der Türmatte liegt.

  15. Sehr guter Beitrag, die anderen finde ich etwas reißerisch formuliert und habe daher das Gefühl, hier wird versucht, über Provokation die Interaktion mit den Fans anzuschieben. Das hat funktioniert.

    Konkret auf diesen Artikel bezogen finde ich aber dass du den falschen Schluss gezogen hast. Sicherlich, die Aussage ist zutreffend, dass langfristig und spürbar der Abverkauf über eine Fanpage sicherlich nicht funktioniert, aber gerade bei den schlecht monitor-baren SEO-Aktivitäten kann man keine Aussagen treffen, eben weil ein Monitoring im Bezug auf ROI nicht perfekt möglich ist. Von daher ist Social Media SEO nicht per se als überbewertet anzusehen, es ist ein Teil eines ausgewogenen SEO-Mix und das sehen ich als Kunde beispielsweise auch so. Es macht mich mehr an, über eine Facebook-Seite von Angeboten oder Gütern zu erfahren, als auf der Shopseite, denn dort halte ich mich nicht so lange und vielleicht nicht mal freiwillig auf, um überhaupt die Güter oder Angebote zu entdecken. Nur weil es, im Gegensatz zu vielen anderen Dingen im Online Marketing nicht schön über KPIs abzubilden ist, ist es deshalb nicht schlecht für den Traffic oder gar ganz ohne Funktion.

  16. Yip, ganz deiner Meinung. Reiner kontentfüllerei um Fans an zu ziehen. Dabei wurde nicht mal recherchiert was dann ein FacebookShop wirklich kosten wurde, sondern einfach mal geschätzt, völlig daneben geschätzt wohlzuverstehen. Kein Brand in Deutschland liegt € 40.000 auf dem Tisch für eine Facebookshop, mit oder ohne Betreuung. Und da ja der ganzen Beitrag auf diese Zahl basiert, ist der ganze Beitrag wertlos. Das bin ich nicht gewohnt von Allfacebook. Für wertlosen provokativen Lesefutter kann ich die Magazine von meine Mama lesen: „Mein Mann will sex wärend der Schwangerschaft, wass soll ich tun“?

    Wenn man über social media (=Marketing) den abverkauf nicht steigert (=Geschäfte), den warum sind wir überhaupt noch auf Facebook? Dies wurde ja bedeuten das wir uns das ganze Marketing in social media sparen können weil langfristig keinen Erfolg in sicht ist. Aber Hallo!

    Glaubt Allfacebook selbst noch in Facebook? Finde das schon eine recht interessante Entwickelung.

  17. @Hendrik Maat: wir haben bewusst keinen klassichen Shopcharakter wir auf unserer website integriert. Mit unserer Lösung wollen wir lediglich allen Facebook Nutzern die Möglichkeit geben, das Produkt dort zu bestellen, wo sie sich lange und gerne aufhalten. Genau diesen Zweck erfüllt unser Facebook Shop. Einfach und schnell die simyo SIM-Karte zu erhalten, um sorgenfrei mit simyo kommunizieren zu können, das war die Anforderung an den Shop und die sehen wir mehr als erfüllt. Es gibt auch noch weitere Möglichkeiten neben Shop Share um Produkte auf Facebook zu verkaufen;-) zumindest für simyo.

  18. kinder, kinder, wo habt ihr denn die preise her? die habt ihr gewürfelt nicht wahr?

    ich habe im letzten monat bei ALLEN herstellern und anbietern von facebookshoplösungen angefragt und von fast allen angebote erhalten. für eure 40.000 euro kriege ich mindestens 3 oder 4 individuelle facebookshoplösungen!

    ich finde der artikel ist echt eurer erster richtiger griff ins klo! bitte wenigstens gut recherchieren sonst macht ihr euch hier echt zum affen!

    so long
    helge

  19. Ich hätte mir ja viel mehr eine Diskussion gewünscht die sich nicht per se nur um Shops dreht und um eine Zahl die im Artikel steht. Einen goldenen Weg gibt es bei den Preisen auch nicht. Natürlich gibt es kleine – mittlere Shops Lösungen die weit weit entfernt sind von dem oben genannten Beispiel. Aber es geht ja auch etwas um die Relationen, wenn über einen 4.000€ Shop 100 Sales generiert werden ist das Ergebnis im Ernstfall genauso schlecht wie bei einem 40.000€ Shop mit 1.000 Sales… Es ging doch in dem Artikel viel mehr darum ein Bewusstsein zu schaffen dafür dass es sich erst dann wirklich lohnt wenn man mit den Nutzern umzugehen weiß.

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