f8 2011 – Was bedeuten die Ankündigungen für Unternehmen

Die neuen Timeline-Profile sowie neue OpenGraph Elemente wurden auf der f8 vorgestellt und viele Unternehmen fragen sich nun zurecht, welche Auswirkung diese Ankündigungen auf das eigene Geschäft haben. Generell muss man diese Frage in den Bereichen “Facebook Ads”, “Facebook Pages” und “Facebook Anwendungen” unterschiedlich beantworten. Auf der f8 Pressekonferenz meinte Zuckerberg selbst, dass bisher noch keine konkreten Planungen bestehen und nicht geklärt ist, ob und wie die Timeline überhaupt für Pages realisiert wird. Ein paar Änderungen zum Thema Facebook Ads werden laut Facebook selbst auf dem AdWeek Panel in den nächsten Wochen bekannt geben. Lediglich die Änderungen für die Facebook Apps sind offensichtlich.

Wir wollen euch einmal kurz aufgeschlüsselt erläutern, wo und wie sich etwas verändern wird:

1. Facebook Ads

  • Auf den neuen Profilen werden derzeit anstatt vier Anzeigen nur noch ein bis zwei Anzeigen angezeigt.
  • Die Anzeigen in den neuen Profilen werden immer angezeigt und scrollen mit, was eine höhere Sichtbarkeit zur Folge hat
  • Weniger Anzeigen und bessere Position dürfte sich wohl auch auf die Preise auswirken (weiterlesen …)

Aktueller Stand: Facebook Places sind nicht tot!

An der einen Ecke wird erzählt Facebook Places seien tot, an der anderen werden die Check-In Deals auch gleich begraben. Eigentlich dürfte mit dem neusten Update soviel leben wie nie zuvor in den Places stecken. Wie aber ist der aktuelle Stand zu den Facebook Places? Wir wollen mit diesem Artikel versuchen etwas Ordnung in die aktuelle Berichterstattung zu bringen:

  • Facebook Places wurden in Deutschland am 5. Oktober 2010 eingeführt.
  • Bei der Einführung hatte Facebook aus verschiedenen Quellen (u.a. Foursquare und Gowalla) einen ersten Satz an Places zur Verfügung gestellt. Diese konnten aber von Nutzern an iPhones und anderen mobilen Endgeräten erweitert werden.
  • Dies führt in den folgenden Monaten zu einem ziemlichen Wildwuchs und unsere Suchen in der aktuellen Places Datenbank finden dutzende Places mit dem Namen “Im Bett”, “Zu Hause” etc.
  • In den letzten Monaten hat Facebook damit begonnen mit Hilfe der Nutzer die Duplikate in der Datenbank auszusortieren.
  • Zusätzlich werden ähnliche Places auf Foursquare und Gowalla direkt auf dem Facebook Place verlinkt.
  • Im Laufe des vergangenen Jahres wurde es zudem möglich einer Facebook Page eine Adresse hinzuzufügen. So wurden viele Pages automatisch zu Places.
  • In einigen Kategorien können neue Pages nur noch mit Adresse angelegt werden.
  • Parallel können existierende Places geclaimt werden und teilweise mit Pages zusammengeführt werden. Wobei das Claimen und Zusammenführen sich als schwierig herausgestellt hat. Einfacher ist es eine neue Seite zu eröffnen und später die Duplikate zu melden. Diese werden mit genügen Meldungen und etwas geduld dann von Facebook entfernt.
  • Places erlaubten Facebook Nutzern im mobilen Context an einem Ort einzuchecken, wenn sie diesen besuchen. Wenn es an diesem Ort einen Check-In Deal gibt, kann dieser eingelöst werden.
  • Für große Unternehmen existiert eine Parent-Child Struktur mit der viele einzelne Filialen verwaltet werden können. 

Mit der Einführung des neuen Publisher verkündete Facebook nun, dass man Places nicht wie bisher weiterführen werde. Das bedeutet aber nicht das Ende der Places. Statt dessen werden Places als neuer Layer in allen Bereichen von Facebook zugänglich gemacht. So kann man Ort nun auch in Statusupdates verlinken, oder ein Bild einem Ort zuweisen. Ich kann also auch ohne an einem Ort zu sein, diesen in meinen Beiträgen einbinden: “Beim Aldi gibt es ab heute Wasserkocher.”

Möglicherweise wird eine zukünftige Mobile-App von Facebook nicht mehr über den expliziten “Orte” Menüpunkt verfügen. Trotzdem wird man an Orten an denen man sich gerade aufhält einchecken können. Lediglich das Interface ändert sich.

Auch die Check-In Deals werden damit nicht verloren gehen. Diese können nach wie vor nach einem Check-In beansprucht werden. Wir erwarten, dass diese nach den Umstellungen rund um den neuen Publisher und die neue Messages App von Facebook auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz für Pagebetreiber zur Verfügung stehen werden.

Im Moment gibt es also keinen Grund nicht weiter auf das Facebook Places Konzept zu setzen. Gerade mit den neuen Möglichkeiten einen Place auch in Status Updates zu verwenden, sollte man versuchen alle nötigen Places zu claimen und für die eigenen Strategie zu optimieren.

Case Study: Facebook Xperia Xperiments

Xperia Xperiment

Xperia Xperiment

Handy Anbieter haben es ja generell nicht so einfach. Ihre Produkte sind in mehr als nur großen Stückzahlen im Volk verteilt, werden jeden Tag mehrfach genutzt und gelten häufig sogar als Statussymbol. Kurz, der Nutzer nutz das Gerät intensiv und der kleinste Fehler, der bei einem Gerät wie einer Stereoanlage oder einem Fernseher vielleicht zu verschmerzen wäre wird sehr schnell zum K.O. Kriterium für Produkt und damit auch Anbieter.

Mit diesem Problem hatte auch Sony Ericsson zu kämpfen. (weiterlesen …)

Wer entscheidet in welcher Form auf Facebook kommuniziert wird? Das Unternehmen oder der Kunde? (Sender oder Empfänger?)

Bastografie / photocase.com

Der Stromanbieter TelDaFax wird aufgrund seiner strategischen Ausrichtung auf Facebook im Social Web kritisiert und der Fall macht vor allem auch auf Twitter und in Blogs die Runde. Auslöser dafür ist dieser Post auf Facebook:

(Freitag 14:00 Uhr) Leute, die Seite ist echt nicht der geeignete Platz für Beschwerden und Kundenanliegen. Wir möchten Euch unterhalten, informieren, auf verschiedene Themen aufmerksam machen und Eure Meinung zu diesen Themen hören. Kontaktmöglichkeiten für Kundenanliegen seht Ihr unter “Info”.

(Freitag 16:51 Uhr) Wir bitten Euch das zu respektieren …

Die Kritik daran ist einleuchtend: Wer auf Facebook einen neuen Kommunikationskanal eröffnet der sollte auch wissen wie man damit umgeht oder sich zumindest nicht vor dem Feedback der Nutzer verschränken. Die Strategie die sich TelDaFax hier überlegt hat geht wohl an den Bedürfnissen und Erwartungen vieler Kunden vorbei. Diese erwarten, wie von vielen andern Firmen, im Social Web allerdings nicht nur Infomation und Entertainment. Auch ehrliche und offene Kommunikation die sich nach ihnen und ihren Bedürfnissen ausrichtet spielt eine Rolle. Der BVDW schreibt z.B. in ihrem Social Media Leitfaden ganz passend:

Die Meinungen, Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe helfen Ihnen sowohl bei der Planung Ihrer Social-Media-Kampagne als auch bei der Auswertung des Kampagnenerfolgs. Sie sind der Schlüssel für den Erfolg einer jeden Kommunikationskampagne.

Ein ähnliches Phänomen konnte man bei der Facebook Kampagne der Deutschen Bahn betrachten. Zwar wurden dort viele Tickets verkauft es gab allerdings auch sehr viel Kritik weil die Kampagne nicht dialogorientiert war.

Bastografie / photocase.com

Eine passende Frage stellt hier aber auch Oliver Gassner in den Kommentaren zum Post: Denn wer bestimmt eigentlich wie auf Facebook kommuniziert wird? Das Unternehmen als Sender oder der Kunde als Empfänger?

Die Frage stellt sich seit je her im Social Web und dem Kontrollverlust für Marken der damit verbunden ist. TelDaFax ist hier nur ein Fall. Eine kurze Webrecherche macht klar, dass es wohl noch andere Baustellen gibt. Auch manch andere Unternehmen tun sich mit der Kommunikation auf Facebook schwer und finden nicht die richtige Contenstrategie.

Was ist eure Meinung, welche Punkte sollten bei einer inhaltlichen Ausrichtung auf Facebook beachtet werden? Hier ein paar Ansätze:

  • Die Kommunikation an den Kundenwünschen ausrichten
  • Auf Feedback eingehen, auch wenn es nicht zur primären Kommunikationsstrategie gehört
  • Wenn sich Feedback & Unternehmensinhalte zu sehr unterscheiden, Strategie überdenken
  • Die richtige Anzahl an Posts für sich herausfinden (weniger ist manchmal mehr)
  • Auf die Relevanz der Posts achten
  • Im Vorfeld prüfen welche “Baustellen” im Unternehmen bestehen und welches Feedback somit auch ziemlich sicher auf Facebook aufschlagen wird
  • Das Wording an die Zielgruppe ausrichten
  • Bei zu breitem Themenspektrum vlt. verschiedene Pages auf Facebook in Erwägung ziehen und das Potential überprüfen

Das waren jetzt ein paar spontane und sehr pragmatische Punkte die sich speziell auf die Kommunikation ausrichten. Abgesehen davon gibt es natürlich noch viele strategische Punkte. Vielleicht schaffen wir mit euch noch eine größere Liste, was es bei der Kommunikation zu beachten gibt?

Bilder: Bastografie / photocase.com

Interview: Christoph Jourdan von Videoload

Videoload auf Facebook

Videoload auf Facebook

Immer wieder versuchen wir Unternehmen zu ihrer Facebook Strategie und ihrer Einstellung zu den sozialen Medien zu befragen. Sei es SWR DasDing, TLGG oder auch Bayer Business Consulting. Heute haben wir ein Unternehmen aus dem Entertainment Bereich für euch: Videoload.

Können Sie sich und Videoload kurz vorstellen?

Mein Name ist Christoph Jourdan und ich verantworte den Bereich Social Media bei Videoload, der Online-Videothek der Deutschen Telekom AG. Unter www.videoload.de können alle Internetnutzer in Deutschland eine ständig wachsende Anzahl an Filmen am PC, Laptop oder Fernseher abrufen.

Auf Facebook ist videoload nun schon einige Zeit aktiv. Wie sind die bisherigen Erfahrungen mit diesem Medium?

Wir machen durchgängig positive Erfahrungen und sind sehr zufrieden mit der Entwicklung von Videoload auf Facebook. Durch den direkten Austausch erfahren wir nicht nur mehr über unsere User, sondern können Sie auch aktiv in Entscheidungsprozesse involvieren. Beispielsweise haben wir eine Abstimmung auf Facebook zu verschieden Startseiten-Flashteasern initiert und das Feedback in die Kreation miteinfließen lassen. Weitere primäre Ziele liegen vor allem im Bereich Kundenbindung und der Steigerung des “recommended” Traffics. Auch hier zeigen zugehörige KPIs ein deutlich positiven Trend.

Welche Probleme wurden hier bisher erkannt?

Facebook ist sehr eine dynamische Plattform, die sich stetig verändert. Anpassungen auf der Plattform können dazu führen, dass Ideen und Funktionen nicht wie ursprünglich geplant umgesetzt werden können. Die Schwierigkeit ist es flexibel zu bleiben und gleichzeitig die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Zudem muss man aufpassen, dass der noch immer anhaltende Hype nicht dazu führt, das andere Kanäle vernachlässigt werden. Alle (Online-)Marketing-Kanäle sollten möglichst aufeinander abgestimmt sein, damit der Effekt ein möglichst großer ist.

Ihr arbeitet im Facebookmarketing ja mit Schröder+Schömbs PR zusammen. Wie sind da die Schnittstellen? Wer macht was? (weiterlesen …)

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