Es wird oft darüber gesprochen, dass Facebook für B2B-Anbieter wenig Potenzial bietet und sich das Engagement dort kaum lohnt. Wir haben zu diesem Thema Christian Buggisch (Xing) interviewt. Herr Buggisch arbeitet für DATEV und beschäftigt sich nicht nur beruflich mit dem Social Web, sondern betreibt auch einen privaten Blog, in dem u.a. interessante Beiträge zu Facebook zu finden sind.
1. Guten Tag! Danke, dass Sie Zeit für unser Interview gefunden haben. Bitte stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor.
Mein Name ist Christian Buggisch, ich bin Leiter der Online-Kommunikation bei DATEV in Nürnberg, einem der größten deutschen Software-Häuser und IT-Dienstleister. Mein Team kümmert sich um die Online-Aktivitäten von DATEV, also vor allem um die Corporate Website www.datev.de, aber zunehmend auch um weitere digitale Medien und Plattformen: Microsites, Newsletter, Podcast, Twitter, Youtube, XING, Facebook …
2. Coca Cola, Pringles, Haribo, MTV und DATEV. Mit der Zielgruppenorientierung B2B ist DATEV als Software- und Lösungsanbieter für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte kein Unternehmen, das man auf Anhieb auf Facebook vermutet. Wir wissen, dass Sie schon länger erfolgreich auf Facebook aktiv sind. Wann und warum haben Sie sich damals für Facebook entschieden?

Unsere ersten Gehversuche im Bereich Social Media haben wir vor ca. zweieinhalb Jahren auf Twitter unternommen. Das war damals durchaus ein Experiment, auf das wir uns noch ohne allzu große strategische Überlegungen eingelassen haben. Wir wollten einfach testen, was es mit Social Media auf sich hat und ob sie für uns und unsere Kunden einen Mehrwert bringen. In den folgenden Monaten haben wir dann unsere Aktivitäten auf andere Plattformen ausgedehnt. Außerdem haben wir sie auf ein strategisches Fundament gestellt. Seit Herbst 2009 haben wir unsere “normale” DATEV-Seite auf Facebook und – ganz frisch – seit einigen Wochen eine Karriere-Seite. Damit wollen wir speziell junge Leute erreichen, die sich für eine Ausbildung oder ein Praktikum oder generell für DATEV als Arbeitgeber interessieren. Und warum Facebook? Weil die Plattform damals schon rasante Wachstumsraten verzeichnen konnte. Inzwischen ist sie ja nach Google die meistgenutzte Website in Deutschland. Egal ob B2B oder B2C: Meines Erachtens stellt sich die Frage, ob man als Unternehmen auf Facebook präsent sein will, genauso wenig wie die Frage, ob man auf Google gefunden werden will.
3. Welche konkreten Ziele verfolgt DATEV mit dem Facebook-Auftritt? (weiterlesen …)