Nachdem wir uns im ersten Teil des Artikels vor zwei Tagen mit der Sichtbarkeit persönlicher Informationen für verschiedene Nutzergruppen befasst haben, soll es in diesem Teil unter anderem um die Rechte gehen, die Anwendungen beim Zugriff auf deine Daten haben sowie um die Kontrolle automatisch geposteter Pinnwandeinträge.

5. Automatische Pinnwandeinträge und News Feed Updates einstellen
Die eigenen Aktionen auf Facebook wie Kommentare, “Gefällt mir” oder das Wechseln des Beziehungsstatus von Vergeben nach Single usw. werden auf der Homepage von allen Freunden dargestellt. Facebook filtert zwar den Newsfeed vor, troztdem sollte davon ausgegangen werden, dass alle Aktionen bei anderen Personen sichtbar werden können. Leider können hier keine Listen genutzt werden, man kann diese automatischen Updates nur ein oder ausschalten. Die Einstellung können unter “Einstellungen > Privatssphäre > Neuigkeiten und Pinnwand” verändert werden:

- Automatische Status Updates Einstellen
Auch hier können wir keine Aneleitung geben. Was veröffentlich werden soll liegt im Eigenen ermessen. Optionen wie “Meinen Beziehungsstatus ändere” würden wir aber deaktivieren. Beim deaktivieren alle Optionen wird allerdings viel der Eigendynamik des Facebook-Netzwerkes verloren gehen.
6. Pinnwand Privacy einstellen

- Privacy auf der eigenen Pinnwand
Auf eigenen Profilseite unter der Statusbox befinden sich im Ausklappmenü zustätzliche Opionen zum Einstellen der Pinnwand. Es kann unter anderem kontrolliert werden wer auf die Pinnwand schreiben kann und wer diese Einträge lesen kann.
TIPP: Hier lassen sich übrigens Updates und eigene Aktivitäten von anderen Dienste automatisch importieren. Unterstützt wird derzeit Last.fm, Flickr, Digg, Picasa, Delicious, Yelp, Google Reader, Youtube, Pandora, Photobucket, Hulu, Blogg/RSS und Kiva. Läd man zum Beispiel neue Bilder auf Flickr oder liebt ein Lied auf Last.fm so erscheint dies automatisch im eigenen Feed.
7. Nutzung der persönlichen Daten in Werbeanzeigen verbieten

- Facebook Werbeanzeigen von Anwendungen Dritter
Für große Verwirrungen hat in den letzten Monaten die Nutzung der eigenen Daten in Werbeanzeigen geschaffen. Grund für die negative Presse waren aber nicht von Facebook selbst erstellte Anzeigen, sondern Anzeigen von Anwendungen Dritter. Die Verwendung der Daten ist zwar inzwischen eingeschränkt, aber im Menüpunkt “Einstellung > Privatssphäre > Neuigkeiten und Pinnwand > Facebook Werbeanzeigen” kann jeder Nutzer den Facebook Anwendungen die Nutzung der Daten zu Werbezwecken nochmals ausdrücklich verbieten.
8. Zugriff der Anwendungen von Freunden einschränken

- Facebook Plattform Privacy Einstellungen
Im Menüpunkt “Einstellungen > Privatsphäre > Anwendungen > Einstellungen” findet sich eine der wichtigsten Optionen. Hier wird kontrolliert was Anwendungen die deine Kontakte nutzen von dir sehen können. Unser Tipp für hier: So viel wie möglich abschalten. Standardmäßig ist der Großteil der Informationen verfügbar, dies bedeutet aber sobald nur ein Kontakt die Anwendung XY installiert und nutzt hat diese Zugriff auf alle hier freigegebenen Informationen ohne das du darüber informiert wirst. Du selbst hast keinen Einfluss darauf welche Anwendungen (z.b. Spiele oder Umfragen) von deinen Kontakten genutzt werden und wie diese die Informationen nutzen.
Die Einstellungen hier haben kein Einfluss darauf auf welche Informationen Anwendungen die du selbst nutzt zugreifen können. Du wirst also alle Applikationen ohne Einschränkungen nutzen können auch wenn du alles deaktiviert hast! Wie du deine eigenen Anwendungen kontrollieren kannst zeigt der nächste Schritt.
9. Genutzt Anwendungen konfigurieren

- Facebook Anwendungen Authorisieren
Hier wird es wirklich schwer seine Privatsphäre zu schützen, es gibt keine Möglichkeit bei den selbst genutzten Anwendungen Einstellungen vorzunehmen was diese vom Profil sehen können und was nicht. Es gibt zwei Möglichkeiten: Man vertraut der Anwendungen und nutzt sie weiterhin, oder man entfernt die Anwendung und hört auf diese zu Nutzen.
Wer wissen will was genau so eine Anwendung vom eigenen Profil sehen kann dem empfehlen wird den Privacy Mirror, dieser Zeigt auch die Informationen die Freunde verfügbar machen.
Um zu sehen welche Anwendungen installiert sind auf “Anwendungen > Anwendungen bearbieten” und dort “Zeige > Authorisiert” auswählen. Nun einfach alle Anwendungen entfernen die schon länger nicht genutzt wurden oder denen man nur wenig vertraut. Nutzer die gerne an den Facebook Quiz Anwendungen teilnehmen werden verwundert sein wieviele Anwendungen Zugriff auf die eigenen Daten haben.
Alle Anwendungen die installiert bleiben sollen können noch mit “Einstellungen Bearbeiten” genauer konfiguriert werden. Besonders die “Zusätzlichen Genehmigungen” sollten überprüft werden. Hier wird z.B. festgelegt ob Anwendungen Elemente im eigenen Stream veröffentlichen dürfen.
10. Weitere Tipps im Umgang mit Facebook
Freundschaften ablehnen?
Eine Frage die oft gestellt wird: Kann ich Freundschaften ablehnen und was passiert dann?
Wie auch in anderne Social Networks erhalten abgelehnte Personen keine Meldung darüber das du die Freundschaft abgelehnt hast. Die Person wird das erst bemerken wenn sie dein Profil besucht und merkt, dass dieses immernoch nicht sichtbar ist.
Freunde löschen?
Auch hier wird der Freund nicht darüber informiert dass er gelöscht wurde. Genauso wie bei der abgelehnten Freundschaft wird er dies erst bemerken wenn er das Profil besucht.
Account deaktiven oder löschen?
Löschen! Geht hier. Wenn du deinen Account nur deaktivierst bleiben alle Informationen auf Facebook gespeichert. Aber auch bei gelöschten Account ist es möglich das Inhalte wie Bilder auf Facebook weiter gespeichert werden. Nach dem Antrag zum löschen des Accounts sollte man sich nicht nochmals einloggen, dies macht den Antrag ungültig.
Bei @-Mentions darauf achten welchen Inhalt du veröffentlichst.
Die erst kürzlich eingeführten @-Mentions mit denen man bei Statusupdates Kontakte, Gruppen oder auch Pages makieren kannt sind zwar super nützlich aber auch nicht ganz ungefährlich. Ein kleines Praxisbeispiel:
Mitarbeiter A veröffentlich ein Statusupdate das ihm sein Job nicht gefällt, nutzt dabei eine etwas unpassende Wortwahl und erwähnt gleichzeitig auch noch den Firmennamen. Dürfte nicht gerade selten vorkommen und eigentlich kein Problem solang man seinen Chef/Vorgesetzten nicht als Freund hat. Ist der Mitarbeiter aber Fan der eigenen Firmenpage auf Facebook wird diese Meldung dank des @ Replies auch gleichzeitig auf der Pinnwand des Unternehmes veröffentlicht.
Vielen Nutzer dürfe es nicht klar sein das mit @-Mentions auch alle makierten Personen/Pages von dem Statusupdates erfahren. Bis neue Berichte von Kündigungen aufgrund fehlgeleiteter Facebook Updates im Netz auftauchen dürfte es also nicht mehr lange dauern.
Weitere Fragen zu diesem Thema beantworten wir gerne in den Kommentaren!
Photo by madochab / photocase.com - Dieser Beitrag basiert auf “10 Solid Tips to Safeguard Your Facebook Privacy” von Mahendra Palsule