
Manche Themen kommen bei uns im Blog immer wieder auf. So hatten wir bereits im Sommer 2009 über eine PayPal Anwendung für Facebook berichtet, mit der es möglich war Geld von Freunden einzufordern. Seit dem ist viel Zeit vergangen und Facebook hat unter anderem mit den Facebook Credits begonnen eine eigenen Währung für Transaktionen einzuführen.
Unabhängig davon hat die eBay Tochter PayPal nun wieder eine neue App für Facebook entwickelt. Doch dieses Mal geht es nicht um das einfordern von Geld, sondern im Gegenzug um das Versenden von Geld. Gekoppelt mit der Möglichkeit eCard zum Geburtstag oder anderen Anlässen zu versenden wird daraus ein echter Business-Case.
Der Ablauf ist wie folgt:
- Anwendung starten
- Rechte für Freundesliste geben
- Freund auswählen und dessen Mail Adresse angeben
- PayPal stellt Grußkarte auf der Wall des Freundes und E-Mail zum weiteren Ablauf zu
- Der Empfänger kann das Geld in seinem Account annehmen
Wir sind von dieser Methode ein wenig enttäuscht. Mit einer tieferen Integration von Facebook wäre hier mehr möglich gewesen. Warum kann der Empfänger nicht einfach mit einem Klick auf die E-Card und seinem Facebook Login das Geld abrufen?

Mit knapp 500 Mio. Nutzern von allen Kontinenten und aus einer Vielzahl von Ländern hat es Facebook als Social-Network besonders schwer eine skalierbare Bezahlmöglichkeit für alle Nutzer anzubieten. Deshalb hat sich facebook bereits im Februar dazu entschlossen statt eigene Kompetenzen und Ressourcen in diesem Gebiet aufzubauen beziehungsweise einzubringen auf einen externen Spezialisten zu setzen, der dies Aufgabe übernimmt: PayPal.
Diese Kooperation zeigt nun erste Früchte. So ist es seit wenigen Tagen möglich die Kosten für Facebook Werbeanzeigen komplett über den Bezahldienst abzuwickeln. Dabei profitieren nicht nur Facebook und PayPal sondern auch die Nutzer, die bisher keine der notwendigen Kreditkarten zur Zahlung zur Verfügung hatten.
Aber auch an der Einführung einer eigenen virtuellen Währung namens Facebooks Credits arbeitet Facebook fleißig weiter. Bei diesem System erwerben die Nutzer zu einem von Facebook festgelegten Wechselkurs virtuelle Münzen gegen echtes Geld. Bezahlt wird auch hier mit PayPal oder Kreditkarte. Setz ein Nutzer diese Credits in einer Facebook Anwendung ein, so erhält der Anwendungsbetreiber 70% des Umsatzes ausgezahlt. Die restlichen 30% bleiben bei Facebook. Trotz dieses hohen Anteils, den Facebook für sich behält scheinen Credits für Anwnedungsbetreiber und Entwickler attraktiv zu sein. So wurde vorgestern eine auf fünf Jahre ausgelegte Kooperation mit dem Social Games Hersteller Crowdstar bekannt. Dieser wird die Facebook Credits als einziges Zahlungsmittel in seinen Online-Spielen einführen. Nach dem Deal mit Zynga ist dies bereits die zweite langfristige Kooperation die Facebook in diesem Bereich eingeht. Ein weiteres Indiz dafür, dass die 360 Grad Unterhaltungsstrategie von Facebook weiter ausgebaut werden soll.
Dieser Artikel erscheint heute zusätzlich auch als Gastbeitrag in der Online Ausgabe der t3n.

Beispielhafte Facebook Credits Umsetzung
In den letzten Tagen mehren sich die Beiträge zum Thema “Pay with Facebook”, den zunächst plattforminternen Bezahlservice von Facebook. Die Entwicklungen deuten sich schon länger an. Zunächst startete Facebook mit der Einrichtung des Credits System im November 2008 um die Bezahlung von Virtual Gifts zu ermöglichen. Im Frühjahr 2009 konnten dann Firmen erstmals Sponsored Gifts über den Facebook Geschenkladen verkaufen. Seitdem entwickelte sich das Credits System in kleinen Schritten weiter und im dem Herbst 2009 konnte in vereinzelten Anwendungen schon das Credits System zum Kauf virtueller Güter getestet werden.
Am 18. Februar 2010 hat Facebook dann die Kooperation mit dem eBay Bezahldienst PayPal bekannt gegeben. Über diesen lassen sich in Zukunft sowohl Rechnungen für Facebook Ads als auch Facebook Credits bezahlen. Mit diesem Schachzug spart sich Facebook eine Menge administrativen Aufwand und kann auf ein bereits weltweit eingeführtes und etabliertes Bezahlsystem zurückgreifen. Auch intern sucht Facebook seit diesem Jahr nach Unterstützung des Facebook Payment Operations Team und hat einige Stellenausschreibungen offen. (weiterlesen …)

PayPal bietet für facebook eine eigene Anwendung an, mit der es möglich wird von facebook-Kontakten Geld einzufordern. Die E-Mail Adresse des Transaktionspartners muss man im Gegensatz zur herkömmlichen PayPal Anwendung nicht kennen.
Während die Titelseite der PayPalApp in ihren Texten in erster Linie auf das Eintreiben von Schulden abzielt sind weitere Anwendungszwecke leicht denkbar. So könnten Band mit diesem Tool Tickets für ihre Gigs verkaufen, Hilfsorganisationen können von ihren “Fans” Spenden einfordern.
Über einen “Badge Generator” können zudem auf dem eigenen Profil oder der Page “Donate” Widgets installiert werden.
Mit dieser Anwendung kann PayPal sich bei ausreichender Verbreitung sowohl bei Enwicklern als auch bei facebook selbst als Konkurent zum nur mit Kreditkarte nutzbaren “pay with facebook” etablieren. Spätere Kooperationen sind sicher nicht ausgeschlossen.