Der Streit zwischen dem ULD und Facebook zieht weitere und immer größere Kreise. Heute trafen sich beide Parteien im Rechts- und Innenausschuss des Kieler Landtags. Dabei hat Facebook Gesprächsbereitschaft gezeigt, alle Fragen beantwortet und auch noch mal klar gestellt, dass keine Profile von Nicht-Mitgliedern erstellt werden. Wirklich neues gibt es allerdings seit dem Treffen nicht. Thilo Weichert vom ULD, der alles erst ins Rollen gebracht hat, fand zwar die Gesprächsbereitschaft von Facebook positiv betont aber nochmals das dies nicht genügt und Facebook immer noch gegen deutsches Recht verstößt.
Kurz zusammengefasst bedeutet dies also, dass sich auch durch das Treffen heute noch nichts geändert hat. Viele sind immer noch der Meinung das dass Vorgehen des ULD selbst auch gegen deutsches Recht verstößt, bei Heise/CT gibt es eine 2-Klick Lösung für den Like-Button was einige Probleme behebt und in der allgemeinen Bevölkerung entsteht durch die steigende Berichterstattung ein immer schlechteres Bild von Facebook.
Für alle außerhalb von Schleswig-Holstein besteht unserer Einschätzung nach gerade noch kein Handlungsbedarf. Unternehmen innerhalb von Schleswig-Holstein würden wir Empfehlen ganz genau auf die ersten Tage und Wochen nach dem Ablauf der Frist zu schauen. Weichert hat immerhin schon angekündigt das “nur” bzw. vor allem öffentliche Stellen und große private Firmen ins Visier genommen werden.
Es bleibt also spannend wie weit sich die Kreise hier wirklich noch ziehen. Wenn man sich die Technik rund um den Like-Button oder Facebook im Allgemeinen ansieht dürften hier in Zukunft bald noch mehr etablierte Unternehmen (wie etwa Google) am Pranger stehen. So ziemlich jede ansatzweise vernetzte und einfache Web 2.0 Funktion bräuchte dann in Deutschland umständlichere Sonderlösungen. Durch die Arbeit der Datenschützer dürfte allerdings auch die Aufmerksamkeit der Unternehmen steigen was Datenschutz angeht.
Wir haben euch einige Meldungen zum heutigen Treffen rausgesucht:
NDR: Facebook in der Kritik

Spiegel: (weiterlesen …)
Ende Juni haben wir in unserem Blog das Share Experiment gestartet. Unser Ziel war es, herauszufinden, welchen Einfluss der von uns lange vernachlässigte Share Button auf die Besucherströme hat. Dazu haben wir nach einer Auswertung der damals aktuellen Verteilung von Like und Share Besuchern den Share Button mit einem eigenen Layout in die Kopfzeile eines jeden Beitrags integriert.
Heute wollen wir noch einmal schauen, ob und wie die Verteilung sich geändert hat. Dazu betrachten wir mit den “Facebook Insights für Domains” den Zeitraum vom 19. Juli bis 1. August. Diesen Zeitraum haben wir gewählt, da wir in den Goggle Analytics dort keine außergewöhnlichen Peaks in der allfacebook.de Nutzung erkennen konnten.
Die folgende Grafik bedarf sicher ein wenig Erklärung, stellt den Sachverhalt aber ganz gut dar:

Share Experiment Auswertung
Zur Erklärung:
- Die Anzahl der Like Klicks konnte (primär durch das normale Wachstum der Seite) auf das 1,3 fache gesteigert werden
- Nachdem wir den Share Button eingebunden hatten, wurden doppelt so viele Inhalte von euch geshared.
- Gleichzeitig stieg die Anzahl der Besucher pro Share um über 20 Prozent.
- Die Klickrate (CTR) für den Like Button verdoppelte sich in der selben Zeit. Das kann an einer Verbesserung des EdgeRanks auf Grund des erhöhten Aufkommens an Shares liegen
- Inzwischen werden bei uns mehr Beiträge geshared als geliked
Gerade der letzte Punkt macht uns sehr glücklich und wir verbuchen das Experiment als vollen Erfolg. So konnten wir viele Leser vom eher schlecht performenden Like-Button zum sehr gut konvertierenden Share bewegen. Als Konsequenz wäre nun zu überlegen nur noch den Share Button anzubieten.
Was haltet ihr davon? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Share Button gemacht?
Wir reisen ja neben unserer Bloggertätigkeit auch als Speaker durch die Lande und werden dort bei Gesprächen häufig mit einem schwergewichtigen Argument gegen den Like Button konfrontiert: Die Geschwindigkeit.
Schuld daran ist, dass der Browser für jeden Like Button eine Vielzahl an Anfragen an die Facebook Server senden muss. So muss zum Beispiel die Like Button Grafik jedes Mal von den Facebook Servern geladen werden. Das kostet Zeit, Zeit die der Besucher einer Webseite unter umständen nicht bereit ist zu warten.
Heute Nacht hat Facebook zwei kleine Tricks zur Beschleunigung des Seitenaufbaus veröffentlicht:
- Durch eine zusätzliche lokale Seite wird besonders der Internet Explorer beschleunigt
- Durch das asynchrone Laden der Seitenelemente wird der Seitenaufbau nicht mehr blockiert.
Der erste Trick lässt sich wie folgt umsetzen: (weiterlesen …)

Ausschnitt aus der Infografik (Wie viele Unternehmen gefallen einem Nutzer auf Facebook)
Auf Allfacebook.com haben wir bereits eine Infografik veröffentlicht die beschreibt, warum Nutzer überhaupt Unternehmen in Social Networks folgen. Ein paar interessante Zahlen aus der Grafik:
- 32,9% der Nutzer folgen einem Unternehmen auf Facebook weil sie Kunden des Unternehmens sind
- 36,9% der Nutzer folgen einem Unternehmen auf Facebook weil es dort Angebote gibt
- 53,47% der Nutzer folgen auf Facebook nur 2-5 Unternehmen
- ca. 62% der Fans eines Unternehmen empfehlen das Unternehmen weiter
- 97,09% der Nutzer sagen das ihre Kaufentscheidung schon mal durch das Internet beeinflusst wurde
Viele der Zahlen werden auch direkt Twitter gegenübergestellt. Die Infografik ist also sicher einen Blick wert: (weiterlesen …)

Facebook Like
Was uns unser Leser Christian Franke vor kurzem erzählt hat, konnten wir auch erst nicht glauben. Facebook belegt Nutzer die zu viel liken mit einer Like-Sperre. Wir haben es inzwischen auch ausprobiert und mussten feststellen: Es stimmt. Dieser Schritt ist Facebook sicher nicht leicht gefallen.
Die Nachricht, die man bei “zu vielen” Likes bekommt lautet wie folgt:
Du wurdest vom Verwenden von „Gefällt mir“ blockiert, weil du diese Funktion wiederholt missbraucht hast. Diese Blockierung kann von ein paar Stunden bis hin zu ein paar Tagen andauern. Bitte sei vorsichtig, wenn du diese Funktion wieder verwenden kannst. Weiterer Missbrauch dieser Funktion kann zur dauerhaften Sperrung deines Kontos führen. Weitere Informationen dazu erhältst du auf der FAQ-Seite.
Bei Christian bestand der “Missbrauch” darin die Geburtstagswünsche seiner Freunde auf seiner eigenen Pinnwand zu liken. Aber der Ursprung für diesen Sanktion dürfte woanders liegen. So gibt es Seiten im Internet, die ihre Mitglieder dafür bezahlen, wenn Sie Fan einer Fanpage werden. Seiten wie Fanslave verkaufen nicht nur Fans, nein sie werben diese zuvor auch an. Für den Fan an sich ist es dabei leicht verdientes Geld, wenn er mit jedem Mausklick und Like um ein paar Cent reicher wird.
Und genau da setzt diese Sperre an: Wer innerhalb kürzester Zeit zu viele Elemente des OpenGraph Liked bekommt von Facebook eine entsprechende Verwarnung. Merkwürdig nur, dass Facebook den bekannten Anbietern von “Fans kaufen” Plattformen nicht anders beikommen kann. Die Anwälte bei Facebook sind schließlich nicht gerade zimperlich.
Ist euch das auch schon passiert, dass Facebook eure Like-Wut nicht so toll fand?