
Der Stromanbieter TelDaFax wird aufgrund seiner strategischen Ausrichtung auf Facebook im Social Web kritisiert und der Fall macht vor allem auch auf Twitter und in Blogs die Runde. Auslöser dafür ist dieser Post auf Facebook:
(Freitag 14:00 Uhr) Leute, die Seite ist echt nicht der geeignete Platz für Beschwerden und Kundenanliegen. Wir möchten Euch unterhalten, informieren, auf verschiedene Themen aufmerksam machen und Eure Meinung zu diesen Themen hören. Kontaktmöglichkeiten für Kundenanliegen seht Ihr unter “Info”.
(Freitag 16:51 Uhr) Wir bitten Euch das zu respektieren …
Die Kritik daran ist einleuchtend: Wer auf Facebook einen neuen Kommunikationskanal eröffnet der sollte auch wissen wie man damit umgeht oder sich zumindest nicht vor dem Feedback der Nutzer verschränken. Die Strategie die sich TelDaFax hier überlegt hat geht wohl an den Bedürfnissen und Erwartungen vieler Kunden vorbei. Diese erwarten, wie von vielen andern Firmen, im Social Web allerdings nicht nur Infomation und Entertainment. Auch ehrliche und offene Kommunikation die sich nach ihnen und ihren Bedürfnissen ausrichtet spielt eine Rolle. Der BVDW schreibt z.B. in ihrem Social Media Leitfaden ganz passend:
Die Meinungen, Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe helfen Ihnen sowohl bei der Planung Ihrer Social-Media-Kampagne als auch bei der Auswertung des Kampagnenerfolgs. Sie sind der Schlüssel für den Erfolg einer jeden Kommunikationskampagne.
Ein ähnliches Phänomen konnte man bei der Facebook Kampagne der Deutschen Bahn betrachten. Zwar wurden dort viele Tickets verkauft es gab allerdings auch sehr viel Kritik weil die Kampagne nicht dialogorientiert war.

Eine passende Frage stellt hier aber auch Oliver Gassner in den Kommentaren zum Post: Denn wer bestimmt eigentlich wie auf Facebook kommuniziert wird? Das Unternehmen als Sender oder der Kunde als Empfänger?
Die Frage stellt sich seit je her im Social Web und dem Kontrollverlust für Marken der damit verbunden ist. TelDaFax ist hier nur ein Fall. Eine kurze Webrecherche macht klar, dass es wohl noch andere Baustellen gibt. Auch manch andere Unternehmen tun sich mit der Kommunikation auf Facebook schwer und finden nicht die richtige Contenstrategie.
Was ist eure Meinung, welche Punkte sollten bei einer inhaltlichen Ausrichtung auf Facebook beachtet werden? Hier ein paar Ansätze:
- Die Kommunikation an den Kundenwünschen ausrichten
- Auf Feedback eingehen, auch wenn es nicht zur primären Kommunikationsstrategie gehört
- Wenn sich Feedback & Unternehmensinhalte zu sehr unterscheiden, Strategie überdenken
- Die richtige Anzahl an Posts für sich herausfinden (weniger ist manchmal mehr)
- Auf die Relevanz der Posts achten
- Im Vorfeld prüfen welche “Baustellen” im Unternehmen bestehen und welches Feedback somit auch ziemlich sicher auf Facebook aufschlagen wird
- Das Wording an die Zielgruppe ausrichten
- Bei zu breitem Themenspektrum vlt. verschiedene Pages auf Facebook in Erwägung ziehen und das Potential überprüfen
- …
Das waren jetzt ein paar spontane und sehr pragmatische Punkte die sich speziell auf die Kommunikation ausrichten. Abgesehen davon gibt es natürlich noch viele strategische Punkte. Vielleicht schaffen wir mit euch noch eine größere Liste, was es bei der Kommunikation zu beachten gibt?
Bilder: Bastografie / photocase.com