Ein Aufschrei ging am vergangenen Wochenende durch die deutsche und internationale Presse. Facebook möchte durch eine Änderung in den Privacy Richtlinien in Zukunft die automatische Datenweitergabe an externe Dritte ermöglichen. So sollen zertifizierte Webseiten und Anwendungen ohne weitere Einverständniserklärung des Nutzers Zugriff auf die Nutzerdaten erhalten.
Das konkrete Szenario sieht vor, das ein Nutzer einmalig und jederzeit wiederrufbar seine Einverständnis zur ungefragten Datenweitergabe gibt. Dies wird durch einen klar definierten Opt-In Prozess erfolgen. Anschließend können Dritte, welche eine Prüfung durch Facebook durchlaufen haben ohne weitere Rechteanfragen auf die persönlichen Daten zugreifen. In Facebooks Blogpost liest sich das wie folgt:
Sie sind mit eine der größten Plagen in Facebook, Anwendungen die Nutzer und deren Freundeskreis ungefragt auf Bildcollagen verlinken und diese dann noch über sämtliche Freundespinnwände verteilen. Erst in den letzten Wochen konnte man eine Spamwelle bemerkten mit Applikationen die behauptet haben die Besucher des eigenen Profils ausfindig machen zu können. Durch aktuelle Platform Policy Änderungen will Facebook diesen Anwendungen nun einen Riegel vorschieben. Im Detail:
“You must not publish a Feed story unless a user has explicitly indicated an intention to share that content, by clicking a button or checking a box that clearly explains their content will be shared.” (DPP VI.A.1)
Hiermit wird der automatische Versand von Feedmeldungen verboten. Der Nutzer muss den Versand in Zukunft explizit anfordern.
“You can tag a photo only with the express consent of the user on whose behalf you are doing the tagging, and must only tag images when the tag accurately labels what is depicted in the image.” (DPP V.13)
Nutzer müssen also auch zum Tagging von Personen und Freunden ihre Einverständnis geben. Zudem ist das Tagging von Personen auf Fotocollagen oder ähnlichem nicht mehr erlaubt.
“You must not provide users with the option to publish the same Feed story to more than one friend’s Wall at a time.” (DPP VI.A.2)
Eine Anwendung darf eine Feed Story nur noch auf maximal die Pinnwand eines Freundes posten.
Wir denken, das ist ein wichtiger Schritt zu Spamabwehr. Zu beachten bleibt dabei allerdings, es handelt sich nur um eine Policy. Das heißt Facebook hindert Anwendungen nicht daran zu spammen, sondern verbietet es ihnen nur. Wird eine Anwendung allerdings auffällig, kann sie nun ohne Probleme gelöscht werden. Falls euch solche Anwendungen auffallen meldet diese am besten sofort bei Facebook, jede Applikation hat am Ende der Seite einen kleinen Report Button.
Die geplanten Änderungen an der Facebook Platform sind dramatisch. Nun hat Facebook das Video zur Präsentation der Facebook Roadmap online gestellt, so dass jeder noch einmal selbst hören und sehen kann, was geplant ist.