Schon in der letzten Woche konnten wir euch eine Infografik zum Thema Sicherheit auf Facebook hier im Blog zeigen. Nun wollen wir zwei neue Features zeigen die in Zukunft den Nutzer besser schützen sollen:
Vertrauenswürdige Freunde

Facebook vergleicht diese Funktion mit dem Prinzip das wir schon aus dem realen Leben kennen: Für den Fall dass wir einmal den Haustürschlüssel vergessen oder verlieren gibt man ja gerne mal den Haustürschlüssel an besonders gute Freunde.
So ähnlich funktioniert dies nun auch auf Facebook. Generell kann man zwar ein vergessenes Passwort mit der eigenen E-Mailadresse wieder herstellen allerdings besteht in vielen Fällen, wie Beispielsweise einem Accounthack, nicht mal diese Möglichkeit. Für diesen Fall lassen sich nun auf Facebook besonders gute Freunde definieren mit denen es möglich wird wieder auf den eigenen Account zuzugreifen. Natürlich wird dabei nicht dass Passwort an die Freunde weitergegeben. Jeder Nutzer kann dabei 3-5 Freunde definieren die dabei helfen können um sich wieder auf Facebook anmelden zu können. Wird das Passwort dann vergessen auch der Zugriff auf die E-Mails besteht nicht mehr so wird an alle ausgewählten Freunde ein Code geschickt welchen man im Eingabefeld eintragen muss. Danach kann ein Nutzer wieder auf den Account zugreifen.

Ein ähnliche Funktion hat Facebook bereits mit der Bilderauthorisierung implementiert. So müssen bei dieser Sicherheitsoption die eigenen Freunde auf Bildern erkannt und markiert werden.
Die Funktion ist derzeit noch nicht für alle Verfügbar und wird noch getestet.
Passwörter für Anwendungen

Für externe Anwendungen lassen sich in Zukunft eigene Passwörter generieren. Dabei spricht Facebook nicht von Anwendungen wie Farmville, oder sonstige Spiele innerhalb von Facebook, denn hier braucht man natürlich nicht wirklich ein eigenes Passwort. Gemeint sind Passwörter für Apps oder Programme in denen man sich auch mit den normalen Logindaten anmelden kann. Also Beispielsweise Chatanwendungen wie Jabber oder auch Apps für Smartphones. Sollte mit einem dieser Dienste etwas nicht richtig funktionieren so kann einfach die Anwendung entfernen werden und auch das richtige Facebook Passwort ist nicht in Gefahr.

Um ein Passwort einzustellen muss man nur in die Kontoeinstellungen auf den Punkt Sicherheit und dort dann den Punkt “Passwörter für Anwendungen” wählen. Auch diese Funktion befindet sich derzeit im Test und ist nicht für alle Nutzer verfügbar.


In einem Interview mit unserem Schwesterblog insidefacebook sind nun neue Informationen rund um den neuen OpenGraph bekannt geworden. Diese lassen teilweise Erinnerungen an das Apple Ökosystem aufkommen.
Der neue OpenGraph wurde bei der f8 in SanFrancisco vorgestellt und unterscheidet sich vom bisherigen OpenGraph darin, dass man Gegenstände in Zukunft nicht nur “liken” kann sondern zum beispiel auch “lesen”, “essen”, “kochen”, “angeln”, … Es kann also fast jedes Verb als Verbindung zwischen dem Nutzer und einem Gegenstand gewählt werden.
Die Eckpunkte:
- Facebook wird alle Anwendungen, die auf den neuen OpenGraph zugreifen wollen von Hand überprüfen und erst dann freigeben.
- Bestimmte Verben sind nicht erlaubt: dislike, hates, fucked, …
- Es wird keine “clowny”-Apps geben, die keinen Mehrwert bieten und die Gefahr von Spam bergen
- Vorerst wird es also auch keine API für das erstellen von eigenen Verben geben
- Es ist aber zu erwarten das sehr schnell ein nützlicher und großer Pool an freigegeben Verben existieren wird
- Anwendungen die Nutzer installieren aber nicht mehr nutzen werden in der persönlichen Timeline ausgeblendet
- Anwendungen die mehr posten als andere werden in der Darstellung nicht bevorzugt
Gerade der erste Punkt dürfte vielen Entwicklern im Magen liegen. Denn er bedeutet, dass man im Projektplan unter Umständen lange Wartezeiten einplanen muss, wenn man eine Anwendungsfreigabe benötigt. Ad-Hoc Anwendungen wären kaum noch möglich. Auch ist abzuwarten, wie Facebook vorgeht, wenn tausende Blogbetreiber ihre Webseite für den OpenGraph freischalten lassen wollen. Hier ist seitens Facebook sehr viel Manpower gefragt.
Facebook unterscheidet den neuen Prozess zum freischalten von Apps deutlich von den klassischen Apps. Diese wurden bisher alle zugelassen und bei Bedarf voll- oder halbautomatisch gesperrt.
Wie findet ihr diese Ankündigungen? Plus für die Qualitätssicherung oder Minus für die Flexibilität und Kreativität?
Die gestern vorgestellte neue Profilansicht namens Timeline ermöglicht es nun wieder Anwendungen anderer Anbieter zum eigenen Profil hinzuzufügen. Diese Möglichkeit wurde von Facebook vor über einem Jahr abgeschafft. Jetzt ist sie wieder da und Dank OpenGraph viel besser als zuvor.
Anwendungen lassen sich entweder in der Timeline anderer Nutzer finden oder aber direkt aus der entsprechenden Seite des Anbieters heraus installieren. Wie nehmen als Beispiel hier mal den Guardian und dessen Facebook App.

Guardian App
Im nächsten Schritt wird dem Nutzer der neue Permissions Dialog gezeigt. Dieser bietet eine Vorschau darauf, wie die Nachrichten vom Guardian auf meiner Seite in der Timeline aussehen werden:

Berechtigungen Dialog
In diesem Permission Dialog kann auch direkt eingestellt werden, (weiterlesen …)

Wir wissen schon lange, dass es wichtig sein kann zu welchem Zeitpunkt auf Facebook gepostet wird. Laut einer neuen Studie von EdgeRankChecker.com ist es allerdings nicht nur wichtig wann wir posten sondern auch wie wir posten. So senken Tools die das Posten für den Administrator erledigen die Interaktionsrate um über 70%!
Wir selbst waren ja noch nie Fans solcher Tools. Auch wenn viele dieser Tools inzwischen gut eingestellt werden können (besonders Hootsuite) sind wir der Meinung dass sich die Betreiber von Pages durchaus die Zeit nehmen sollten um ihre Statusupdates händisch zu posten. Besonders wenn man sich komplett automatisierte Posts wie die von Networked Blogs ansieht, kann man sich vorstellen, dass hier neben dem schlechteren EdgeRank auch der Inhalt zum Engagement Verlust führt. Unsere Fans sind uns diesen kleinen Mehraufwand schon seit Beginn des Blogs wert und wir finden dies sollten sich auch andere Page Betreiber zu Herz nehmen.
Aber warum genau ist die Interaktionsrate bei Posts von solchen Apps eigentlich niedriger als bei händischen Posts? Dies hat mehrere Gründe:
- Facebook fasst Meldungen von der gleichen App oft zusammen. Das heißt die Beiträge werden nicht einzeln angezeigt sondern mit anderen Beiträgen zusammengefasst die nicht mal von der eigenen Facebook Page stammen. Dort steht dann oft etwas wie “and 32 more from Networked Blogs”
- Die Inhalte sind oft nicht für Facebook optimiert. Oft werden nicht alle Möglichkeiten genutzt die Facebook bietet. So wird manchmal kein Text im Statusupdate genutzt oder die Links werden nicht schön optimiert. Das dies in Hootsuite funktioniert wissen wir, bei vielen anderen Apps kann dies jedoch gar nicht eingestellt werden.
- Facebook berechnet nicht nur für Pages den Edgerank sondern auch für Apps. Facebook bewertet bekanntlich die Inhalte für die Nutzer mit Hilfe des Edgerank, genau bei diesem Algorythmus schneiden externe Anwendungen meist schlechter ab. Auch wenn die Posts in der App für die eigene Page gut optimiert wurden kann es deshalb passieren das Facebook diese abwertet weil die Anwendung an sich ein niedrigeres “Vertrauen” bei Facebook hat als die Page.

Ein Beispiel dafür wie Facebook Meldungen auf Facebook zusammenfasst (Quelle: EdgeRankChecker)
Weitere Gründe findet man auch beim Originalpost.
Wir können eigentlich nur Empfehlen sich klar zu machen, wie viel einem die eigenen Fans wert sind und möglichst viele Nachrichten selbst und personalisiert zu posten. Besondern kompletten Automatismus wie bei Networked Blogs empfehlen wir keinem. Die Apps haben aber immer noch ihre Daseinsberechtigung nicht verloren, denn viele bieten einen Funktionsumfang den Facebook selbst nicht hat. So kommt es natürlich auch mal vor, dass Posts eingeplant werden müssen, weil gerade keine Ressourcen verfügbar sind.
Nutzt ihr Tools zum automatisierten posten? Warum?