Rechtliche Voraussetzungen für den Einsatz des “Besucheraktions-Pixels” von Facebook (inkl. Einwilligungsmuster)

Rechtliche Voraussetzungen für den Einsatz des “Besucheraktions-Pixels” von Facebook (inkl. Einwilligungsmuster)


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Mit dem neuen “Besucheraktions-Pixel” bietet Facebook ein Tool zum Conversion Tracking an. Bisher war es problematisch den Erfolg von Werbemaßnahmen auf Facebook außerhalb der Plattform zu erfassen. Wird dagegen der “Besucheraktions-Pixel” in die eigene Website eingebunden, kann zum Beispiel ein Händler den Weg eines Nutzers vom Klick auf einen Anzeige bei Facebook bis  zum Kaufabschluss im Onlineshop nachverfolgen.

Doch so nützlich der “Besucheraktions-Pixel” sein mag, so problematisch ist er aus der Sicht des Datenschutzes. Daher darf er nur mit Einwilligung der Nutzer eingesetzt werden. Überraschend ist, dass nicht nur das Gesetz, sondern auch Facebook selbst die Einwilligung fordert.

Rechtslage beim Conversion Tracking

Werden personenbezogene Transaktionen und sonstige Aktionen der Nutzer für statistische Zwecke erfasst, müssen die Nutzer dem ausdrücklich zustimmen (z.B. in den AGB eines Onlineshops). Um die Einwilligungspflicht zu umgehen, wurden daher statsistische Daten in pseudonymen Nutzerprofilen erfasst (d.h. ohne Identifikationsmerkmale wie Namen). Dabei reichte es bisher aus, den Nutzern eine Opt-Out-Möglichkeit zu geben. Nach den neuesten gesetzlichen Entwicklungen werden wohl in der Zukunft auch beim pseudonymen Tracking Einwilligungen notwendig (dazu mehr im Beitrag des Autors “Cookie-Richtlinie der EU – Augenwischerei, Do-Not-Track und Praxisempfehlungen“).

Conversion Tracking mit Facebook

Im Fall von Facebooks “Besucheraktions-Pixel” werden die Daten der Nutzer sehr wahrscheinlich zusammen mit deren Accountdaten, also personenbezogen, gespeichert. Zumindest hat Facebook nichts anderes verlautbaren lassen. Damit müssten die Nutzer in diese Erfassung einwilligen.

Das ist auch Facebook bewusst, daher darf der “Besucheraktions-Pixel” nur mit einer vorhergehenden Einwilligung der Nutzer eingesetzt werden.

Besucheraktionspixel - Einwilligung

Sie müssen dieser Erklärung zustimmen, bevor Sie Facebooks Besucheraktions-Pixel verwenden dürfen.

Einwilligungsverfahren

Bevor Sie den entsprechenden Code des  “Besucheraktions-Pixels” auf Ihrer Website laden, müssen die Nutzer über dessen Einsatz belehrt werden und ihm zustimmen. Das setzt entweder voraus, dass der Code dynamisch nachgeladen wird oder ein Seitenreload erfolgt.

Eine Einwilligung kann wie folgt eingeholt werden:

  • Pop-Up oder Banner auf der Website einblenden und um die Berechtigung fragen.
  • Einwilligung im Rahmen von Registrierungsprozessen oder Kaufabschlüssen in Onlineshops einholen.
Beispiel einer Einwilligung in den Einsatz des Besucheraktions-Pixels

Beispiel einer Einwilligung in den Einsatz des Besucheraktions-Pixels in einem Banner. Den Mustertext für die Datenschutzerklärung finden Sie weiter unten. Übrigens, so stellen sich die Datenschützer die Einwilligung zum jedweden Trackingverfahren in der Zukunft vor.

Muster einer Einwilligungserklärung

Im Rahmen der Einwilligung müssen Sie die Nutzer über den Einsatz des Pixels belehren. Diesen Text können Sie entweder in die die Einwilligung auf der Website übernehmen oder wie in dem Beispiel oben in die Datenschutzerklärung aufnehmen und darauf verweisen.

Konversionsmessung mit dem Besucheraktions-Pixel von Facebook

Mit Ihrer Einwilligung setzen wir innerhalb unseres Internetauftritts den “Besucheraktions-Pixel” der Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA (“Facebook”) ein. Mit dessen Hilfe können wir die Aktionen von Nutzern nachverfolgen, nach dem diese eine Facebook-Werbeanzeige gesehen oder geklickt haben. So können wir die Wirksamkeit der Facebook-Werbeanzeigen für statistische und marktforschungszwecke erfassen. Die so erfassten Daten sind für uns anonym, das heißt wir sehen nicht die personenbezogenen Daten einzelner Nutzer. Diese Daten werden jedoch von Facebook gespeichert  und verarbeitet, worüber wir Sie entsprechend unserem Kenntnisstand unterrichten. Facebook kann diese Daten mit ihrem Facebookkonto verbinden und auch für eigene Werbezwecke, entsprechend Facebooks Datensverwendungsrichtlinie verwenden https://www.facebook.com/about/privacy/. Sie können Facebook sowie dessen Partnern das Schalten von Werbeanzeigen auf und außerhalb von Facebook ermöglichen. Es kann ferner zu diesen Zwecken ein Cookie auf Ihrem Rechner gespeichert werden.

Diese Einwilligung darf nur von Nutzern, die älter als 13 Jahre alt sind erklärt werden. Falls Sie jünger sind, bitten wir, Ihre Erziehungsberechtigten um Rat zu fragen.

Bitte klicken Sie hier, wenn Sie Ihre Einwilligung widerrufen möchten: [Opt-Out-Link]

Die Einwilligung können Sie in der Datenbank oder einem Cookie speichern. Der Nutzer muss auf  jeden Fall die Möglichkeit haben, dem Tracking per Opt-Out-Link zu widersprechen.

Hinweis zum Muster: Dieses Muster ist für Ihre individuelle Nutzung kostenlos, ein Link zu diesem Beitrag “Muster von Allfacebook” wäre nett, ist aber keine Voraussetzung. Das Muster ist nach bestem Wissen verfasst, jedoch können weder der Autor noch Allfacebook die Haftung hierfür übernehmen. Sollten Sie eine individuelle Beratung benötigen, steht der Autor gerne zu Ihrer Verfügung.

Verbleibende Risiken

Nach meiner Ansicht werden die Datenschützer trotz dieses Vorgehens den Einsatz des “Besucheraktions-Pixels” für rechtswidrig halten. Das liegt daran, dass sie die Datennutzung durch Facebook für rechtswidrig halten. Denn nach deren Ansicht klärt Facebook die Nutzer nicht ausreichend über die Verwendung des Daten auf (Informationsseite des ULD).

Sprich, wenn Facebook nach Ansicht der Datenschützer rechtswidrig handelt, ist auch der Einsatz des “Besucheraktions-Pixels” rechtswidrig. Als Folge kann Ihnen passieren, dass Sie zu dessen Entfernung aufgefordert werden. Die Risiken sind mit denen beim Einsatz des Like-Buttons vergleichbar (dazu mehr im Beitrag des Autors “Das rechtliche Risiko bei Facebooks Like-Button inkl. Muster für die Datenschutzerklärung“).

Fazit

Der “Besucheraktions-Pixels” ist eine sehr hilfreiches Mittel um die Effektivität der Facebook-Werbeanzeigen zu messen. Um ihn einzusetzen müssen Sie jedoch eine Einwilligung der Nutzer einholen. Ansonsten verstoßen Sie gegen das Gesetz und die Vorgaben von Facebook. Ein Restrisiko bleibt trotzdem, da die Datenschützer diese Datenverwendung durch Facebook derzeit per se für rechtswidrig halten.

Interessant ist dabei, dass das Einwilligungsverfahren einen Vorgeschmack darauf gibt wie sich die Datenschützer den Einsatz jeglicher Trackingtools (also z.B. auch von Google Analytics) vorstellen. Es bleibt also abzuwarten, ob sich der  “Besucheraktions-Pixels” trotz dieser Hürden durchsetzen wird.

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