Whitepaper: Facebook Pages vs. Microsites

Whitepaper: Facebook Pages vs. Microsites


In unserem heutigen Whitepaper vergleicht Julian Facebook Pages und Microsites. Das Whitepaper ist als Download, auf Scribd oder natürlich auch als Blogbeitrag verfügbar.

Download:
Whitepaper: Facebook Pages vs. Microsites
PDF, 3.3 MB (Share & Embed via Scribd)

Gastbeitrag von Julian Grandke

Lange Zeit galten Microsites als die ideale Plattform für die Präsentationen neuer Produkte. In erster Linie größere Marken nutzten Microsites um separat ihrer eigentlichen Website ein neues Produkt oder eine neue Produktgruppe in den Fokus zu stellen. Vor allem die Autoindustrie fand großes Gefallen daran. Da fallen in diesem Zusammenhang auch schon mal Worte wie „virtuelle Testfahrt“. Mit dem Aufstieg sozialer Medien in den letzten Jahren, allen voran Facebook, verschob sich nicht nur in der allgemeinen Markenkommunikation einiges. Die vielen neuen Möglichkeiten auf Facebook bieten mittlerweile viele Optionen seine neuen Produkte einer breiten Masse vorzustellen und zu vermarkten. Das Ende der geliebten Microsites?

Um diese Frage zu beantworten, ist es zunächst einmal wichtig zu betrachten, welche Vorteile die jeweiligen „Kontrahenten“ so mit sich bringen. Denn eines kann man vorab sagen: Microsites und Facebook Pages bieten nicht dieselben Voraussetzungen und werden es auch nie. Sie sind also nicht 1:1 austauschbar.

Vor- und Nachteile von Microsites

Die offensichtlichste Stärke der Microsites liegt bereits im Namen. Microsites sind kleiner und minimierter als der grundsätzliche Maßstab einer Website. Ihr hauptsächlicher Wert liegt darin, dass sich der Nutzer vollständig auf ein bestimmtes Thema, in der Regel ein neues Produkt, konzentrieren kann. Dieses wird oftmals mit Video- und Flash-Animationen präsentiert, wodurch eine gewisse Dynamik entsteht.

Die Autoindustrie liebt Microsites


Ein gutes Beispiel für die Nutzung von Microsites ist die Präsentation des Audi A4. Neben der bereits erwähnten virtuellen Testfahrt, kann man in das Auto schauen, seine Farbe auswählen und viele wichtige Daten über sein mögliches Wunschfahrzeug erhalten. Die Bedienung der Seite verläuft in vielerlei Hinsicht spielerisch. Spielereien sind ein nicht zu unterschätzendes Merkmal guter Microsites. Der Nutzer sollte im besten Fall zum interagieren mit der Seite eingeladen werden.

Ikea und das interaktive Schlafzimmer


Ikea verfolgt bei einer Werbekampagne von Schlafzimmer-Einrichtungen einen anderen Ansatz und präsentiert auf einer Microsite verschiedene Werbespots, dessen Ende in Superzeitlupe läuft, während der Nutzer die Chance hat den Blickwinkel zu verändern und die einzelnen Produkte im Schlafzimmer anzuklicken und später einzukaufen.

Microsites: Fokus auf das Produkt

Aber zurück zu unserem Audi-Beispiel. Audi legt den Fokus komplett auf die Präsentation des A4. Man erhält keinerlei Ablenkung. Selbst der Link zur Weiterempfelung via Email ist nicht sonderlich offensichtlich. Und hier sind wir wieder bei der Stärke der Microsite. Während bei Facebook Pages, noch viel mehr als auf jeder Unternehmenswebsite, jede Menge Platz für Ablenkung droht (Chats, persönliche Nachrichten, Benachrichtigungen etc.), konzentrieren sich die Microsites voll auf das Produkt und haben auch technisch freie Hand.

Vor- und Nachteile von Facebook Pages

Der größte Vorteil von Facebook Pages ist sicherlich die Tatsache, dass man sein Produkt nun dort hat, wo sich bereits viele potenzielle Kunden befinden. Je nach Markenbekanntheit und inhaltlicher Beschaffenheit der Facebook Page lassen sich mehr oder weniger der über 500 Millionen Nutzer auf die eigene Seite locken.

Facebook Pages erleichtern die Inhaltsverbreitung

Sind Nutzer da lassen, sich die Inhalte der Seite, sollten sie denn relevant sein, im Prinzip weitaus schneller und leichter verbreiten als auf Microsites. Selbst wenn die Microsite, was heutzutage eigentlich das Mindeste sein sollte, das Teilen und Verbreiten der Inhalte unterstützt, ist man dabei oft gezwungen die Seite zu verlassen oder ein Pop-Up zu öffnen. Das sorgt für Ablenkung. Bei Facebook ist das alles in die Seite integriert.

Red Bull: Facebook Page mit multimedialen Reitern


Eine der erfolgreichsten Facebook Pages betreibt Red Bull. Der kultige Getränkehersteller aus Österreich zeigt dabei was alles möglich ist. Red Bull hat auf verschiedene Tabs verteilt ein buntes Entertainment-Programm eingebunden. So kann man hier die Twitter-Aktivitäten der von Red Bull gesponserten Athleten verfolgen, das eigene Web-TV anschauen, eigene Facebook Spiele spielen, die aktuell von Red Bull gebrandeten Veranstaltungen einsehen, Fotos bestaunen oder aktuelle Jobangebote durchstöbern. Das Web-TV kann man so als Facebook-Nutzer direkt kommentieren. Das Erlebnis ist multimedial verpackt und gibt dem Nutzer vielerlei Möglichkeiten.
Daher denken manche Microsite-Betreiber auch mittlerweile über einen Wechsel zu Facebook nach. Nissan ist vor nicht all zu langer Zeit diesen Weg gegangen, wie ich in meinem Blog beschrieben habe.

Fazit:

Im Vergleich zu einer Microsite punktet die Facebook Page also mit direkterer Ansprache des Nutzers, höherer Bereitschaft zur Inhaltsteilung und vor allem dem nicht zu unterschätzenden Community-Faktor. Die Microsite dagegen ist weitaus dynamischer und zudem fokussierter auf das eigentliche Produkt. Beide Varianten leben zudem von Interaktivität. Facebook Pages bedeuten vermutlich nicht das Ende der Microsites, allerdings müssen diese den soziale Netzwerken wie Facebook noch mehr entgegenkommen und diese integrieren. Einen guten Ansatz hat da Axe in Japan gewählt.

Über den Autor:
Julian Grandke ist Inhaber der Firma JuGrand Media, die sich auf die Schwerpunkte Social Media Marketing und Neue Medien konzentriert. Er arbeit darüber hinaus als freier Journalist und schreibt regelmäßig einen Blog zu Social Media und dem Web 2.0.

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Es gibt 11 Kommentare

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  1. 2
    king one

    die ganzen seo aspekte einer microsite werden im beitrag komplett ignoriert. fazit: es braucht eine richrtige mischung, richtige anwendung, sprich beides…

  2. 3
    wilma

    Leider gar nicht erwähnt sind hier die Zielgruppen: Noch nicht alle sind gleich aktiv auf Facebook, hier gibt es durchaus noch Gruppen, die über klassische Microsites leichter zu erreichen sind. Wir sollten noch nicht so tun, als spiegelte Facebook bereits die Nutzerschaft des gesamten Webs…

  3. 4
    Andreas Vichr

    Das „Je nach Markenbekanntheit und inhaltlicher Beschaffenheit der Facebook Page lassen sich mehr oder weniger der über 500 Millionen Nutzer auf die eigene Seite locken.“ ist aber doch wohl (hoffe ich) ironisch gemeint.

    Erstens; Wer von den „500 Millionen“ geht wirklich regelmässig auf Facebook

    Zweitens: Wie soll man diese verbleibenden Nutzer eigentlich erreichen. Das geht doch primär nur indem man seine Freunde zu einer Page einläd – und nicht mal das lesen alle Freunde.

    Mein Punkt: Ich bezweifle die schnelle Effektivität einer Facebook Page – ausser man bewirbt sie „traditionell“ von aussen.

    av

  4. 5
    Finn Reddig

    Hallo zusammen,
    ich glaube auch, dass beide Seiten weiterhin parallel nebeneinander existieren werden. Microsites haben das Ziel ein Produkt möglichst „sexy“ aber auch umfassend darzustellen. Das kann eine FB Site zurzeit nicht leisten. Die hat das primäre Ziel, das Produkt in einem „Interaktionsumfeld“ zu präsentieren, in dem sich schon einige Menschen als „Markenfans“ geoutet haben. „Interaktion“ ist wiederum das Manko einer Microsite – auf jeden Fall in den meisten Fällen. Zum Glück ändert sicht da langsam. Ich denke, dass vor allem die Vernetzung der Microsite mit den Interaktionsfunktionen von Facebook in den nächsten Jahren den Ton angeben wird.

    …das Problem „Nutzer zu generieren“ haben im Prinzip beide Seiten. Schrott wird nicht weiterempfohlen, ob Microsite oder FB Page. :)

  5. 6
    Thomas Hutter

    Danke für den Beitrag. Leider ist der Beitrag sehr oberflächlich ausgefallen und beleuchtet nur eine kleine Auswahl der massgeblichen Aspekte. Ich werde das Thema in Kürze ein wenig ausführlicher beleuchten…

  6. 8
    Julian Grandke

    Hallo zusammen,

    ich freue mich natürlich über das reichliche Feedback (auch auf Facebook) und die Likes. Zu ein paar Dingen möchte ich mich hier kurz äußern.

    @wilma Das ist ein weiterer „Nachteil“ von Facebook, den man sicherlich ergänzen könnte, den ich aber in meinem Beitrag vorausgesetzt habe.

    @king one Ich denke, dass man anhand des SEO-Aspektes noch mal einen separaten Vergleich erstellen könnte.

    @Andreas Vichr Die 500 Millionen Nutzer waren selbstverständlich nicht als Maß der zu erreichenden Zielgruppe gemeint. Zu Zweitens lohnt es sich vllt. diesen Artikel zu lesen: http://www.socialnetworkstrategien.de/2009/10/10-bausteine-fur-eine-erfolgreiche-facebook-fanpage-1-000-facebook-fans-in-6-wochen/

    @Thomas Hutter Ich bin sehr gespannt darauf und würde mich sehr über einen Link freuen. ;)

    @Finn Reddig Da kann ich dir nur zustimmen.

    @Lars Schwarz Danke für die Tipps zwecks Kommasetzung und Gedankenstriche. Warum du den Vergleich für überflüssig hältst, würde mich aber doch interessieren?

    Allgemein möchte ich noch sagen, dass sich natürlich noch weitere Aspekte ergänzen lassen. Ich habe versucht an grundlegenden Dingen zu erklären, warum Facebook Pages die Microsites eben nicht (ganz) ersetzen können. Demnach ist eine Vernetzung oder auch die parallele Nutzung in vielen Fällen sinnvoll.

    Ich freue mich über mehr Feedback, schöne Diskussionen und weitere Aspekte zum Thema.

    Beste Grüße
    Julian

  7. 9
    Lars Schwarz

    @julian: Meiner Meinung nach liegen der Unterschiede auf der Hand: der Vergleich ist ein wenig so wie ein Vergleich zwischen EBay und einem eigenen Online Shop: beide haben Vor- und Nachteile. Sagen wir es mal anders: eigentlich sind MicroSites und Facebook Pages nicht vergleichbar. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist die Tatsache, das die Facebook Page im Regelfall von einem User nur einmal gesehen wird, denn ab dem „gefällt mir“ Klick taucht diese „nur noch“ auf seiner Pinnwand/im Newsfeed auf – nachträgliche Neuerungen werden ab diesem Zeitpunkt nur noch selten wahrgenommen.
    Natürlich kann man auch diesen Aspekt jetzt hin und her diskutieren (eine MicroSite wird vielleicht auch nur einmal betrachtet – je nach Inhalt ), ich glaube aber es ist schwierig User die bereits „Fan“ einer Page sind wieder zum Betrachten der eigentlichen Page zu bewegen.
    Schwieriges Thema und gewissermaßen Geschmackssache also :) Wie sagt man: just my 2 cents…

  8. 10
    Julian Grandke

    @Lars Das könnte man in der Tat hin und her diskutieren. ;) Es kommt natürlich immer darauf an was man daraus macht. Wenn man seinen Youtube Channel mit eintönigen Botschaften füllt, will den auch keiner ein zweites Mal sehen. Das ist alles eine der Frage der Kreativität, des Einflusses und in manchen Fällen sicher auch des Kapitals. Diese Punkte gelten zwar auch für Microsites, bloß werden Facebook Pages verhältnismäßig häufiger aktualisiert als Microsites.

    Der Vergleich ergab sich vor allem daraus, dass manche Firmen (wie z.B. im Nissan-Beispiel) in letzter Zeit von Microsites zu Facebook Pages gewechselt sind. Wie sich das weiter verhält, wird man beobachten müssen.

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