Der Brezel Fall zeigt den Sinn der Community Pages

Der Brezel Fall zeigt den Sinn der Community Pages


Letzte Woche haben wir euch von den Community Pages berichtet, welche Facebook neben den Fanpages der Firmen und den Gruppen eingeführt hat. Eine neue Kategorie, die bei vielen von euch mehr für Verwirrung als für Verständnis gesorgt hat.

Heute haben wir nun einen Fall, der zeigt warum Community Pages unter Facebook-Verwaltung durchaus Sinn machen: Die Kommerzialisierung der Brezel Homepage.

Screenshot Brezel Facebook Page

Kann dieses Brezel mehr Fans als Tokio Hotel haben?“ fragte Martin Samorajski auf der von ihm angelegten Fanpage ganz frech. Und die Masse der Anti-Tokio-Hotel Freunde gab ihm die Antwort. 600.000 Fans in weniger als einem Monat. Die Tokio-Hotel Fanpage (400.000 Fans) war bereits am 11. Tag überholt, dafür gab es auch einiges an Medienrummeln. Das Martin S. mit dieser Fanpage gegen Facebook Regularien zum Betrieb einer solchen Page verstieß, interessierte anscheinend weder die Fans noch Facebook. Eine weitere Spaßseite – wie es so viele gibt, die dazu eigentlich auch nur aus den USA kopiert wurde. Dort erreicht eine kleine Essiggurke immerhin schon mehr als 1,5 Millionen Fans.

Stein des Anstoßes sind nun die zwei orange umrandeten Meldungen in unserem Screenshot (Update: Diese wurden inzwischen gelöscht). Dort wird offen angekündigt, dass die Brezel Fans nun auch Fans von so manchem Shopping-Angebot werden sollen. Den Anfang macht eine Werbe Statusmeldung von/für CityDeal. Der Betreiber kassiert dank dem über Bit.ly gehübschtem Reference Link bei jeder Bestellung 6€. Immerhin etwas über 2500 Klicks in 8 Stunden machen eine CTR von knapp 0,5% und ergeben bestimmt auch ein gutes Taschengeld. Kritische Kommentare zu diesem Vorgehen werden wohl teilweise vom Seitenbetreiber gelöscht.

Und genau hier zeigt sich der Vorteil einer Community Page. Dank entsprechender Größe, wäre diese wohl im Facebook Filter gelandet und hätte weitere Community Administratoren oder aber einen Facebook Administrator zur Seite gestellt bekommen. Die kleine Zweckentfremdung dieser „Fanpage“ wäre so sicher verhindert worden. Was meint ihr, wo ist hier die Grenze zwischen erträglicher Werbung und Spam? Ist Zalando Werbung noch genehmigt, oder macht das streng genommen keinen großen Unterschied zu Potenzmittelchen & Co? Im Endeffekt wird dies wohl auch die Reaktion der Fans zeigen.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Pin on PinterestShare on LinkedInBuffer this pageEmail this to someone
Kategorien
Veröffentlichung 12. April 2010

Es gibt 16 Kommentare

Deinen hinzufügen
  1. 1
    Thomas Hutter

    Hallo Facebookmarketing.de Team – Gute Beobachtung und guter Beitrag. Beim Besuch vieler Fanpages fragt man sich, was wohl der Sinn hinter dieser Page sein könnte. Das Beispiel mit der Bretzel zeigt gut auf, was bei vielen Seiten der Sinn ist – Kontakte sammeln für spätere Marketingaktionen. Was früher über Massenemails und gefakte Websites passierte wird heute in Fanpages mit der Fangewinnung wiederholt. Im Zusammenhang mit Affiliateprogrammen oder aber auch dem Verkauf von Statusmeldungen (letzthin ist in XING die Frage aufgetaucht, wie viel eine kommerzielle Statusmeldung wert hat) erhoffen sich Fanpage-Betreiber die schnelle Kohle – meiner Meinung nach eine Form von SCAM.

  2. 2
    Thomas Thaler

    Wenn Facebook seine (eigens aufgestellten) Regeln auch nur halb so intensiv vollstrecken würde, wie ständig nur ankündigen – gäbe es solch Missbrauch nicht.

    Nichts gegen Werbung – jedes kommerzielle Unternehmen will irgendwas verkauften, das ist ja nichts Böses. Nur dann bitte auch die Fanpage klar auszeichnen: wer steckt dahinter, Link zu einem Impressum, Firmenbuchnr, etc.

  3. 3
    Horst Seidel

    Ich fand die Fanpage von Martin Samorajski witzig. Direkt, als die Zalando-Werbung kam, habe ich meinen Fan-Status gelöscht. Basta.

  4. 4
    Sebastian

    Sehr guter Bericht und äußerst interessant! Bin gespannt, wie sich das Thema Affiliate in Social Networks entwickeln wird.

    Doch wenn ich Fan werde von einer Brand Page, folge ich bewusst der Marke für die ich mich begeistere. Jedoch im Fall „Brezel“ denke ich mir, dass Reaktion wie @Horst Seidel sich häufen werden.

    Wenn Facebook sich nicht mehr länger als Spam-Schleudern betätigen will, muss intensiver und strenger gemonitored werden.

  5. 5
    marco

    gute frage von euch.

    wenn man bedenkt, dass facebook ja das neue web werden will, dann ist auch klar, dass dieses auch zum geldverdienen genutzt wird.

    dementsprechend finde ich es nicht nachvollziehbar, dass facebook zwar mit dem bewerben der fanpages geld verdienen will, aber dann eine weitere vermarktung der seiten über affiliate programme oder adsense unterbindet.

    das muss sich ändern, wenn facebook seine visionen verwirklichen will.

  6. 7
    facebookmarketing.de | Jedes Interesse, jede Stadt uvm. wird zu einer Facebook Community Pages – Details und Features der neuen Pages und Connections

    […] Community Pages sind, wie wir schon berichtet haben Pages zu einem bestimmten Thema welche von der Community geleitet werden. Wie auch bei Fanpages von Unternehmen, Organisationen, Webseiten, Promies usw. können die Nutzer so ihr Interesse an einem besimmten Thema bekunden. Im Gegensatz zur klassischen Fanpage gibt es dort allerdings keinen Administrator, d.h. Community Pages können auch nicht so einfach für ungewollte Werbung missbraucht werden wie Fanpages (siehe Brezel Beispiel). […]

  7. 8
    Henner

    hmmm.. eins verstehe ich nicht… da heißt es ja unter anderem, dass facebook mit den community pages spam vermeiden will. dabei entwickeln sich die community pages momentan selber als plage. sucht man bspw. nach bestimmten unternehemenspages werden einem zig communitypages angezeigt – alle ohne relevanten inhalt versteht sich. wie soll sich denn dann das unternehmen „xyz-company“ mit einer eigenen fanpage genau unter dem markennamen etablieren können? ich habe das gefühl, dass facebook die communitypages ein wenig aus dem ruder laufen und bin gespannt auf die weitere entwicklung…

  8. 13
    facebookmarketing.de | Warum Facebook für Pages kein Geld nehmen wird

    […] Fun-Pages erscheinen auf den ersten Blick sinn und nutzlos. Keiner braucht sie und einige stören diese sogar. Aber sie gehören zum System Facebook. Mark Zuckerberg wollte und will auf Facebook das reale Leben abbilden. ein reales Leben in dem es auch die Graffitis, Toilettenspruch-Kritzeleien und Stammtisch Allgemeinplätze gibt, die Teil einer relativ freien Meinungsäußerung sind. Und der ein oder andere soll mit Brezel-Homepages schon ein kleines Vermögen gemacht haben. […]

+ Hinterlasse einen Kommentar