Qualitätsoffensive im Open Graph: Fokus auf hochwertigen Content

Facebook will, dass der auf Facebook geteilte Content in Zukunft qualitativ hochwertiger wird, denn nur dieser verbreitet sich auf Facebook weiter.
Da sich der Faktor Mensch in der Auswahl der geteilten Nachrichten aber nur schwer einschränken lässt, geht das Netzwerk jetzt einen anderen Weg und beginnt erst einmal den Entwicklern Regeln mitzugeben, wie qualitativ hochwertiger Content aussieht und was in Zukunft nicht mehr erlaubt und möglich ist.

Dazu hat Facebook heute Nacht eine entsprechende Ankündigung im Entwickler Blog gemacht. Die geplanten Änderungen werden in 90 Tagen umgesetzt.

Klaus erklärt im folgenden Gastbeitrag detailiert worum es sich bei den Änderungen handelt und wie diese sich auf den Newsstream jedes einzelnen Nutzers auswirken werden.

builtin vs. custom

Um nicht für Verwirrung zu sorgen, vorab eine kleine Begriffsklärung: Generell wird bei Aktionen im Open Graph zwischen den von Facebook angebotenen builtin-Actions und den selbst von Anwendungen definierten Aktionen, den custom-Actions unterschieden. Die builtin-Actions kennt man wahrscheinlich von allen “großen” wie z.b. Spotify oder dem Washington Post Social Reader benutzt. Von den builtin-Actions gibt es momentan fünf verschiedene: like, follow, read, watch und listen.

Fokus auf hochwertige Open Graph Actions

Drei der eingebauten Open Graph Actions (read, listen, watch) werden beim konsumieren von Inhalten ausgelöst. Und bei diesen drei soll es dafür auch bleiben: Jegliche andere custom-Action, die ausgelöst wird, wenn der Nutzer Inhalte irgend einer Art konsumiert, wird abgeschalten. Wenn ein Online-Shop z.b. jedes von einem Nutzer aufgerufene Produkt mit einer Aktion ala “Klaus hat angesehen..” in den Open Graph geschrieben hat, soll dies mit der Änderung in Zukunft nicht mehr möglich sein.

Hört sich zuerst nach einer drastischen Änderung an, doch eigentlich ändert sich gar nicht so viel. Alle anderen custom-Actions (cooked, starred, ..), die ausgelöst werden wenn der Nutzer tatsächlich eine Aktion per Klick macht, sind weiterhin erlaubt.

Die Erklärung liegt auf der Hand: Facebook möchte den konsumierten Inhalt besser aufbereiten. Dies ist bei ihren eigenen, fest definierten Aktionen, leichter, als wenn jede App ihre eigenes semantisches Süppchen kocht. Die builtin-Actions unterliegen zudem strengeren Auflagen als custom-Actions, da vor der Freischaltung überprüft wird, ob man wirklich Lizenzinhaber des Inhalts ist.

Teil der Qualitätsoffensive sind auch neue Open Graph Guidelines und überarbeitete Platform Policies. Des Weiteren werden Open Graph Actions mit Bildern oder Karten bevorzugt. Diese haben am meisten Engagement erzeugt und werden in Zukunft noch häufger angezeigt.

Abschalten von Authenticated Referrals 

Authenticated Referrals werden abgeschalten. Diese boten für Anwendungen eine bequeme Möglichkeit, dass beim Klick auf eine Open Graph Story direkt eine App-Authentifizierung vorgeschalten wurde. Dies gab der Anwendung die Sicherheit, dass jeder Nutzer der Anwendung schon alle erforderlichen Permissions abgegeben hat. Der Entwickler wurde so vom Handling der Installation entbunden.

Unbequemer für Entwickler, aber schöner für Konsumenten, ist es natürlich wenn die Installation erst dann verlangt wird, wenn es wirklich etwas zu veröffentlichen gibt. So kann der Nutzer erst mal unverbindlich in der Anwendung stöbern und Vertrauen aufbauen. Natürlich nur, wenn die Anwendung den entsprechenden Mehrwert bietet. Die Akzeptanz von Authenticated Referrals aus dem Open Graph liegt bei ca. 30%. Die sonst übliche Akzeptanz bei Authentifizierungen liegt bei ca. 60%.

Keine Posts bei Freunden mittels Graph API

Komplett entfernt wird die Möglichkeit über die Graph API mittels der publish_stream Permission im Hintergrund auf die Chronik eines Freundes zu schreiben. Sehr begrüßenswert: Diese Möglichkeit wurde ohnehin mehr miss- als ge-braucht. Davon unberührt ist natürlich ein Posting auf die Chronik von Freunden von mittels JS-SDK, also mit dem altbekannten Publish-Dialog, wie im folgenden zu sehen. Diese funktioniert weiterhin.

90 Tage Zeit

Anwendungen die momentan eine custom-Action zum Konsum von Inhalten nutzen haben 90 Tage Zeit um auf eine der builtin-Actions zu migrieren. Für die Authenticated Referrals und den Wall-Post mittels Graph-API gilt die gleichen Deadlines, wie in der Platform Roadmap nachzulesen.

 

Über den Autor:

Phlow-Autor Klaus Breyer

Klaus Breyer: Gründer und Geschäftsführer der buddybrand GmbH, dort verantwortlich für Technologien und Prozesse. Als Social Media Agentur entwickelt buddybrand digitale Marken- und Kommunikationsstrategien, kreiert Inhalte und Kampagnen, und schafft internes Verständnis und Strukturen für internationale Markenunternehmen wie ŠKODA International, Wilkinson, Heineken, Helvetia Versicherung oder Storck. Von der Strategieentwicklung über die Konzeption bis zur konkreten Umsetzung arbeitet, leidet und feiert das 35-köpfiges Team zusammen.

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