Neue Facebook “Poke” App für iOS mit “Selbstzerstörungsmodus” für Nachrichten, Bilder und Videos verspricht mehr Privatsphäre

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Facebook Poke

Nur wenige Stunden nachdem wir die Redaktion für unsere kleine Weihnachtspause geschlossen hatten, hat Facebook noch eine neue App für iOS vorgestellt. Mit “Poke” kann man Nachrichten an Freunde versenden, die mit einem “Selbstzerstörungsmodus” ausgestattet sind.

Das funktioniert so:

  • Nutzer A nimmt ein Foto oder Video auf, oder schreibt einen Text, den er mit einem Freund teilen möchte.
  • Nutzer A stellt ein, dass dieses Bild / Video / Textstück vom Empfänger nur x Sekunden angezeigt werden kann
  • Nutzer B bekommt eine Benachrichtigung, dass in der Poke App eine Nachricht für ihn wartet.
  • Wenn Nutzer B diese Nachricht antippt (und den Finger drauf lässt) kann er diese für die voreingestellten Sekunden einmalig sehen
  • Im Anschluss wird die Nachricht auf beiden Endgeräten gelöscht
  • Hat Nutzer B in den wenigen Sekunden einen Screenshot der Nachricht angefertigt, wird Nutzer A über diesen Umstand informiert.

Facebook hat diese Anwendung innerhalb von 12 Tagen entwickelt und online gebracht. Gerüchteweise soll sogar Mark höchstpersönlich seine Finger (und Stimmbänder) mit im Spiel gehabt haben. Facebook positioniert die App als Konkurrenzprodukt zu der in Amerika sehr beliebten App “Snapchat”. Diese bietet einen nahezu identischen Funktionsumfang. Zwischen der Poke App und der Facebook Plattform gibt es derzeit außer der Auswahl der Facebook Freunde als Empfänger keinerlei Verbindung. Selbst harmlose Pokes ohne Foto oder Videomaterial aus der App werden auf Facebook nicht angezeigt.

Snapchat wird in Amerika von vielen Jugendlichen zum sogenannten “Sexting” genutzt. Dabei werden nicht ganz jugendfreie Fotos zwischen den Teilnehmern versendet. Der “Selbstzerstörungsmodus” der Nachrichten sichert dabei zumindest scheinbar die Privatsphäre.

Während Facebook auf den eigenen Servern wohl auch alles unternimmt um die Nachrichten (nach einer Aufbewahrungszeit von zwei Tagen) wirklich zu löschen, scheint es mit dem Schutz auf den Endgeräten allerdings nicht so weit her zu sein. So können mit einer einfachen Anleitung zumindest Video Nachrichten gespeichert und kopiert werden, ohne das der Absender dies mitbekommen würde.

Ob und wann es eine Android Version der App geben wird ist im Moment nicht klar. Da die App in den Downloadcharts von Apple aber bereits kurz nach Weihnachten abstürzte, wäre es auch möglich dass Facebook die App wieder einstellen wird. Dann hätte Snapchat den Kampf David gegen Goliath für sich entschieden.


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