Facebook Messenger wird für jeden Facebook-Smartphone-App-Nutzer zur Pflicht

Facebook Messenger wird für jeden Facebook-Smartphone-App-Nutzer zur Pflicht


Insgesamt nutzen über 1 Milliarde Menschen Facebook mobil. Ganze 40 % davon sind dabei nur noch mobil auf Facebook unterwegs. Für fast alle dieser Nutzer steht in den nächsten Tage eine große Änderung an, denn Facebook wird alle dazu zwingen, auch die Messenger App zu nutzen. Zumindest, wenn man in Zukunft mobil noch Nachrichten verschicken will. Genau diese Funktionalität wird komplett aus der normalen App verbannt und ist dann nur über die Messenger App möglich.

Neu ist dieser Schritt nicht. Im April hatte Facebook die Messenger App in den USA, Frankreich, Großbritannien und Dänemark, Schweden und Norwegen bereits ausgegliedert. Laut Facebook hat man hier positive Ergebnisse erzielt. So würden Personen, die auch den Messenger nutzen, um 20 % schneller antworten und sowohl der Messenger als auch die normale Facebook App werden schneller, wenn man sie getrennt voneinander nutzt. Die integrierte Nachrichten-Funktion wird sowohl am iPhone als auch am Android-Smartphone durch einen Shortcut zum Messenger ersetzt. Wer ein anderes System, wie beispielsweise Windows nutzt, hat diesen Zwang noch nicht. Wer jetzt schon beide Apps nutzt, kennt die Funktion allerdings bereits:

Facebook App und Messenger Seite an Seite

Facebook App und Messenger Seite an Seite

 

Facebook äußert sich zu diesem Schritt gegenüber TechCrunch so: 

“In the next few days, we’re continuing to notify more people that if they want to send and receive Facebook messages, they’ll need to download the Messenger app. As we’ve said, our goal is to focus development efforts on making Messenger the best mobile messaging experience possible and avoid the confusion of having separate Facebook mobile messaging experiences. Messenger is used by more than 200 million people every month, and we’ll keep working to make it an even more engaging way to connect with people.”

Wir würden grundsätzlich zustimmen, dass die Messenger App deutlich besser ist, um Nachrichten zu schreiben. Sie ist deutlich aufgeräumter, schneller und bietet auch zusätzliche Funktionen. Dabei macht es durchaus Sinn, nicht viele verschiedene Möglichkeiten anzubieten. Ob die Nutzer diesen Vorteil auch wirklich wahrnehmen, ist dabei jedoch fraglich. Nicht jeder hat Lust auf eine weitere mobile App oder will immer zwischen den Apps wechseln. Gerade, wer nicht das neueste iPhone oder Android-Smartphone besitzt, wartet schon mal 5 – 10 Sekunden zwischen jedem Wechsel der App, was sich nicht gerade positiv auf die Nutzung auswirkt. Am Ende des Tages wirkt dieser Schritt für Nutzer aber mal wieder leider so, als würde Facebook tun, was es will und sich über den Willen der Nutzer hinwegsetzen. [tweetable]Wer den Messenger nicht nutzen will, darf seine Facebook App künftig nicht mehr aktualisieren.[/tweetable]

 

Facebook Messenger Pflicht in der iOS App

Facebook-Messenger-Pflicht in der iOS App

Für Facebook macht der Schritt auf jeden Fall Sinn. Die Möglichkeiten in zwei unterschiedlichen Facebook Apps sind deutlich größer und laut vielen Berichten steht der mobile Bezahldienst auch schon in den Startlöchern. Einige asiatische Messenger haben diese Funktion bereits integriert. Gut möglich, dass Facebook nun die gleichen Funktionen anbieten will. Eine Milliarde mobile Nutzer in der Facebook App sind da natürlich ein großer Vorteil. Bei „gerade mal“ 200 Millionen Menschen, die den Messenger jeden Monat nutzen, zwingt Facebook nun einen Großteil der 800 Millionen anderen Menschen dazu, sich eine zweite App zu installieren. Wenn man dann noch WhatsApp oder Instagram hinzufügt, wird die Omnipräsenz von Facebook auf dem Smartphone sehr deutlich.

Wann genau die Umstellung so weit ist, wissen wir nicht. Sie dürfte wohl in einem der nächsten Updates der Facebook App stecken, die „in the next few days“ veröffentlicht wird.

Messenger
Messenger
Entwickler: Facebook, Inc.
Preis: Kostenlos
Messenger
Entwickler: Facebook
Preis: Kostenlos

Bildquellen: TechCrunch / Facebook.com

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