Kurzinterview: Facebook Atlas-Einführung und Überblick @ AFBMC

Kurzinterview: Facebook Atlas-Einführung und Überblick @ AFBMC


Facebooks eigene Adserver-Lösung „Atlas“ war sicher eines der am längsten erwarteten Produkte des Social Networks. Seit 2014 ist es nun offiziell am Markt. Was Atlas aber nun genau ist und was man damit machen kann, das scheint bis heute ein Geheimnis zu sein. Zeit also, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Deshalb haben wir uns für die AllFacebook-Konferenz Thomas Thaler für dieses Thema ins Boot geholt. Vorab haben wir ihn zu Facebook Atlas befragt:

Thomas, dein Thema ist „Facebook Atlas“. Die Kommunikation von Facebook zu diesem Produkt ist ja nahezu nicht existent. Gibt es Facebook Atlas überhaupt?

Am 28.02.2013 hat Facebook die “Atlas Advertiser Suite” (so heißt das Ding eigentlich in Wahrheit) von Microsoft übernommen. In der für europäische Wettbewerbsbehörden unvorstellbaren Zeit von nur zwei Monaten wurde der Deal dann von den Behörden abgesegnet, seit dem 26.04.2013 darf man also offiziell von Facebook Atlas sprechen. Ende September 2014 wurde die neu entwickelte Version von Atlas vorgestellt.

Und wer hat da nun Zugriff oder wie kommt man in den Genuss?

Du fragst nicht, wie man in den Fight Club kommt. Du wirst gefragt, ob du in den Fight Club kommst. *haha* Im Fachchinesisch klingt das dann so: “Atlas is currently accepting new customers on an invitation-only basis.“

Wer kennt schon genau die Vertriebsstrategie von Facebook. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich bis zu meinem Vortrag da was zeigen kann.

Das hört sich für den Kleingewerbetreibenden alles andere als einfach an. Aber für die ist es ja wohl auch eher nicht gemacht?

Jetzt mal rein aus meinem subjektiven Bauchgefühl: ich glaube nicht, dass diese Features für ein tägliches Adbudget unter 1.000$ mittelfristig zur Verfügung stehen werden. Aber dafür gibt es ja Agenturen.

Welche Möglichkeiten bietet mir Atlas denn nun im Gegensatz zu den bekannten Facebook Advertising-Formen?

Ursprünglich hatte Atlas ja mit Facebook gar nichts zu tun, das sollte man immer im Hinterkopf behalten. Man kann es sich am besten als einen AdServer vorstellen, der auf zigtausenden Webseiten jede Sekunde Werbemittel ausspielt. Soweit so normal – davon gibt es viele – auch einige weltweit tätige. Der Atlas Werbeslogan “a comprehensive, uniquely powerful platform that can deliver the right messages to the right people in the places and moments that perform best.” ist also auf den ersten Blick nichts extrem Außergewöhnliches.

Spannend wird es erst, wenn man das big-picture von Facebook darüber klappt:

  • Im Frühjahr 2013 hat Facebook COO Sheryl Sandberg noch gesagt “there are no plans to create an ad network to serve Facebook ads on third-party sites”. Aus meiner Sicht wird allerdings genau sowas sicher kommen: Targeting von FB Usern auf den normalen Webseiten im Atlas Netzwerk. Wir bewegen uns also von soziodemografischen Gruppen hin zum “people-based marketing“. Leider geil.
  • Cookies sind eine sehr ungenaue und fehleranfällige Art des Trackens, das ist seit vielen Jahren bekannt. Da bietet die exakte Verbindung über das Facebook-Profil schon um einiges mehr an Einblick in den Consumer Life Cycle, vor allem auf mobilen Endgeräten.
  • Die so mögliche Verbindung von online und offline bietet echt lässige Verknüpfungen. Du kaufst dir eine Krawatte im Shop am Flughafen und gibst beim Zahlen deine E-Mail-Adresse bekannt. Somit kann der gesamte Werbekreis rekonstruiert werden – welche Online-Werbung hast du wann und wo von diesem Krawattengeschäft gesehen.

Und für dich als „Facebook Blackhat“-Speaker unserer letzten Konferenz: Hast du auch schon einen Weg gefunden, Atlas „kreativ“ zu nutzen?

Ganz in der Tradition des “people-based marketing“ werde ich wieder ein paar creepy Dinge herzeigen. So z. B. Verhaltensbeobachtung von Teilnehmern an politischen Diskursen. Welche Leute haben sich im Laufe eines Wahlkampfes zu meinen Themen hinbewegt, welche eher wegbewegt. Nicht ganz unwichtig, solche Details seiner Fanbase ständig im Auge zu behalten.

Danke Thomas! Wir freuen uns schon auf deinen Talk!

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Veröffentlichung 10. Februar 2015

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