Allfacebook Marketing Conference Berlin 2016: BVG, BILD, Nivea, BMWi

Allfacebook Marketing Conference Berlin 2016: BVG, BILD, Nivea, BMWi


Wenn sich über 600 Social Media Marketing Begeisterte zur Allfacebook Marketing Conference 2016 in Berlin treffen, wird nicht nur viel genetzwerkt, sondern auch viel neues vermittelt. Angefangen bei der BVG, über die BILD und Nivea oder das Bundesministerium für Wirtschaft – alle waren dabei. Als Gastautor werfe ich einen Blick auf meine erste Veranstaltung des aufregenden Tages im Cosmos Berlin, dem größten Kino der früheren DDR.

Originalität & Aktualität: BVG mit #WeilWirDichLieben

Nach dem Opening der Konferenz durch Jens und Fipsy ging es munter los, und zwar mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und ihrer Kampagne #WeilWirDichLieben.

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In ihrem Zentrum stehen Originalität („Der Twist muss immer Bestandteil sein“) und Aktualität (schnelles Reagieren und ggf. Karikieren, wie bspw. bei Facebook Trends, wie zu Beginn der Einführung von Reaction Emojis, in Folge dessen viele Seitenbetreiber Likes abgreifen wollten)

Die Zusammenarbeit zwischen BVG-Marketing und Agentur ist von Vertrauen geprägt, wie man einmütig betonte. Dadurch entsteht Freiraum für die Agentur, deren Arbeit weniger im Service auf den Social Media Kanälen besteht (dafür gibt es Agents aus den Call-Centern) als vielmehr Info und Unterhaltung.

Dabei bleibt man mit dem Gegenüber auf Augenhöhe, was auch bedeuten kann, dass man „dagegenhält“, wenn dieser sich ungebührlich verhält. Nutzerinhalte werden verwendet, nachdem man sich mit den Urhebern besprochen hat (Bsp. ein Füller, der in einer U-Bahn lag und nach einem Facebook Posting eine gewisse Popularität erlangte).

Allfacebook Marketing Conference 2016 - BVG

Was hat’s gebracht: Nach eigenen Angaben ist das Image leicht gestiegen, aber was vielleicht noch wichtiger ist: es wurden rund 20.000 Neuabonnenten gewonnen!

Allfacebook Marketing Conference 2016 in Berlin: Die BILD und der Einsatz von Messaging Apps

Malte Goesche, Head of New Platforms // Content Strategy, zeigte recht anschaulich, wie die Tageszeitung mit den vier Buchstaben sich dem Thema Messaging Apps erfolgreich angenähert hat. Die BILD ist in Deutschland aber auch weltweit Vorreiter beim Einsatz von WhatsApp bzw. Facebook Messenger.

Allfacebook Marketing Conference 2016 - BILD

„Wenn sich eine Medienmarke im Feed des Nutzers meldet, dann muss Relevanz vorherrschen“, sagt Malte. Das gilt sicherlich auch für andere Marken. Mit hohlen Inhalten erreicht man eben das Gegenteil als Marke, als das was man eigentlich will, nämlich Interaktion.

Nach den ersten Gehversuchen auf WhatsApp hat sich die Zeitung zuletzt auf den Facebook Messenger konzentriert. Eine Nutzerumfrage zu den eigenen Aktivitäten fördert denn auch interessante Ergebnisse hervor:

  • Im Durchschnitt sind 7 Nachrichten pro Tag zu einem Thema ideal
  • 50% der User wünschen sich Links in den FB Messenger News
  • 2/3 der Abonnenten lesen direkt nach Empfang
  • Redakteur vs. Feed: Feed gewinnt
  • Inhalte werden von über 50% der Abonnenten geteilt
  • Shareable/Snackable Content im Messenger wichtig
  • Click Through Rate (CTR) viermal höher als bei FB Seite

Klar, am Ende zählt für die BILD die Meldung. Und es stellt sich die Frage, ob Chatbots das „Next Big Thing“ sind und hier attestiert Malte eine Divergenz zwischen Kundenanspruch und den bisher bestehenden Bots. Und: wir reden hier von aktuell rund 30.000 Bots, die es auf dem Facebook Messenger gibt.

Allfacebook Marketing Conference 2016 - BILD 2

Wo werden Chatbots künftig Sinn machen, nachdem der Hype nun überstanden zu sein scheint? Malte nennt hier die Bereiche eCommerce und Dienstleistungen. Zuletzt erlaubt Facebook in seinem Messenger auch Payments, was freilich bei der asiatischen Konkurrenz schon lange der Fall ist.

„Bots werden zuerst in sprachgesteuerten Bereichen ihr Zuhause finden“, so Goesche und nennt zugleich den Alexa Voice Service von Amazon. Dieses kleine säulenhafte Gerät steht im Haushalt und kann per Sprache bedient werden. Derzeit beherrschen freilich noch triviale Fragen und Gespräche nach Musik etc. Alexa. Am beliebtesten sind wohl Witze ;)

Globales vs. lokales Content Marketing bei Nivea (Beiersdorf AG)

Jasper Krog, ein alter Hase in Sachen Social Media und Content Strategie, stellte in seiner ruhigen und sachlichen Art dar, wie bei Nivea Content Marketing zentral und dezentral ausgesteuert wird.

Allfacebook Marketing Conference 2016 - Nivea

Das Interessante ist, das global eigentlich nur eine koordinierende Rolle einnimmt (und Guidelines vorgibt), während die Märkte gemäß dem Subsidaritätsprinzip erstmal am besten weiß, was lokal gefragt ist in Sachen Content.

Das Gleiche gilt übrigens auch bei dem derzeit superpopulären Thema Influencer Marketing …

Allfacebook Marketing Conference 2016 - Nivea 2

Insgesamt scheint Nivea ein gutes Verhältnis in seiner weltweiten Content Strategie gefunden haben.

Das BMWi und sein Facebook Live-Format #BMWiLive

Am Ende des Vortrages fragte ich mich unwillkürlich, warum das Ministerium eigentlich Facebook Live nutzt.  Ich weiß, dass mag sich jetzt erstmal komisch anhören, aber es ist so.

Der ganze Vortrag von Kathrin Kloppe war davon geprägt, den Anwesenden zu zeigen, wie man operativ beim neuen Format vorgeht, von der Auswahl der Moderatorin bis hin zur Ausleuchtung im Rahmen einer Aufzeichnung.

Allfacebook Marketing Conference 2016 - #BMWiLive

Das war gut! Es gab sicherlich unter den Anwesenden einige, die mit Facebook Live noch nicht so strukturiert und klar gearbeitet haben. Deswegen war es sinnvoll, die Erfahrungen zu teilen.

Allerdings muss ich gestehen, das mit der Aussage, es handele sich „eher um ein Videoformat denn um ein Liveformat, da sich die meisten Zuschauer erst nach dem Livestream zuschalten“, einiges von dem zuvor Gesagten beiseite gedrängt wurde.

Warum macht Ihr denn das Ganze nicht via Hangout on Air (Livestream via YouTube mit kompletter Aufzeichnung)? Eure Livesendung würde dann als YouTube Video langfristig zur Verfügung stehen.

Bei Facebook kann man da so seine Zweifel haben bei diesem Format, wie es um die Langfristigkeit und vor allem um die Sichtbarkeit bestellt ist.

Man könnte sich auch überlegen, ob man nicht sogenannte kurze unterhaltsame aber eben informative Erklärvideos (Reduktion von Komplexität) mit einer Länge von max. einer Minute macht und diese dann auf YouTube bereitstellt.

Im zweiten Artikel beleuchten wir dann mal den Nachmittag, der u.a. RTL 2 mit Storytelling, Snapchat oder eine Influencerin beinhaltete, die erzählte, wie man mit ihr am besten ins Geschäft kommt.

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