Was die aktuellen Änderungen am Newsfeed für Unternehmen bedeuten: Weniger Reichweite.

Was die aktuellen Änderungen am Newsfeed für Unternehmen bedeuten: Weniger Reichweite.


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Erst am 3. Dezember hatten wir hier im Blog über die aktuellen Änderungen am Algorithmus des Newsfeeds geschrieben. Dort hatte Facebook angekündigt, sich noch mehr auf qualitativ hochwertige Nachrichten zu konzentrieren und andere Inhalte wie z. B. Memes weniger anzuzeigen. Eine durchaus logische und nützliche Anpassung des Newsfeeds.

Solche Änderungen haben zum einen Auswirkung auf das, was ihr in eurem privaten Newsfeed seht, aber im Umkehrschluss natürlich auch auf das, was die Fans vom eigenen Unternehmen sehen. Wenn man einen durchschnittlichen Nutzer auf Facebook analysiert, dann muss Facebook pro Tag aus 1.500 möglichen Beiträgen auswählen, was im Newsfeed angezeigt wird und was nicht. Eine Zahl, die über die letzten Jahre stetig angestiegen ist. Kurzum: Es gibt immer mehr Konkurrenz im Newsfeed. Was angezeigt wird und was nicht, bestimmt einzig und allein Facebook. Implizit bestimmt dies zwar der Nutzer durch sein Verhalten, aber auch die Möglichkeiten für ihn werden eingeschränkt.

Wenn jetzt zeitgleich noch der Newsfeed Algorithmus auf Qualität getrimmt wird, kommt damit zur Masse der möglichen Beiträge und den vielen anderen Faktoren des Newsfeed Algorithmus noch ein weiterer Faktor hinzu, der für starke Konkurrenz und Einschränkungen sorgen wird. Die Folgen beschreibt Facebook selbst:

As a result, competition for each News Feed story is increasing. Because the content in News Feed is always changing, and we’re seeing more people sharing more content, Pages will likely see changes in distribution. For many Pages, this includes a decline in organic reach. We expect this trend to continue as the competition for each story remains strong and we focus on quality.

Die organische Reichweite sinkt jetzt schon aktuell und wird in Zukunft auch noch weiter sinken, da Facebook glaubt, dass dieser Trend anhält, wenn sie sich auf Qualität konzentrieren. Wer in den letzten Tagen die Statistiken seiner Seiten aufmerksam analysiert hat, wird diesen Trend bereits jetzt gemerkt haben. Wir haben viele Nachrichten von Lesern erhalten, die von einem massiven Einbruch berichteten. Manche erreichen nur noch ein Zehntel ihrer organischen Reichweite(!), manche ein Viertel und manche nur noch die Hälfte der Werte vergangener Wochen. Je größer der Verlust, desto größer das Ärgernis. Damit verbunden sinkt natürlich auch die Zahl der Interaktionen und der Klicks.

Was für den Nutzer gut ist, ist für die Betreiber von Seiten also manchmal ein Super-GAU. Die Lösung in diesem Dilemma, laut Facebook:

 Page owners should continue using the most effective strategy to reach the right people: a combination of engaging Page posts and advertising to promote your message more broadly.

Wir von AllFacebook würden diese Aussage von Facebook so zusammenfassen: Bucht Werbung. Dies deckt sich so auch mit einem Interview des Facebook Deutschland Chefs Scott Woods von Mitte der Woche.

Dass Posts einen Mehrwert für Nutzer haben sollten und die Nutzer zum Interagieren bringen sollen, ist schon lange klar, also nichts Neues in der Aussage. Kein Thema wurde in 2013 so auf Facebook gehyped wie das Storytelling. Je höher die Qualität der eigenen Inhalte, umso höher die organische Reichweite. Das war auch schon vor diesen Anpassungen so. Sobald Werbung + Redaktion an einem Tisch sitzen, kann die organische Reichweite zwar nach unten gehen, der messbare Erfolg aber nach oben.

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Einem KMU mit weniger Zeit für Strategie hilft dies aber wenig. Er wird am Erfolg und Nutzen von Facebook zweifeln. Dann muss Facebook mit den Newsfeed-Updates durchaus vorsichtig sein. Erst im März diesen Jahres gab es eine internationale Diskussion dazu, ob Facebook die Reichweite absichtlich zugunsten ihre Anzeigen kürzt. Damals argumentierte Facebook damit, dass die Anzahl der Interaktionen bei Seiten über die Jahre um 34 % gestiegen sind und wehrte sich vehement gegen diese Behauptungen. Nun sinkt für viele die organische Reichweite, für einige sogar massiv und damit verbunden auch die Zahl der Interaktionen und Klicks. Nur hat dieses Mal Facebook dies vorab schon mit der Qualität im Newsfeed begründet. Ob das reicht, um eine große öffentliche Diskussion zu vermeiden wird sich zeigen.

Was bleibt? Da können wir unseren Beitrag aus dem März zitieren:

… muss klar werden, dass die Reichweite bei Facebook nur gemietet ist und das nur ein strategischer Ansatz auf Dauer den Erfolg auf Facebook garantiert. … die Ausgabe der Inhalte wird über ein Algorithmus für jeden Nutzer personalisiert und innerhalb der Ausgabe befindet sich Werbung. Je mehr Teilnehmer auf einem dieser Schauplätze aktiv sind, desto weniger Platz für den Einzelnen. Am Ende gewinnt meist die beste Qualität oder der dickste Geldbeutel.

[Anmerkung: Wir haben bei den betroffenen Nutzern angefragt, ob wir ihre Zahlen veröffentlichen dürfen, warten aber bisher noch auf eine Antwort. Falls jemand seine Reichweitenentwicklung + Interaktionen bereitstellen möchte, freuen wir uns über eine E-Mail oder ein Kommentar.]

[Bild: Infographic chart: down trend. Vector illustration]

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Es gibt 3 Kommentare

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  1. 3
    Christoph Damian Krystek

    Ich und viele meiner Freunde würden gerne mit euch zusammen rausfinden was sache ist was die drosselungen und die Reichweite von FB angeht ✌

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