Umgehende Personalisierung um Spielepartner erweitert

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“Umgehende Personalisierung” hinter diesem Begriff versteckt sich eine Funktion, die es Facebook Partnerunternehmen erlaubt direkt, also ohne die explizite Abfrage von Rechten auf eine eingeschränkte Auswahl an persönlichen Daten zuzugreifen. Die Partnerunternehmen erhalten ohne eine explizite Einwilligung des Nutzers vor der Abfrage der Daten Zugriff auf alle als öffentlich(!) gekennzeichneten Daten. Welche Daten das sind ist dabei von Nutzer zu Nutzer natürlich unterschiedlich.

Im ersten Augenblick ist da sicher kaum was dran zu auszusetzen. Schließlich hat jeder Nutzer diese Daten öffentlich frei gegeben. Jeder andere Nutzer und auch Nicht-Facebooknutzer können diese ohne jegliche Probleme sehen. Bei der umgehenden Personalisierung geht es aber darum, dass Unternehmen diese Informationen automatisch erhalten. Im besten Falle (alles auf privat) sind dies dann nur euer Name, euer Coverfoto und Profilbild und euer Geschlecht. Zudem wird eure Freundesliste (und damit auch indirekt deren öffentliche Informationen) an den Anbieter übermittelt. Die Freundesliste zählen wir schon zu den sensibleren Daten. Diese sind in der Regel nicht öffentlich.

Bisher waren die Facebookpartner, die diese Möglichkeiten nutzen, für den deutschen Nutzer eher uninteressant. Dazu zählten Pandora, Microsoft Docs, Tripadvisor, rottentomatos, Bing, clipper und scribd.

Nun hat Facebook aber auch drei Social Games Anbieter mit in den Kreis der Partner aufgenommen: Zynga (mit 12 Spielen), EA (SimCity Social) und Kixeye (War Comander, Battle Pirates). Wer also in Zukunft FarmVille 2 oder ähnliches aufruft, muss keine Freigabe mehr für die allgemeinen Informationen und Freundeslisten geben. Zynga hat diese dann bereits.

Wer dies nicht möchte, kann die Personalisierung für alle Unternehmen in den eigenen Einstellungen abschalten. Das geht so:

  • Facebook Privatsphäreeinstellungen öffnen
  • “Werbeanzeigen, Anwendungen und Webseiten” bearbeiten
  • “Umgehnde Personalisierung” bearbeiten
  • Ggf. Erklärvideo ansehen
  • Entscheiden ob die Personalisierung sinnvoll ist, oder nicht. Entsprechend das Häkchen setzen oder entfernen.

Wer das Feature gut findet, sollte trotzdem noch einmal einen Blick in den Infobereich des eigenen Profils werfen und überprüfen. Jeder sollte wissen, was für Daten als “öffentlich” hinterlegt sind, weil genau diese Daten auch wirklich jeder sehen kann.  Wer hier eigentlich private Daten als öffentlich gekennzeichnet hat darf sich auch nicht über die Privatsphäre auf Facebook aufregen.

Facebook tauscht die Daten übrigens nur dann aus, wenn die Anwendung auch wirklich aufgerufen wurde. Es werden also nicht einfach so Daten mit Zynga, Microsoft oder einem anderen Partner ausgetauscht. Genauso wenig werden eure Daten an Werbetreibende Unternehmen verkauft oder weitergegeben. 

Wir finden es etwas Schade, dass Facebook die Liste der Partner einfach erweitert hat, ohne die Nutzer darüber zu informieren. Bei Spieleherstellern mag das halbwegs unbedenklich sein, aber es gibt sicher Webseiten auf denen man gegenüber dem Anbieter anonym bleiben möchte. Hier sorgt allerdings Facebook auch dafür, dass es bei einer geringen Anzahl an seriöser Unternehmen bleibt.


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