Mehr Einfluss auf den Newsfeed mit den überarbeiteten Neuigkeiten-Einstellungen

Mehr Einfluss auf den Newsfeed mit den überarbeiteten Neuigkeiten-Einstellungen


Letzte Woche hat Facebook den Neuigkeiten-Einstellungen auf dem Smartphone ein Update geschenkt. Im Prinzip geht es darum, dass Facebook in Zukunft dem Nutzer mehr Einfluss über die Inhalte im Newsfeed gibt und erlaubt, von ihm gewählte Inhalte als erstes zu sehen. Wir haben darüber zuerst auf Facebook berichtet und auf vielen Medien wie dem Spiegel, T3N, Heise und natürlich US-Medien wie Time.com konnte man das Thema im Detail nachlesen. Verpasst haben dürftet ihr es also nicht. Abgesehen von den Features wollen wir die Euphorie über mehr Kontrolle nochmals aus unserer Sicht reflektieren.

Was genau kann man damit machen?

Innerhalb der Neuigkeiten-Einstellung auf dem Smartphone kann man nun einstellen, welche Inhalte man als erstes sehen möchte. Im Detail könnt ihr:

  • Absender (Personen, Seiten, Gruppe …) priorisieren, die ihr als erstes sehen möchtet
  • Absender auswählen, von denen man nichts mehr sehen will
  • Sich erneut mit Personen verbinden, die man mal verborgen hat
  • Neue Seiten entdecken

Sieht dann so aus:

Verfügbar ist es bisher nur für iOS-Geräte und wird auch dort Stück für Stück veröffentlicht. Laut Facebook wird es in Zukunft auch für die anderen Versionen von Facebook verfügbar gemacht.

Zuerst klingt alles super. Wir haben aber nochmals fünf Aspekte hervorgehoben:

1. Mehr Einfluss ist super

Die neuen Optionen sind super! Es ist wirklich cool, dass Facebook uns mehr Kontrolle über den Newsfeed gibt, schließlich soll der Newsfeed für uns relevant sein und wir können da auch ruhig selbst bestimmen, was wir sehen wollen und was nicht. Das geht zwar jetzt auch schon in großen Teilen, indem man uninteressante Beiträge aus dem Newsfeed entfernt, Personen nicht mehr abonniert, Freunde als “Enge Freunde” markiert oder auch Listen anlegt, aber die neue Darstellung gibt einen neuen und einfachen Zugang dazu.

Wir haben die neuen Optionen inzwischen ein paar Tage getestet und können sagen, dass die Auswahl die Darstellung im Newsfeed beeinflusst und man einen anderen (besseren) Newsfeed erhält. Das ist schon ziemlich schön und wir freuen uns immer über solche Features.

 

2. Einfluss ist keine Kontrolle

In den meisten Berichten wird von deutlich mehr Kontrolle gesprochen. Gerade in diesem Punkt würden wir allerdings widersprechen. Wirkliche Kontrolle über den Newsfeed hat nur der hinterlegte Algorithmus, also Facebook und nicht der Nutzer. Als Nutzer dürfen wir immer nur ein paar Stellschrauben einstellen. Wir freuen uns dann über einen relevanten Newsfeed, aber Kontrolle sieht dann eben doch anders aus. Wir haben keine Ahnung, was Facebook uns alles vorenthält und nur mit viel Mühe können wir einsehen, was wir konsumieren.  Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass ein ungefilterter Newsfeed kein schönes Facebook-Erlebnis wäre, hätte man die Option doch gerne.

Die volle Kontrolle hat man eben nur, wenn man alle Optionen beeinflussen kann und nicht nur hier ein bisschen und da ein bisschen …

 

3. Es ist immer noch ein Feature für die Facebook Nerds unter uns

In der aktuellen Version muss man ins Untermenü und dort auf die Newsfeed-Einstellungen gehen. Wie oft macht das ein normale Nutzer wohl? Richtig, so gut wie nie. Ohne prominentere Integration wird es ein Feature für die Facebook Nerds unter uns bleiben. Und wir haben dann ja schon irgendwann mal Listen angelegt. Wie gesagt, finden wir es gut, dass es diese Optionen jetzt gibt, wir glauben aber noch nicht so recht daran, dass sie von der großen Masse genutzt werden. Für den Großteil der 1,4 Mrd. aktiven Facebook-Nutzer scheint der normale Newsfeed auch einfach zu genügen.

 

4. Es geht darum, was wir nicht sehen möchten

Wie Jan anmerkt, beschreibt es die New York Times sehr treffend: “Es geht nicht nur darum, was Du sehen möchtest, sondern auch, was Du nicht sehen möchtest.” – Der Platz im Newsfeed ist begrenzt, die neuen Optionen beeinflussen nicht, wie viele Posts man sich im Newsfeed über den Tag ansieht oder nicht. Klar werdet ihr euch mehr anschauen, wenn der Newsfeed interessanter ist, aber unsere Zeit und Aufmerksamkeit ist eben ein begrenztes Gut. Im Hintergrund wird jede Entscheidung hin zu einem Inhalt einen anderen verdrängen.

 

5. Es wird keinen wirklichen (positiven) Einfluss auf eure Seiten haben

Viele Administratoren hoffen bestimmt, dass jetzt sehr viele Nutzer in den Optionen sagen werden, dass die eigene Seite doch als Erstes erscheinen soll. Genau dies werden wohl nur die wirklichen Fans machen. Genau die, die sowieso schon am meisten mit einer Seite interagieren und somit vermutlich auch die meisten Posts sehen. Falls diese Fans die Option benutzten, erreicht man diese natürlich in Zukunft noch besser. Aber sind wir mal ehrlich, der normale Nutzer wird sich bei der Option wohl doch eher für die Freunde entscheiden.

Wenn wir die Option aufrufen und uns entscheiden, was wir als erstes sehen wollen, sind unter den ersten 100 angezeigten Optionen zwischen 3 – 6 Seiten und von der Hälfte sind wir die Administratoren. Wenn es dann darum geht, etwas nicht mehr zu abonnieren, sieht das Bild etwas anders aus.

Für Seiten ändert sich deshalb durch dieses Feature erst mal nichts. Gute Inhalte bestimmen die Relevanz, und die Relevanz (oder das Werbebudget) die Reichweite.

 

Unser Fazit

Coole Optionen, die wir sehr begrüßen, seid euch aber bewusst, das Kontrolle etwas anderes ist.

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