App-Konzepte mit der OpenGraph API 2.0

App-Konzepte mit der OpenGraph API 2.0


So ganz am Rande werden die meisten wohl nur mitbekommen haben, dass Facebook anlässlich der f8 vor drei Monaten auch einige Änderungen an der OpenGraph API vorgenommen hat und diese nun in der Version 2.0 zur Verfügung steht. Diese neue Version ist für neu angelegte Anwendungen verpflichtend. Alte Anwendungen können noch bis Anfang 2015 weiter betreiben werden.

Doch obwohl sich eine Änderung an der API doch sehr nach „Programmiererzeugs“ anhört, betreffen die Änderungen in erster Linie die Konzepter! Denn vieles, was in der Vergangenheit „zum Standard“ gehörte, ist nun nicht mehr möglich. Wir haben hier eine kleine Übersicht für euch, worauf ihr achten müsst.

  • Das Einladen von Freunden zu einer App ist nicht mehr möglich, da Anwendungen keinen Zugriff mehr auf die Freundeslisten eines Nutzers haben. Lediglich die Freunde eines Nutzers, welche die App ebenfalls nutzen, können abgerufen werden.
  • Das Wiedererkennen von Nutzern in verschiedenen Apps, und das damit verbundene Anreichern von Informationen, wie es gerade Social-CRM-Lösungen gerne verwendet haben, wird nun schwieriger. Nutzer aus alten Open Graph Version 1 Apps können anhand ihrer User-ID nicht mehr identifiziert werden!
  • Like Gates außerhalb von Facebook sind nicht mehr möglich. Lösungen wie „Werde Fan, um unseren exklusiven Inhalt zu sehen“ benötigen die user_likes Permission, die zu diesem Zweck von Facebook nicht freigegeben wird.
  • Mit der neuen API-Version ist der Name des Nutzers nicht mehr verfügbar.
  • Der Zugriff auf die Notizen und Fragen eines Nutzers ist nicht mehr verfügbar. Dasselbe gilt für Notizen und Fragen einer Facebook Page.
  • Mit dem neuen „Log-in mit Facebook“ hat der Nutzer die Chance, einzelne von euch angeforderte Daten nicht freizugeben. Ihr dürft also niemals das Vorhandensein einer Info als gegeben ansehen, sondern müsst immer einen „Fallback“ mit einplanen.
  • Wer für eine kurzfristige Kampagnen-App mit überschaubarer Laufzeit doch noch die alten Ideen verwenden möchte, für den gibt es einen Trick. Hier kann eine App-ID aus der Zeit vor der Ankündigung der neuen API „recycelt“ werden. Diese unterliegt den Einschränkungen noch nicht.

Alle Änderungen findet ihr in den API Change Logs. Wenn euch die Infos dort nicht klar sind, setzt euch am besten direkt mit eurem Programmierer zusammen und besprecht die einzelnen Punkte und den Einfluss auf eure App-Idee.

Apps müssen jetzt zum Review

Zudem sind für (fast) alle App-Konzepte nun große Puffer einzuplanen, da Facebook einen Review-Prozess installiert hat, den die allermeisten Apps durchlaufen müssen. Fällt der Review negativ aus, muss nachgebessert werden. Ein erneuter Review wird nötig!

Da dieser Review primär für Web- und Mobile-Apps ausgelegt ist, scheint es im Moment auch nahezu unmöglich, für „ausgefallene“ Ideen eine Freigabe zu bekommen. Hardwarenahe Entwicklungen, wie etwa ein Fototerminal mit Facebook Share, können vom Facebook-Team in Ermangelung der Hardware selbst nicht überprüft werden.

Zudem sollten gerade mobile Apps so schnell wie möglich auf die neue API umgestellt werden, denn hier reicht es ja nicht, dass auf dem Server mit den neuen Schnittstellen gearbeitet wird, sondern auch alle Nutzer müssen sich die neueste Version der App aus dem App-Store oder Play-Store runterladen. Wer hier bis zur Zwangsumstellung Anfang 2015 wartet, riskiert also, dass Nutzer die bereits installierte App nicht wie gewohnt verwenden können.

Bildquelle: Facebook

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Veröffentlichung 15. Juli 2014

Es gibt 4 Kommentare

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  1. 1
    Jan Firsching

    Glaube nicht das viele Marketing Apps durch den Review Prozess müssen. Warum auch? In den wenigsten Fällen werden Nutzerdaten eingesetzt, also braucht die App auch keine extra Berechtigungen.

    Aber vielleicht geht es ja „weg“ von Kampagnen Apps, hinzu langfristigen Aktionen mit FB Login.

  2. 2
    Marc Finnern

    Ich finde die Entscheidung gut, weil man dann auch ein paar andere Sachen machen kann. Es ist natürlich dann nicht so gut, wenn man eine kleine Aktion mit wenig Zeit vor der Brust hat. Ich hoffe das die den Review der APP relative schnell zu lassen damit auch „schnellstarts“ ohne Probleme an den Start gehen können. … man darf gespannt sein ….

  3. 3
    Matthias Hauert

    Ich muss schon sagen, dass dieser Artikel wirklich schlecht recherchiert ist.
    Der Request Dialog von FB wird weiterhin funktionieren soweit ich weiss. Apps die tatsächlich Custom Einladungen versenden wollen, können den Nutzer ja danach fragen. Für CRMs gibt es den „Business Manager“. Der „Name des Nutzers“ ist hier lediglich das, was am Ende der Profil- URL steht. Der normale Name ist weiterhin verfügbar! Würde ja auch wenig Sinn machen sonst…
    Und die Möglichkeit Anfragen nach Daten abzulehnen hatte der Nutzer schon immer. Es ist jetzt nur komfortabler und granularer möglich.
    Ist euch hier was entgangen oder handelt es sich um einen Fall von „Kriesenjournalismus“ á la Privatfernsehen;-)

    • 4
      Stephan Alber

      @Matthias:
      „Der Request Dialog von FB wird weiterhin funktionieren soweit ich weiss.“ > Das ist nicht korrekt (API 2.0). Den Dialog gibt es nur fuer Spiele, alle anderen Apps koennen ihn nicht mehr verwenden.
      „Der “Name des Nutzers” ist hier lediglich das, was am Ende der Profil- URL steht.“ > Der Wert „username“ existiert in der Graph API 2.0 nicht mehr.

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