Facebook Messages – Bald auch Werbung im Facebook Posteingang!?

Facebook Messages – Bald auch Werbung im Facebook Posteingang!?


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Die Facebook Messages wollen eigentlich ein wirklicher Ersatz für die klassische E-Mail sein. Nicht umsonst hat Facebook in den vergangenen Jahren jedem Nutzer seine eigene „MaxMustermann@facebook.com“ Adresse gegeben, und diese auch automatisch in Profil der Nutzer eingebaut. Wenn man allerdings ein klassisches E-Mail Posteingang mit dem eigenem Facebook Posteingang vergleicht (nicht funktional, sondern inhaltlich) dann fehlt dort eines: Werbung, Newsletter und auch Spam sind fast nicht vorhanden. Ab und zu mal ein paar dubiose Anfragen von dubiosen Facebook Accounts aber im Vergleich zum E-Mail Posteingang ist der Facebook Posteingang sehr schön werbefrei. Bis jetzt.

Facebook hat im Dezember nicht nur die Filter bearbeitet sondern auch erste Tests angekündigt Werbung auch über Facebook Messages zu erlauben. 

Facebook selbst beschreibt dies so:


This test will give a small number of people the option to pay to have a message routed to the Inbox rather than the Other folder of a recipient that they are not connected with.

Several commentators and researchers have noted that imposing a financial cost on the sender may be the most effective way to discourage unwanted messages and facilitate delivery of messages that are relevant and useful.

This test is designed to address situations where neither social nor algorithmic signals are sufficient. For example, if you want to send a message to someone you heard speak at an event but are not friends with, or if you want to message someone about a job opportunity, you can use this feature to reach their Inbox. For the receiver, this test allows them to hear from people who have an important message to send them.

This message routing feature is only for personal messages between individuals in the U.S. In this test, the number of messages a person can have routed from their Other folder to their Inbox will be limited to a maximum of one per week.

Facebook Nutzer die man sonst nicht erreicht hat können durch entsprechendes Budget nicht mehr nur im Newsfeed sondern auch im Facebook Posteingang erreicht werden. 

Was uns in der Redaktion dann etwas aufstößt ist der Satz: „…the number of messages a person can have routed from their Other folder to their Inbox will be limited to a maximum of one per week.“Eine bezahlte Nachricht pro Woche im Posteingang hört sich eigentlich sehr erträglich an. Es ist aber gerade mal 13 Monate her als Facebook Anzeigen im Newsfeed getestet hat. Die Aussage damals „Nur eine Anzeige am Tag“. Mehr als ein Jahr später sind wir von einer Anzeige am Tag im Newsfeed leider sehr weit entfernt. Auf dem Smartphone sind 10-20% der Inhalte im Newsfeed inzwischen bezahlt.

Man muss auch dazu sagen, dass so wie es sich von Facebook liest allerdings bisher auch nur um ein Test zwischen privaten Accounts handelt. Also das Nutzer A Geld dafür zahlen kann um im Posteingang von Nutzer B zu laden, mit dem er nicht befreundet ist. Ähnlich wie man auch als privater Nutzer seine eigenen Posts bewerben kann. Bisher können Unternehmen keine Nachrichten/Werbung an private Nutzer schicken, außer der Nutzer hat zuvor die Facebook Seite des Unternehmens in einer privaten Nachricht angeschrieben (Antworten also). Bis vor mehr als einem Jahr hat dies allerdings noch funktioniert, damals konnte man als Facebook Seite auch Nachrichten an alle Fans schicken die dann auch im „Other“-Ordner gelandet sind.

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Nachricht einer Seite an einen privaten Nutzer – Funktion inzwischen abgeschaltet, Meldung vom 23.11.2011!

Wenn der Test aufgeht wird unserer Einschätzung nach die Funktion mittelfristig für Unternehmen wieder aktiviert. Wie man es von Facebook inzwischen gelernt hat, zuerst nur für Fans eines Unternehmens, dann für die Freunde der Fans und dann für (mit Targeting) alle Facebook Nutzer. Dann wäre der Facebook Posteingang ein wirklicher E-Mail Posteingang – mit etwas weniger Relevanz und mehr Werbung.

Die Empörung der Facebook Nutzer ist natürlich jetzt schon abzusehen und Facebook wird sich wieder einmal unbeliebt machen. Nüchtern betrachtet wird man auch diese Kommerziallisierung überleben, eine Werbemail hat man ja auch binnen Millisekunden in den Papierkorb gekickt. Es stört etwas, schadet dem nützlichen Kommunikationsweg der E-Mail allerdings auch nicht wirklich.

Dennoch, für Unternehmen (mit Budget) bietet dies enormes Potential! Man hätte eine weitere Möglichkeit den Nutzer direkt zu kontaktieren und durch den Obulus an Facebook, die Filter des Nutzer zu umgehen. Die Reichweite ist riesig und die Aufmerksamkeit auch, denn die Wahrscheinlichkeit das der Nutzer die Nachricht wahrnimmt ist um ein vielfaches höher als im Newsfeed. Marketing auf Facebook wird auch damit wieder ein Stück weit interessanter.

Noch ist es ein Test, wie sich es entwickelt wird sich zeigen:  „We’ll continue to iterate and evolve Facebook Messages over the coming months.“

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