Facebook führt (wahrscheinlich) Approval Prozess für Anwendungen ein

Facebook führt (wahrscheinlich) Approval Prozess für Anwendungen ein


In einem Interview mit unserem Schwesterblog insidefacebook sind nun neue Informationen rund um den neuen OpenGraph bekannt geworden. Diese lassen teilweise Erinnerungen an das Apple Ökosystem aufkommen.

Der neue OpenGraph wurde bei der f8 in SanFrancisco vorgestellt und unterscheidet sich vom bisherigen OpenGraph darin, dass man Gegenstände in Zukunft nicht nur „liken“ kann sondern zum beispiel auch „lesen“, „essen“, „kochen“, „angeln“, … Es kann also fast jedes Verb als Verbindung zwischen dem Nutzer und einem Gegenstand gewählt werden.

Die Eckpunkte:

  • Facebook wird alle Anwendungen, die auf den neuen OpenGraph zugreifen wollen von Hand überprüfen und erst dann freigeben.
  • Bestimmte Verben sind nicht erlaubt: dislike, hates, fucked, …
  • Es wird keine „clowny“-Apps geben, die keinen Mehrwert bieten und die Gefahr von Spam bergen
  • Vorerst wird es also auch keine API für das erstellen von eigenen Verben geben
  • Es ist aber zu erwarten das sehr schnell ein nützlicher und großer Pool an freigegeben Verben existieren wird
  • Anwendungen die Nutzer installieren aber nicht mehr nutzen werden in der persönlichen Timeline ausgeblendet
  • Anwendungen die mehr posten als andere werden in der Darstellung nicht bevorzugt
Gerade der erste Punkt dürfte vielen Entwicklern im Magen liegen. Denn er bedeutet, dass man im Projektplan unter Umständen lange Wartezeiten einplanen muss, wenn man eine Anwendungsfreigabe benötigt. Ad-Hoc Anwendungen wären kaum noch möglich. Auch ist abzuwarten, wie Facebook vorgeht, wenn tausende Blogbetreiber ihre Webseite für den OpenGraph freischalten lassen wollen. Hier ist seitens Facebook sehr viel Manpower gefragt.
Facebook unterscheidet den neuen Prozess zum freischalten von Apps deutlich von den klassischen Apps. Diese wurden bisher alle zugelassen und bei Bedarf voll- oder halbautomatisch gesperrt.
Wie findet ihr diese Ankündigungen? Plus für die Qualitätssicherung oder Minus für die Flexibilität und Kreativität?
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Es gibt 6 Kommentare

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  1. 1
    Jana Gädeke

    Das meinen die nicht ernst, oder?
    Wenn die Wartezeiten hier ähnlich sind, wie in allen anderen Angelegenheiten, dann haben alle, die keinen eigenen Facebook-Betreuer haben so gut wie keine Chance mehr, eine App vernünftig und „in time“ über die Bühne zu kriegen. Und erfahrungsgemäß reden wir hier nicht von 2 Wochen, sondern gern auch mal von 4 oder mehr.

    Na gut, wenn Facebook das so will… weniger Apps = weniger Ad-Budget ist da wohl die Folge. Denn die Masse der mittelgroßen und kleinen Brands hat wohl kaum einen eigenen Betreuer, es sei denn sie organisieren ihre Ads über eine Mediaagentur. Schön, wer sich das leisten kann…

    Praktikabler wäre da wohl eher eine Anmeldepflicht mit nachgezogener Kontrolle und Konsequenzen (Abschalten etc.) bei groben Verstößen.

  2. 2
    Dennis Hüttner

    Facebook wird alle Anwendungen, die auf den neuen OpenGraph zugreifen wollen von Hand überprüfen und erst dann freigeben.

    Da bin ich mal gespannt wie lang das funktionieren wird/soll Manpower ist hier ohne Ende gefordert.

    Steht es auch schon fest wann das ganze nach Germany kommt oder bleibt das erstmal alles Englisch?

    Facebook macht ja in den letzten Wochen und Monaten extreme Veränderungen durch alte Fehler bleiben trotzdem bestehen und werde nicht behoben fast so wie bei Windows.

  3. 3
    Sebastian Buckpesch

    Hallo,
    der Titel des Posts mag ein wenig verwirrend klingen, da alle Applikationen wie bisher keine Autorisierung erfordern. Lediglich die „Verben“ oder Kanten wie man Sie in der Graphen-Theorie nennt, müssen genehmigt werden. Dies macht auch Sinn, da Facebook sich als Vorreiter ins Web 3.0 macht und der Beziehung zwischen allen Dingen im Web eine Bedeutung geben möchte. Damit diese Bedeutung (also z.B. das Verb) keinen Schwannsinn enthält und eine saubere Datenbasis für Suchmechanismen, Werbeprofile, … existiert, macht es aus Facebooks Sicht Sinn eine manuelle Kontrolle durchzuführen.
    Wer noch mal genau den revolutionären Unterschied zwischen OpenGraph 2010 und OpenGraph 2011 verstehen möchte kann gerne meinen Blog-Beitrag: http://blog.iconsultants.eu/2011/09/f8-2011-neue-moglichkeiten-fur-facebok-app-entwickler-das-web-3-0-kommt/ lesen. Über Kommentare und Feedback freue ich mich immer.

    Beste Grüße,
    Sebastian

  4. 5
    Sebastian Buckpesch

    Hi Peter,

    ja klar. Wenn du den neuen OpenGraph nicht benutzen willst, musst du das nicht tun. Facebook hat nur erweitert und nicht verändert. Wie es sich gehört in einem Entwicklungsprozess mit dritten Parteien.
    Du kannst weiterhin ganz normal deine Apps anlegen und drauf los programmieren. Nur die neuen „Aktionen“, „Objekte“ und „Aggregationen“ müssen genehmigt

    Viele Grüße,
    Sebastian

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