Das kann der Facebook Copyright-Manager für Videos

Das kann der Facebook Copyright-Manager für Videos


Die Erstellung von guten (Facebook-) Videos kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch eine Menge Geld. Zum Schutz dieser Investitionen gibt es in Deutschland das Urheberrecht, welches eine Verbreitung von Inhalten ohne Zustimmung des Urhebers verbietet. Doch was bringt ein Recht, wenn man es nicht vollumfänglich durchsetzten kann? Lange Zeit war es so, dass gerade Videos mit hoher, viraler Wirkung unberechtigt von Nutzern auf Facebook Seiten hochgeladen wurden, ohne das der Urherber hierüber informiert wurde oder hätte einschreiten können. So profitierte ein Dritter, der Urheber hingegen ging leer aus. Eine ähnliche Situation zeigt sich in Kombination mit YouTube. Dort heruntergeladenen Videos wurden auf Facebook wieder hochgeladen und genutzt. Ein Phänomen, welches es unter dem Begriff Freebooting bereits bis in die ZEIT geschafft hat.

Dem begegnet Facebook nun endlich mit einem Rechtemanager für Videoinhalte. Wie das funktioniert zeigen wir Euch in ein paar Screenshots. Für diese und die damit verbundenen Erklärungen gilt unser Dank Kevin Krämer von StreetPass Germany.

Das extrem grobe Verfahren läuft so ab: Der Rechteinhaber stellt Facebook Referenzdateien (Videos) zur Verfügung und definiert Regeln zur Überprüfung. Wird ein Video von einem Nutzer auf Facebook hochgeladen, überprüft Facebook, ob es eine Übereinstimmung mit den Referenzvideos und Regeln gibt. Ist dies der Fall, entscheidet der Rechteinhaber, was mit diesem Video passieren soll.

Rechtemanager

Zunächst einmal könnt ihr Euch über die Seite https://rightsmanager.fb.com/ für diese Funktion mit Eurer Seite bewerben, nach einer ersten Prüfung innerhalb weniger Tage werdet Ihr frei geschaltet. Damit möchte Facebook wahrscheinlich vermeiden, dass „unseriöse“ Seiten die Funktion des Rechtemanagers ausnutzen.

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Ist man für den Rechtemanager frei geschaltet, findet sich in den Einstellungen der Seite ein neuer Menüpunkt „Rights Manager“ mit diesen Punkten:

  • Matches
  • Match Rules
  • Reference Files
  • Unsent Reports

Matches

In diesem Bereich zeigt Facebook alle Videos an, welche möglicherweise die Rechte des Urhebers verletzen. Diese landen zuerst in einer Liste mit „New Matches“ und können dort von Hand überprüft werden. Der Urheber hat die Möglichkeit diese Videos zu erlauben, diese als „False-Positive“ zu kennzeichnen – wenn der Algorithmus falsch gearbeitet hat – oder diese bei Facebook für eine Löschung zu melden.

 

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Facebook zeigt dem Urheber unter anderem die bisherigen Videoviews an und welcher Bereich in welcher Länge eine Überlappung mit der Referenzdatei darstellt.

Match Rules

Die Match Rules definieren bei Facebook wann ein Video als möglicher Rechtsverstoß erkannt wird. Die Optionen die hier zur Verfügung stehen sind einfach, aber meist auch ausreichend.

Regeln können definiert werden für:

  • Content Art (Video/ Audio)
  • Länder in denen das Video angesehen wird
  • Minimallänge der Bild-Ton Übereinstimmung

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Reference Files

Unter den Reference Files finden sich alle Videos, die Facebook zur Verfügung stehen. Diese können auf drei verschiedenen Wegen hinzugefügt werden:

  • Direkter Upload in die Referenz Bibliothek
  • Upload auf der Seite mit Zusatzoption
  • Rightsmanager API

Facebook

Match überprüfen

Findet Facebook eine Übereinstimmung, kann man diese in folgendem Dialogfeld überprüfen:

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Auf der linken Seite sieht man das fragliche Video. In diesem Beispiel handelt es sich dabei um einen Livestream eines privaten Nutzers, welcher ein Computerspiel vorführt. Facebook hat erkannt, dass der Ton von 15 Sekunden dieses Streams mit einem hochgeladenen Referenzvideo übereinstimmt. In diesem Referenzvideo ging es um dasselbe Spiel mit dem entsprechend selben Soundtrack. Hier liegt in diesem Sinne also keine Urheberrechtsverletzung vor. Es ist kein gültiger Match.

Muss ich handeln?

Mit dem Rechtemanager sollte sich jeder auseinander setzen, der Videoinhalte produziert oder für deren Rechteeinhaltung verantwortlich ist. Ganz egal, ob die Videos auf Facebook veröffentlicht werden oder nicht. Denn gerade das Freebooting setzt ja darauf, dass Inhalte aus anderen Quellen auf Facebook publiziert werden. Wer zum Beispiel als YouTuber unterwegs ist und seine Clips ausschließlich dort veröffentlicht, sollte diese zumindest bei Facebook als Referenzdatei hinterlegen, um über deren möglicherweise unerlaubte Vervielfältigung informiert zu werden. Ähnlich sieht es für Musikverlage mit deren Musikvideos oder auch Fernsehsender aus. Selbst ein Fußballverband könnte eine Aufzeichnung eines kompletten Spieles hinterlegen, wenn er private und kommerzielle Aufzeichnungen und Verbreitungen fürchtet.

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Es gibt 1 Kommentar

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  1. 1
    Daniel H. Caballero

    Mich würde interessieren, was mit den Inhalten passiert die bereits hochgeladen wurden. Werden diese jetzt noch nachträglich analysiert und in die „Match“ Kategorie gepackt oder gilt dies jetzt nur für die folgenden Uploads?

    Grüße,
    Daniel

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