Tutorial: Dynamic Product Ads auf Facebook schalten – Teil 2

Tutorial: Dynamic Product Ads auf Facebook schalten – Teil 2


– Gastbeitrag von Julia Rittig –

In unserer Serie über dynamische Produktanzeigen haben wir euch im ersten Teil des Tutorials alle wichtigen Informationen zum Thema Facebook-Produktdatenfeed gegeben. Im folgenden Artikel gehen wir einen Schritt weiter in Richtig dynamische Produktanzeige und beleuchten den Facebook-Pixel und Zielgruppen näher. Mit den nun folgenden fünf Wie(so)-Fragen klären wir euch über die Relevanz des Pixels und die Funktionsweise auf, sodass ihr bestens vorbereitet seid auf die Reise zur dynamischen Anzeige.

Weitere Teile:

Außerdem verraten wir euch wie ihr Website Custome Audience Zielgruppen richtig erstellt und aufsetzt.

Wieso muss der Facebook-Pixel verbaut werden und welche Vorteile bringt er?

Der Facebook-Pixel löste den klassischen Conversion-Pixel vor geraumer Zeit ab. Auch wenn die Nutzung des klassischen Conversion-Pixels aktuell noch möglich ist, kommen Facebook-Werbetreibende nicht umhin, auf den Facebook-Pixel umzuschwenken. Denn dieser wird in absehbarer Zeit allein gültig sein und den klassischen Pixel ablösen.

Der Facebook-Pixel bündelt den Conversions-Pixel und den Custome-Audience Pixel in einem Code und vereinfacht so die Auswertungen. Außerdem ermöglicht der neue Pixel eine Optimierung der Werbeanzeigen für unterschiedliche Conversions. Die Abschlüsse können zudem besser und präziser zugeordnet werden. Eine Identifizierung des Users im Bestellprozess ist ebenso problemlos möglich wie die eines Users, der lediglich die Startseite besuchte. So können User mit höherer Conversionwahrscheinlichkeit gekennzeichnet werden. Der Facebook-Pixel hilft also dabei die relevanten Zielgruppen leichter zu identifizieren und stellt somit die Basisinformationen für die Custom Audiences Zielgruppe, die mit den Facebook Remarketing-Maßnahmen bespielt wird.

Die Vorteile des Facebook-Pixels auf einem Blick:

  • Detaillierte Statistiken
  • Teilen des Pixels möglich (Pixel kann mit Agenturen geteilt werden und muss nicht neu erstellt werden)
  • Geräteübergreifendes Conversiontracking
  • Einfaches Retargeting
  • Erstellung von dynamischen Product Ads

Wie ist der Pixel aufgebaut?

Der Facebook-Pixel bezieht sich immer auf das jeweilige Anzeigenkonto und besteht aus unterschiedlichen Bestandteilen. Am Anfang des Codes steht immer ein universelles Snippet, welches auf allen Seiten der Webseite eingebaut werden muss.

1

Dieser Teil kann um insgesamt neun Standard-Ereignisse erweitert werden.

Hier bietet sich dem Werbetreibende eine breite Palette an Parametern. Vom klassischen View Count über den Ad to cart Pixel bis zur finalen Lead-Abgabe. Sollten diese nicht genügen, kann mit dem Tag ‚Other’ ein Tracking nach individuellen Wünschen ergänzt werden.

Hier die Übersicht über die weiteren Parameter:

2

3

Wie wird der Pixel erstellt?

Über den Facebook Business Manager dauert die Erstellung des Facebook-Pixels nur wenige Klicks. Im Werbeanzeigenmanager findet sich innerhalb des Reiters der Menüpunkt „Pixel“, mit einem Klick auf „Pixel Erstellen“ wird der Code schon angezeigt und kann bei Bedarf per Mail zugeschickt werden.

create-pixel

Wie wird der Pixel verbaut?

Um den Pixel korrekt auf der Webseite einzubauen, empfiehlt sich folgende Anleitung:

https://developers.facebook.com/docs/marketing-api/dynamic-product-ads/product-audiences/v2.6

Der Facebook Pixel muss im Headbereich des Quellcodes verbaut werden. Auch wenn hier schon andere Codes verbaut sind, kommt es nicht zu Problemen, der Facebook-Pixel kann einfach darunter eingebaut werden. Er darf nur nicht vor dem </head> stehen.

Die Codes für die Standardereignisse werden über den </script>-Tag verbaut.

Für das korrekte Tracking müssen die Standardereignisse an die relevanten Stellen der Website richtig impliziert werden. Gerade für die späteren dynamischen Produktanzeigen ist der fehlerfreie Einbau von großer Bedeutung. Der Basis-Facebook-Code und der View Tag sollten auf jeder Seite der Website wiederzufinden sein, um die Standardinformation wie zum Beispiel Webseitenbesuche zu tracken. Bei Erweiterung der Anzeigenschaltung durch dynamische Anzeigen müssen View-, Add to Cart- und Purchase-Tag, um folgende Parameter ergänzt werden:

4

Dieser Snippet muss auf allen Produktseiten eingesetzt werden, auf denen ein Einzelprodukt platziert ist. Auf Seiten die Produktgruppen enthalten, muss im Parameter content_type: ’product’ durch ‚product_group’ abgelöst werden.

Diese Tags übergeben die Information, für welches Produkt sich der User interessierte und sind damit zentrales Element der Dynamic Product Ads. Die Content-ID muss in jedem Fall identisch mit der ID-Spalte des Produktkatalogs sein. Nur dadurch stimmt bei der dynamischen Anzeigenerstellung das angesehene Produkt mit dem gezeigten Produkt in der Werbeanzeige überein und die Informationen können korrekt übergeben werden.

Die zusätzlichen Parameter Add to Cart, Purchase oder Lead helfen dem Werbetreibenden dabei, die Customer Journey nachzuverfolgen und Erfolge absolut sowie monetär zu messen. Weiterhin können Schwachstellen im Bestellprozess oder auf der Seite gemessen werden. Wenn beispielsweise eine Vielzahl an Usern nach dem Add to Cart Schritt nicht konvertiert, könnte das am Abschluss-Prozess liegen.

Wie überprüfe ich den korrekten Einbau?

Ob alle Tags korrekt implementiert wurden und funktionieren, kann der Werbetreibende mit dem Add On „Facebook-Pixel Helper“ kinderleicht überprüfen. Nach der Installation zeigt dieser in der rechten oberen Ecke die Anzahl der gefundenen Tags an und gibt zusätzlich die Auskunft, ob sie funktionieren. Dies funktioniert aber lediglich im Chrome Browser.

5

Erstellung von Website Custom Audience Zielgruppen

Nach dem Einbau der Tracking-Codes weiß der Werbetreibende genau wen er wieder ansprechen kann. Die Website Custom Audience (WCA) gilt als höchst conversionaffine Zielgruppe und wird über den Businessmanager erstellt. Dies geschieht über den Menüpunkt „Zielgruppe erstellen“ im Werbeanzeigenkonto.

Zu Beginn wählt man die Quelle der Zielgruppeninformationen aus – im WCA-Beispiel basieren die Daten natürlich auf den Besucherzahlen der Website. Diese Zielgruppe ist automatisch mit dem Facebook-Pixel verbunden.

6

Im zweiten Schritt wird die Zielgruppe spezifiziert. Hier stehen vier Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Jeder, der deine Website besucht hat
  • Personen, die eine bestimmte Website besuchen
  • Personen, die nur bestimmte Websites besuchen und keine anderen
  • Personen, die eine bestimmte Zeit lang die Website nicht besucht haben

In Ergänzung dazu können auch benutzerdefinierte Regeln aufgestellt werden, beispielsweise nach der Häufigkeit der Webseitenbesuche, der Pixel-Events oder der Geräteart. Im Bezug auf das Zielgruppenverhalten können unter dem Punkt „Einschließen“ weitere Verhaltensspezifikationen definiert werden. So gibt es die Möglichkeit Personen einzuschließen, die URLs mit konkreten Buzzwords besuchten oder eines der angelegten Ereignisse ausführten. Diese Zielgruppe kann später auf Werbeanzeigenebene auch wieder ausgeschlossen werden, damit wird eine Bespielung mit der Werbung nach dem Kauf verhindert. Auch die Attributionszeiten werden in dieser Maske hinterlegt, wobei die maximale Anzahl 180 Tage beträgt.

An dieser Stelle ein kleiner Tipp:

Je länger die Zeitspanne ist, desto breiter und irrelevanter ist die Zielgruppe. Möglicherweise erinnern sich die Nutzer nicht mehr an den Besuch der Website. Je kürzer die Zeitspanne ist, desto relevanter ist die Zielgruppe – denn sie ist noch frisch. Dafür ist sie auch um so kleiner.

Das Update der Zielgruppen erfolgt nahezu in Echtzeit. Sobald Facebook den Besuch auf der Website registriert und den Nutzer einer WCA-Liste zuordnen kann, wird der Nutzer in der Liste gespeichert. Der Nutzer kann innerhalb weniger Minuten nach dem Besuch der Website eine auf ihn ausgerichtete dynamische Produkt Anzeige sehen. Ob sich der Pixel-Pool füllt, wird dem Werbetreibenden außerdem unter dem Punkt „Pixel“ und „Events“ angezeigt.

Mit dem Generieren der Pixel, dem Verbau selbiger und dem Erstellen der Zielgruppen sind alle Voraussetzungen zur dynamischen Produktanzeige gegeben und unsere Reise neigt sich dem Ende. Im nächsten Teil begeben wir uns auf die Schlussgerade und zeigen euch die finale Erstellung der dynamischen Anzeigen und behalten noch weitere hilfreiche Tipps und Tricks für euch bereit.

Über die Autorin:

JuliaRittig_2_klein

Julia Rittig ist Account Managerin bei Projecter und u.a. zuständig für den Bereich Social Media Marketing. Sie stieg im September 2009 als Online Marketing Trainee ins Projecter-Team ein.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Pin on PinterestShare on LinkedInBuffer this pageEmail this to someone

Es gibt 6 Kommentare

Deinen hinzufügen
  1. 1
    Martin

    Was für Erfahrungen habt ihr auf der Website mit dem rechtlich notwendigen Pop Up zur Einverständniserklärung gemacht? Wirkt auf mich sehr abschreckend.

  2. 2
    David

    Hallo Julia,
    danke für die Ausführungen, spannend. Allerdings fehlt mir beim Thema Facebookpixel der Hinweis auf den Datenschutz. Denn aufgrund unserer Gesetzeslage (eine Freude für jeden Onlinemarketer) ist ein rechtlich sicherer Einsatz afaik nicht möglich. Es bedarf in jedem Fall eines aktiven Opt-Ins. Ich arbeite bei einem KMU mit großem Sicherheitsbedürfnis und das Facebookpixel ist aktuell ein absolutes No-Go (sowohl durch den Datenschutzbeauftragten als auch die Rechtsabteilung).

+ Hinterlasse einen Kommentar