Angetestet: Facebooks Rooms im Marketing

Angetestet: Facebooks Rooms im Marketing


Ende Oktober hat Facebook in den USA die neue App „Rooms“ vorgestellt. Seit Ende November ist sie auch in Deutschland verfügbar. In Rooms können die Nutzer anonym Diskussionsräumen beitreten und eigene Räume eröffnen. Die App ist dabei komplett vom restlichen Facebook-Universum abgekapselt. Unser erster Beitrag vom Oktober beschreibt die grundlegenden Funktionen der App sehr gut. Heute wollen wir uns aber die Nutzung von Rooms fürs Marketing ansehen.

Branding

Am wichtigsten für jeden Unternehmensauftritt ist ja die Frage: Kann ich dort denn auch mein persönliches Branding unterbringen? Das geht oft so weit, dass wir in den Anfangszeiten von Facebook gefragt wurden, ob man die blaue Menüleiste auf einer Page nicht doch in die Corporate-Farbe des Unternehmens ändern könnte. Die gute Nachricht: Bei Rooms ist das möglich.

Folgende Elemente lassen sich bei einem „Facebook Room“ frei wählen:

  • Titel- und Hintergrundbild des Rooms
  • Farbton des Rooms
  • Name des Rooms
  • Längere Beschreibung
  • Text und Icon des „Gefällt mir“ Buttons
  • Fixierte Meldung (200 Zeichen)

Das ist für den Anfang gar nicht so schlecht. Schade ist nur, dass der Farbton des Raums immer das Hintergrundbild überdeckt. Da könnte es gerade in größeren Unternehmen wieder Probleme mit dem Bruch des Corporate Designs geben.

Stichwort Impressum: In der fixierten Meldung kann ein Link hinterlegt werden, der klickbar ist.

Einladungen

Rooms kennt für eine Einladung nur einen Weg: Den individuellen QR Code des Raums. Dieser fungiert als Schlüssel für Rooms Nutzer. Wer den QR Code hat, kann in eine offene Gruppe eintreten. Für Unternehmen bedeutet dies: Der QR Code muss unters Volk! Dazu nutzt man am einfachsten bereits bestehende Kanäle wie Twitter, die Facebook Page oder den Instagram-Kanal. Vorteil daran: Man kann dem Nutzer noch weiteren Kontext mitliefern, wie etwa den Link zum Download der Rooms App.

Auch wenn die App kostenlos ist, eine gewisse Hürde gibt es für jeden Nutzer, sich eine weitere Facebook App zu installieren und sich in diese „einzuarbeiten“. Deshalb sollte bereits bei der Einladung klar werden, warum es sich für den Nutzer lohnt, die App zu installieren und dem Raum beizutreten. Im schlechtesten Beispiel ist ein Gutschein oder Rabattcode, der im Facebook Room auf ihn wartet, im besten ein echter Mehrwert.

Darüber hinaus stellt Rooms in der neuesten Version einzelne Räume in einem separaten „Entdecken“-Bereich vor. Nach welchen Kriterien dieser Bereich gefüllt wird ist nicht klar.

Hier gehts in unseren Allfacebook Room

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Content Typen

Die Content Typen sind bei Rooms stark beschränkt. So gibt es Text, Foto und Video. Die Texte werden in weißer Schrift auf einer bunten Kachel dargestellt, deren Farbe sich (scheinbar?) nicht beeinflussen lässt. Diese Texte können vom Nutzer nicht angeklickt oder markiert werden. Auch das Teilen des Textes ist nicht möglich, da Rooms ja kein Konzept der „Freundschaften“ kennt.

Videos können direkt mit der Rooms App aufgenommen werden oder aus der Bibliothek des Telefons hochgeladen werden. Diese werden quadratisch im Feed des Rooms dargestellt, laufen automatisch an und loopen in einer Endlosschleife.

Auch Fotos können aus der Smartphone-Bibliothek gewählt oder aber neu aufgenommen werden. Fotofilter stehen nicht zur Verfügung. Man könnte hier aber einfach die Bilder noch einmal teilen, welche man bereits auf Instagram gepostet hat.

Sowohl Videos als auch Fotos können mit einer Beschreibung versehen werden. Diese kann auch Links enthalten, die – anders als bei Instagram – den Browser öffnen.

Alle Inhaltstypen können vom Nutzer geliked und kommentiert werden. Kommentare können nicht moderiert werden.

 

Moderation

Die Moderationsmöglichkeiten sind einfach aber gut. Bereits in den Gruppeneinstellungen kann festgelegt werden, dass neue Beiträge vom Moderator explizit freigegeben werden müssen. Wer diese Möglichkeit wählt, sollte das vielleicht auch in der Gruppenbeschreibung oder fixierten Meldung klar machen.

Bei einem neuen Beitrag bekommt der Gruppenadmin eine Benachrichtigung (auch im Sperrbildschirm des Handys) und kann sich dann darum kümmern.

Einzelne Mitglieder eines Raums können zum Moderator ernannt oder aus einem Raum ausgesperrt werden. Hat ein Moderator oder Admin einen Beitrag versehentlich falsch freigegeben, kann dieser Beitrag auch später noch vom Admin entfernt werden.

Rooms steht aktuell nur für iOS-Endgeräte zur Verfügung. Entsprechend findet die Administration auch ausschließlich auf dem iPhone statt. Ein Konzept, das man ja bereits von Instagram kennt.

Reichweite & Analytics

Anders als bei Facebook selbst gibt es in den Facebook Rooms keinen Algorithmus, der bestimmt, welche Inhalte welchem Nutzer ausgeliefert werden. In der Theorie kann jeder Nutzer auch jeden freigegebenen Beitrag in einem Raum sehen. Es ist zudem möglich, einen Permalink eines einzelnen Beitrags zu erstellen. Dieser kann dann in jedem Browser aufgerufen werden. Interaktionen sind aber nicht möglich.

Da Rooms nicht in erster Linie für den Marketing-Einsatz konzipiert wurde, gibt es auch nur eine einzige relevante Kennzahl: Die Anzahl der Mitglieder in einem Room. Darüber hinaus können über Tracking-URLs natürlich auch Conversions gemessen werden.

[panel style=“panel-primary“] [panel-header] Das Wichtigste in Kürze
[/panel-header] [panel-content] Facebook Rooms steht – auch nach Nutzerzahlen – noch ganz am Anfang. Trotzdem bietet es gerade auch für das Marketing spannende Funktionen und Konzepte, die sich sauber in ein Multichannel-Konzept integrieren lassen. Die Moderation und das Community Management ausschließlich über die App ist aber ein Hemmschuh.
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Veröffentlichung 18. Dezember 2014

Es gibt 2 Kommentare

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  1. 1
    Katharina Lewald

    Ein hilfreicher Artikel! Allerdings hätte ich mir zwei, drei Beispiele (also QR-Codes) gewünscht, damit ich mir das Ganze mal ansehen kann. Ich wüsste jetzt gar nicht welche deutschen Unternehmen diese App schon nutzen. Viele Grüße, Katharina

  2. 2
    MmeUrmel

    ….das wüßte ich auch gerne.
    Mitgehang-outen & mitgefangen bleibt u.U. via no-lense bestenfalls im Nonsense-Tracking-Filter kleben. Und wesentliche Informationen landen wieder im Spam?

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