Facebook Prefetching von Anzeigen verbessert Ladezeit von mobilen Webseiten

Facebook Prefetching von Anzeigen verbessert Ladezeit von mobilen Webseiten


Ihr alle werdet es kennen: Wenn ihr im Facebook Newsfeed auf einen Link klickt dauert es manchmal ewig, bis die Seite auch wirklich geladen ist. Vor allem wenn man die Ladezeit mit Instant Articles vergleicht, sind normale Webseiten wirklich langsam.

Gerade innerhalb von Anzeigen ist dieses Verhalten umso ärgerlicher. Wenn man den Nutzer einmal zum Klick verführt hat, dann möchte man auch möglichst schnell die Webseite darstellen. Laut Facebook brechen über 40% der Seitenbesucher den Ladevorgang nach drei Sekunden ab.

Als Lösung für dieses Problem führt Facebook ab sofort „Prefetching for Ads“ ein. Dabei wird die Webseite schon zum Teil im Hintergrund geladen, bevor der Nutzer auf die Anzeige klickt. Die Ladezeit verbessert sich dadurch um 20-30%! 

So funktioniert Prefetching 

Die Funktionsweise erklärt Facebook in der eigenen Hilfe schon sehr gut:

Bei jeder Mobile Ad im News Feed versucht Facebook vorherzusagen, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person auf die Werbeanzeige klickt. Wenn das Ergebnis der Vorhersage die Anforderungen erfüllt und die Werbeanzeige zum ersten Mal auf einem Bildschirm erscheint, führen wir auf der ersten HTML-Seite ein Prefetching durch. Diese Inhalte werden auf dem Gerät der jeweiligen Person lokal für kurze Zeit zwischengespeichert. Wenn die Person auf die Werbeanzeige klickt, lädt Facebook die erste Seite aus dem Zwischenspeicher. Die erste Seite führt dann reguläre Web-Anfragen beim Server des Verfassers durch, um den restlichen Teil der Seite zu laden. Derzeit wird nur die erste HTML-Seite zwischengespeichert. Beachte, dass CSS, Javascript oder Bilder auf der Webseite nicht zwischengespeichert werden.

Der Vorteil: Schnellere Ladezeiten

Durch das Prefetching werden eure Landingpages um 20-30% schneller geladen, das dürfte die Absprungrate deutlich verringern. Ein großer Vorteil für euch!

Gleichzeitig dürften sich auch eure Facebook Insights und Google Analytics Werte weiter aneinander anpassen, da zwischen dem Klick und dem Laden des Google Codes ein Abbruch unwahrscheinlicher wird.

Überlasst aber nicht Facebook das Feld bei der Optimierung, denkt daran, dass ihr selbst auch viel tun könnt, um die Ladezeit der Webseite zu optimieren. Facebook empfiehlt euch:

  • Redirects vermeiden (z.B. auch Linkshortener)
  • Die Dateien auf der Seite komprimieren
  • Reaktionszeit der Server optimieren (z.B. über multi-regionales Hosting)
  • Einsatz eines CDN (content delivery network)

Diese Liste könnte man noch länger weiterführen. Bei manchen Anzeigen sind wir ja schon froh, wenn die Landingpage überhaupt für mobile Endgeräte optimiert ist …

Das Problem: verfälschte Daten im eigenen Analytics System

Das Vorladen der Webseite kann, je nach System, aber auch zu einem fälschlichen Anstieg der extern gezählten Klicks führen, vor allem wenn man mit so genannten Klick-Tags arbeitet. Hier wird oft bei der Anzeige nur eine Weiterleitung auf die eigentlich URL hinterlegt. Wird diese nun vom Facebook Server aufgerufen, wird dieser weitergeleitet und das System zählt einen Klick der (noch) keiner ist. Ihr müsst also darauf achten, dass ihr die Abfrage von Facebook bei dieser Form des Trackings aus den Zahlen herausfiltert.

Arbeitet ihr jedoch mit Kampagnentracking auf JavaScript Basis, sollte es zu diesem Problem nicht kommen, da beim Vorladen durch Facebook das JavaScript sehr wahrscheinlich nicht ausgeführt wird.

Ladezeiten als Bewertungskriterium für die Relevanz und Qualität der Anzeigen

In der Meldung von Facebook wird – etwas versteckt – auch noch eine weitere Ankündigung gemacht:

Zusätzlich wird Facebook in den kommenden Monaten Faktoren wie die Ladezeiten von Landing Pages bei der Anzeigenausspielung berücksichtigen, um den Menschen auf Facebook die beste mobile Erfahrung zu bieten.

Was relativ harmlos klingt wird ein wichtiger Faktor für euch. Denn was Facebook hier sagt ist: Optimiert die Ladezeit eurer Webseite, sonst schränken wir die Ausspielung eurer Anzeigen ein. Oder Facebook stuft die Relevanz der Anzeige herunter, was dann in höheren Preisen resultiert. Wie genau die Auswirkungen sind, können wir allerdings aktuell noch nicht abschätzen.

So aktiviert ihr Facebook Prefetching

Einfache Antwort: Gar nicht. Facebook aktiviert es von selbst. Wie in der Funktionsbeschreibung erwähnt, wird Facebook die Funktion automatisch aktivieren, wenn es eine hohe Klick-Wahrscheinlichkeit für eine Anzeige gibt.

Bisher ist uns noch nicht bekannt, ob Facebook diese Option auch für andere Links aktiviert die nicht beworben werden. Wenn ihr sicherstellen wollt, dass eure Inhalte schnell auf Smartphones geladen werden, empfehlen wir euch eine Facebook Canvas zu nutzen, oder Facebook Instant Articles aufzusetzen.

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