3 Tools zum schnellen Kuratieren – So arbeitest Du effektiv bei geringen Ressourcen

3 Tools zum schnellen Kuratieren – So arbeitest Du effektiv bei geringen Ressourcen


– Gastbeitrag von „Socialmedia Doktor“ Sebastian Riehle –

Relevante Inhalte für Social Media zu erstellen muss nicht teuer sein. Entdecke hier, mit welchen Tools und Techniken Du trotz geringer Ressourcen effektiv arbeiten kannst.

Was ist Content Curation?

Beim Kuratieren von Inhalten, auch Content Curation genannt, geht es um die Zusammenstellung nicht selbst produzierter Inhalte auf der eigenen Webseite bzw. auf den eigenen Social Media Profilen. Dabei geht es nicht darum, fremde Inhalte zu klauen, sondern vielmehr um eine aktive Weiterempfehlung. So werden zum Beispiel Blog-Artikel in der Regel als Link mit einer persönlichen Beschreibung und einer Angabe der Quelle versehen und geteilt.

Warum Inhalte kuratieren?

Diese Technik hilft besonders jenen, die selber nicht die nötigen Mittel haben, um am laufenden Band eigene Inhalte zu produzieren. Damit lässt sich trotz geringer Ressourcen ein redaktionelles Grundrauschen auf Facebook & Co. einstellen.

Dabei stehen die Bedürfnisse und Interessen der Nutzer im Mittelpunkt. Wenn der Beitrag relevant ist, sind auch die Klick-Raten entsprechend hoch. Dem Fan ist es egal, ob er auf die Webseite eines Dritten geleitet wird. Was bei ihm bleibt, ist das gute Gefühl, durch Dich Hilfe bei einem Problem oder einfach gute Unterhaltung geboten zu bekommen. Damit wächst automatisch das Vertrauen in deine Marke.

Wenn Du regelmäßig interessante Neuigkeiten aus der Branche zu berichten weißt, zeigst Du Dich als vertrauenswürdiger Vordenker und stärkst damit deine Positionierung als Experte.

Welche Quellen eignen sich zum Kuratieren?

In so gut wie jeder Branche gibt es Fach-Magazine, die auch online veröffentlichen. Auch gibt es zu jedem Thema Blogger, die darüber berichten. Fast alle produzieren Blog-Artikel entstehen in der Hoffnung, dass diese von anderen geteilt werden. Und falls es in deiner Nische noch keine Blogs gibt, ist es definitiv die Überlegung wert, vielleicht doch selber einen zu starten.
Im Allgemeinen ist es ratsam, sich an mögliche Multiplikatoren zu halten, mit denen Du in Zukunft gern kooperieren möchtest. Markiere sie regelmäßig in Deinen Beiträgen und sie werden einer späteren persönlichen Kontaktanfrage wesentlich offener gegenüberstehen.

3 Tools zum schnellen Kuratieren

Das Kuratieren an sich ist nicht schwer. Aber wie immer gibt es auch spezialisierte Tools, die deine Arbeit noch weiter vereinfachen. Hier entdeckst Du 3 Möglichkeiten, die Du kurzerhand einrichten und nutzen kannst:

1. Feedly – Der organisierte Nachrichten-Strom

Wer effektiv Kuratieren möchte, muss seinen Nachrichten-Konsum optimieren. Besonders, wenn es um Aktualität und Geschwindigkeit geht, dauern etwaige Benachrichtigungen über Newsletter oder die Social Media Kanäle einer Quelle manchmal schon zu lange. Außerdem verursachen sie oft Datenmüll im Posteingang und unnötige Klicks. Besser ist es, die Nachrichten direkt nach Veröffentlichung im Überblick zu behalten.

Dazu empfehle ich das Tool feedly.com. Feedly ist ein RSS-Reader und liest die Überschriften, Beitragsbilder und Beschreibungstexte von neuen Artikeln auf den hinzugefügten Webseiten aus. Die kostenfreie Basis-Version ist in den meisten Fällen schon vollkommen ausreichend.

Ein Profil ist mit drei Klicks angelegt, indem Du Dich per Facebook, Google, Twitter, Evernote oder anderen Online-Diensten registrierst. Als nächstes gibst Du in der Suchmaske die URLs von Webseiten oder einen Hashtag zu Deinem Thema ein. Das Tool zeigt Dir nun eine Auswahl an möglichen Seiten, die Du abonnieren kannst.

Umso mehr Seiten Du hinzufügst, desto wichtiger ist es, diese auch gleich in selbst erstellte Kategorien einzusortieren. Damit lassen sich nicht nur diverse Unter-Themen, sondern auch private und geschäftliche Interessen sauber voneinander trennen.

Ein Klick auf die jeweilige Kategorie zeigt alle Beiträge, die noch nicht als gelesen markiert wurden. Per Klick auf eine Überschrift werden der Text und weitere Funktionen angezeigt. Von hier aus kann der Artikel direkt über Social Media geteilt oder zum späteren Lesen in diversen Apps gespeichert werden. Als sehr nützlich erachte ich hierbei die Verknüpfung zur App “pocket”, die eine offline Version des Beitrages auf dem Smartphone speichert, um ihn bequem und werbefrei auch ohne mobiles Internet von unterwegs zu lesen.

Nachdem alle Beiträge in einer Kategorie gesichtet wurden, leert ein Klick auf den Button “Mark all as read” die Liste der neuen Beiträge. So werden die angelegten Kategorien abgearbeitet, ohne wichtige und interessante Artikel der bevorzugten Quellen zu verpassen.

Lade am Anfang nur 5 bis 10 Quellen in das Tool und steigere Dich nur langsam. Dann wirst Du nicht gleich mit einer Nachrichten-Flut zu überfordert oder verlierst gar noch den Spaß am Tool. Mach es Dir zur Routine, regelmäßig Deine Kategorien abzuhaken, bis die Lese-Liste leer ist. Ich selber mache das jeden Morgen mit einer Tasse Tee noch vor dem Frühstück. Dabei klicke ich nicht jeden Beitrag an, sondern lasse meine Aufmerksamkeit von Überschriften und Beitragsbildern lenken.

Feedly kann für Einsteiger und Fortgeschrittene auf unterschiedliche Art und Weise genutzt werden. Ein Video-Tutorial zur Einrichtung des Tools und weiterführende Tipps und Tricks stelle ich Dir hier zur Verfügung. Außerdem bietet Feedly auch eine gute mobile App.

2. Buzzsumo – Die bewährtesten Inhalte aus dem Social Web

Wenn Du nicht gerade aktuelle relevante News teilst, bekommen Link-Postings auf Facebook oft keine große Reichweite. Es gibt aber einen guten Weg, um Beiträge aufzustöbern, die sich auf Social Media bereits erfolgreich bewährt haben. Wenn Du diese verbreitest, hast Du gute Chancen auf hohe Klick-Raten und damit auch bessere Reichweite.

Dazu empfehle ich Recherchen mit der Seite buzzsumo.com. Hier gibst Du entweder Deine Keywords oder die konkreten Adressen von Webseiten ein. Die Seite generiert eine Übersicht mit entsprechenden Artikeln, Infografiken oder Videos, die über Social Media bisher am häufigsten geteilt wurden. Dabei kann nach der Gesamt-Zahl an Shares oder auch nach der Verbreitung auf den verschiedenen Netzwerken sortiert werden.

Dieses Tool kannst Du immer dann nutzen, wenn Du Inhalte zu einem konkreten Thema finden möchtest bzw. einen neuen Blogger oder möglichen Multiplikator in Deiner Nische identifiziert hast. Oftmals entdeckst Du damit zeitlose Inhalte, die auch nächsten Monat oder in einem halben Jahr noch relevant sind. Kopiere die für Dich relevanten Links in eine Liste und teile sie in Zukunft regelmäßig auf Deinen Social Media Profilen.

Pro Tag und IP-Adresse hast Du 5 Suchanfragen frei. Es gibt auch einen kostenfreien 2-wöchigen Test der Voll-Version. Damit bekommst Du unter anderem noch bessere Filter-Optionen, mit denen Du Dir zum Beispiel nur Inhalte aus bestimmten Ländern anzeigen lassen kannst. Das ist besonders interessant, wenn Du versuchst, deutsche Inhalte zu einem englischen Begriff zu erhalten.

Ein Video-Tutorial für den Einstieg mit Buzzsumo findest Du hier.

3. Buffer – Automatisierte Veröffentlichungen mit dynamischem Redaktionsplan

Besonders, wenn Du außer Facebook noch weitere Social Media Kanäle bespielst, macht sich der Einsatz von Werkzeugen zur automatisierten Verbreitung Deiner Beiträge schnell bezahlt.

Dazu gibt es am Markt eine große Vielfalt an Möglichkeiten, die je nach Situation alle ihre individuellen Vorteile haben. Ein guter Kompromiss ist für mich das Tool buffer.com. Es bringt nicht so viele Social Media Management- und Monitoring-Funktionen mit wie seine Konkurrenz. Dafür ist es aber speziell zum automatisierten Veröffentlichen von Social Media Postings optimiert und eignet sich hervorragend zum Kuratieren von Beiträgen auf allen großen Netzwerken.

Mit der kostenfreien Version können 4 Profile und zusätzlich Instagram bespielt werden. Beiträge werden zentral über einen Editor vorbereitet und für die gewünschten Netzwerke eingeplant, ohne die jeweiligen Webseiten öffnen zu müssen.

Neue Postings können entweder direkt veröffentlicht, zu einem gewünschten Zeitpunkt vorausgeplant oder in die Warteschlange aufgenommen werden. Von dort werden sie zu voreingestellten Zeitpunkten der Reihe nach ausgespielt. Auf Wunsch analysiert Buffer das entsprechende Profil auf die optimalen Zeitpunkte, die einfach in die eigene Planung übernommen werden können.

Wer die 10$ pro Monat für das “Awsome”-Paket investiert, kann nicht nur für jeden Tag und jedes Netzwerke mehrere individuelle Posting-Zeitpunkte für die Warteschlange bestimmen. Er oder sie bekommt auch eine dynamische Kalenderfunktion dazu. Damit bleiben alle geplanten Beiträge für jedes Netzwerk schön übersichtlich und können einfach bearbeitet bzw. auf andere Tage und Uhrzeiten verschoben werden. Die Zeiten von statischen Excel-Redaktionsplänen sind damit auch endlich vorüber.

Buffer verschlüsselt die Postings mit einem hauseigenen Link-Verkürzer. Damit wird die Anzahl der Klicks ausgewertet. Erfolgreiche Beiträge werden dem Nutzer dann zur wiederholten Einplanung vorgeschlagen.

Buffer ist auch mit vielen anderen Diensten kompatibel. Du kannst es zum Beispiel mit RSS-Feeds, Feedly, IFTTT, Pocket oder WordPress verbinden und damit noch mehr aus den vielfältigen Möglichkeiten herausholen. Das Tool bietet außerdem eine äußerst praktische Browser-Erweiterung, mit der sich Artikel und Bilder von jeder beliebigen Webseite aus kuratieren lassen, ganz ohne die Webseite von Buffer öffnen zu müssen.

Die Grenzen des Kuratierens

Seit 2016 müssen kommerzielle Anbieter verstärkt auf die rechtliche Situation beim Verlinken von fremden Webseiten achten. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass verlinkte Inhalte vorab auf mögliche Urheberrechtsverstöße überprüft werden müssen. Wie Du das Haftungsrisiko bei der Verlinkung fremder Webseiten minimierst, ohne darauf verzichten zu müssen, habe ich Dir hier in einem separaten Blogbeitrag zusammengetragen.

Beiträge von anderen Quellen zu kuratieren bleibt aber eine gute Möglichkeit, trotz geringer Ressourcen, schnell an viele relevante Inhalte für die eigenen Social Media Profile zu gelangen. Wer nicht regelmäßig eigene Inhalte erstellt, kann damit ein gewisses redaktionelles Grundrauschen erzeugen und muss nicht mit jedem Posting immer nur die eigenen Produkte und Dienstleistungen bewerben.

Kuratierte Inhalte sollten aber lediglich als Lückenfüller gedacht sein und nicht das komplette Social Media Marketing ausmachen. Schließlich interessieren sich die Fans oftmals noch viel mehr für die Personen und Stories hinter den Kulissen der Marke und der Community. Diese Inhalte lassen sich nicht einfach so aus dem Netz kuratieren, sondern müssen am Ende doch selber entwickelt werden.

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