Fünf Facebook Marketing Mythen – Mythos 3


Credits: Bastografie / photocase.com

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Diese Woche soll es jeden Tag einen Facebook Marketing Mythos geben, den wir hier entzaubern wollen. Damit wollen wir nicht nur einige Vermarkter auf den Boden der Tatsachen zurück holen, sondern auch Marketing- und Agenturmitarbeitern eine kleine Argumentationshilfe an die Hand geben.

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie. Alle bisher veröffentlichten Artikel finden sich hier.

Mythos 3: Facebook Nutzer suchen bei Facebook nach mir und wollen meine Fans werden

Facebook ist, um es überspitzt zu sagen, eine große Party. Da trifft man Freunde, tauscht Fotos aus, spielt merkwürdige Spiele und lästert über die Kollegen. Die Stimmung ist wirklich gut. Alle feiern ausgelassen.

Doch dann ist da dieser merkwürdige Typ der in der Ecke steht und vor sich hin brabbelt: „Nicht vergessen, bald ist Vatertag!“, „Ist das nicht ein tolles Wetter heute? Wir haben auch Sonnencreme im Angebot“. Nicht schwer zu erraten, das sind die Facebook Pages. Und solche Typen gibt es auf fast jeder Party und sie werden gemieden.

Oder würdet ihr zu so einem Typen gehen und mit ihm Freundschaft schließen, wenn ihr wisst, dass alles was von ihm kommt irgendwie mit einer Werbebotschaft verbunden ist. Wenn ihr wisst, dass ihr in Zukunft auch noch privat Werbung erhaltet, nachdem ihr ihm nur einmal die Hand geschüttelt habt?

Einfach auf Facebook übertragen: Warum sollte ich nach einer Page suchen, wenn ich eh weiss, dass ich in Zukunft nur noch Werbung von dort zu erwarten habe?

Aber es gibt natürlich auch hier die Ausnahme. Da ist zum Beispiel der Erdnusstyp, der zwar lauthals rumschreit, mir aber gleichzeitig auch eine Packung Erdnüsse spendiert. Oder der Kollege von StarBucks, der zwar seine Kumpels von Twitter, Youtube etc. mitgebracht hat, der aber dafür auch an meinen Ideen zur Verbesserung seines Unternehmens interessiert ist. Diese Pages bieten mir einen Mehrwert und sei es nur ein einfaches Incentiv. Alternativ gibt es auch noch Personen mit denen man gerne befreundet ist, weil man sich auch gerne damit brüstet. Zum Beispiel der Kumpel mit dem angebissenen Apfel auf dem T-Shirt.

Manchmal (eher selten) ist der Mehrwert so gut, dass es sich auf der Party in meinem Freundeskreis von alleine rumspricht. Meistens aber muss die Facebook Page richtig Geld in die Hand nehmen um die einzelnen Freundeskreise persönlich anzusprechen. Die geschieht Beispielsweise mit klassischen Anzeigenkampagnen, guten Kampagnen und vor allem auch kreativen Ideen.

Auch ein Grund warum es nicht sehr wichtig ist, dass man wirkliches „Facebook SEO“ betreibt. Marken und Unternehmen werden über Freundeskreise entdeckt und nicht über die Facebook Suche. In genau diese Richtung zielt nämlich auch der Algorithmus der Facebook Suche: Je mehr Verbindungen im Freundkreis bestehen desto besser ranked die Seite, auch wenn der Nutzer noch kein Fan ist.

Uns da schließt sich der Kreis: Einfach so sucht niemand nach einer Facebook Page und wird auch nicht Fan davon. Facebook Marketing kostet Geld, nicht nur für die Manpower, sondern in erster Linie auch für Anzeigenkampagnen.

Irgendwelche Gegenargumente? Her damit!

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Veröffentlichung 25. Mai 2011

Es gibt 23 Kommentare

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  1. 8
    moso

    Ich suche auch gezielt nach Fanseiten im Facebook. Mir ist bewusst, dass der Algorithmus über die Verknüpfung der Freunde funktioniert, deswegen suche ich auch nach Seiten und verlasse mich nicht darauf, was mir Facebook offeriert. Ich schätze aber, als Online-Marketing-SEM-SEO-Typ ich bin nicht der Durchschnitts-Facebook-User.

  2. 10
    Jason

    Hab noch nie nach einer Seite gesucht. Funktioniert alles über Freunde. Dann bin ich mal ne Woche Fan und wenn ich merke, dass der Inhalt unrelevant ist, bin ich ganz fix kein Fan mehr.

    Bei einigen Seiten Frage ich mich wirklich, ob das deren Ernst ist. Mehrere Social-Community-Manager, die scheinbar nichtmal ein Ziel definiert haben oder es nicht umsetzen können.

  3. 12
    precom Rainer

    Also ich glaube auch, dass nur einige wenige die Suchfunktion wirklich nutzen. Die beste Verbreitung ist noch immer ein aktiver Fan-Kreis. Posten die Fans etwas (oder kommentieren) verbreitet sich die Information über deren Wall relativ schnell zu DEREN Freunden. Und so erreicht man mMn immer noch die „wertvollsten“ Fans. Wie schon gesagt, was bringen mir 1000 Fans, wenn alle nur an einem Gewinnspiel teilnehmen wollten und keinen einzigen Beitrag mehr lesen, kommentieren oder sogar die Connection wieder lösen!

  4. 17
    Oliver Springer

    Also ich suche ab und zu nach Facebook-Seiten, aber eher nicht auf Facebook. Ich besuche die offizielle Website des Unternehmen und sehe mich dort nach dem Link zu Facebook bzw. einem Like-Button um.

    Das gibt mir die Sicherheit, dass es sich um eine offizielle Präsenz handelt. Bei Seiten, die mir von Kontakten empfohlen werden, bin ich da genauso vorsichtig.

  5. 18
    Louie

    Kann dieses Mal dem Mythos nicht zustimmen! Ich suche ca 90% meiner Fanpages selber, das selbe gilt für meine Freunde, bei denen ich es einschätzen kann. Das Suchen als Mythos abzustempeln ist völlig falsch und zu engstirnig gedacht.

  6. 19
    precom Rainer

    Also ich kann Oliver da nur zustimmen. Auf diesem Weg hat man die Sicherheit, dass es der offizielle FB-Account ist! Aber vielleicht ist das Userverhalten doch sehr unterschiedlich…

  7. 20
    Michael Keen

    Ich denke das „selber Suchen“ der potentiellen Fans hängt vor allem davon ab was man macht und in welcher Branche man sich bewegt (wie mit Apple im Artikel schon angesprochen).

    Bandseiten sollten (mehr oder weniger) Selbstläufer sein, welche auch durch Direktsuche gefunden und „geliked“ werden. Hat man hingegen ein Unternehmen welches Ketchup produziert und kein „hippes Image“ ist es sehr schwer ohne Werbung/Imagepflege einen großen „Fanstamm“ zu entwickeln. Da müssen dann schon noch Goodies und GiveAways her um Fans zu generieren.

    Und dann gibt es eben noch Zwischendinger wie z. B. die Facebookseite meines Fotoblog (facebook.com/ersmakafe) welche sich vornehmlich durch „Mundpropaganda“ verbreiten.
    Auf der Seite habe ich inzwischen (unfassbare) 77 Fans und die setzen sich fast ausschließlich aus Freunden und Freundesfreunden zusammen.
    Wie die Aquise hier verläuft kann ich immer gut nachvollziehen wenn ein weiterer Freund von mir die Seite „liked“. Andere bekommen es in ihrer Timeline angezeigt, klicken dann durch die „Werbung“ meines Freundes darauf und „liken“ es eventuell auch.
    So generiert eigentlich jeder Gefällt mir-Klick eines Freundes 2-3 weitere Fans aus Freundesfreunden. Für regional vertretene Seiten sicherlich recht toll weil man weiß dss die alermeisten Fans eben aus der angesprochenen Region kommen, für Großunternehmen wie den angesprochenen Ketchupproduzenten aber wenig befriedigend.

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