5 Dinge, die Facebook für KMUs unbedingt verbessern muss! (Meinung)

5 Dinge, die Facebook für KMUs unbedingt verbessern muss! (Meinung)


– Gastbeitrag von Lena Bräu –

Facebook kostet manchmal ganz schön viele Nerven – vor allem, wenn man es für sein Unternehmen nutzen möchte. Während in Menlo Park immer ausgetüfteltere Strategien entwickelt werden, wie große Werbekunden ihre Zielgruppen auf Facebook aktivieren können, bleibt das kleine Unternehmen oft im Regen stehen. Unerreichbar scheinen diese tollen Ads-Modelle, die in schillernden Farben auf Konferenzen präsentiert werden.

Und ich? Ich arbeite in einer Kommunikationsagentur mit 20 Mitarbeitern und vielen Kunden aus dem deutschen Mittelstand. Damit weiß ich um deren Leiden bei den ersten Social-Media-Schritten. Auch diese Kunden möchten auf Facebook glänzen, bekommen aber noch nicht mal eine Telefonnummer zu einem deutschen Facebook-Mitarbeiter in Hamburg. Bei Problemen wühlen sie sich durch die Hilfe und finden eines der versteckten Kontaktformulare. Die Antwort ist zumeist automatisch generiert und wenig hilfreich. Dieser fehlende Support ist auch der erste Punkt auf meiner Liste: Die 5 nervigsten Dinge an Facebook für kleine und mittelständische Unternehmen.  

1. Support? Keine Chance! 

Eines der größten Defizite bei der Verwaltung von Facebook Ads ist der mangelnde Support. Facebook entscheidet innerhalb einer Kampagne völlig selbstständig, welche Anzeige gepusht wird und welche nicht – welcher Mechanismus dahinter steckt, bleibt für den Laien zunächst unklar. Das Prinzip lautet anfangs oft Trial and Error – für einen Kunden ohne die professionelle Hilfe einer Agentur eine große Hürde. Bei der Erstellung gibt es zwar die Facebook Hilfe – die erfüllt aber nicht, was der Name verspricht. Von einer Hotline oder Email-Support kann man zunächst nur träumen. Wer Facebook-Support braucht, ist schnell gezwungen, sich an Experten in Agenturen oder externe Branchenblogs zu richten, vom Unternehmen selbst wird man im Regen stehen gelassen. Für Facebook sollte es an oberster Stelle stehen, ein fähiges Sales-Team aufzubauen, dass sich auch kleineren Budgets annimmt. Mit Programmen wie „Start to Success“ gibt zwar bereits erste Ansätze wie „4 Wochen Telefonsupport“, ein wirkliches Commitment sieht aber anders aus.

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Bild: Hands with red frame reaches out from big heap of crumpled from shutterstock.com  

2. Keine Monatsrechnung

Ein Zustand, der uns pünktlich zum Monatsende jedes mal erneut fassungslos macht. Facebook bietet seinen „kleinen“ Werbekunden mit vier- bis fünfstelligen Werbebudgets keine Möglichkeit der Monatsrechnung. So muss jeder Tag einzeln angeklickt und gedruckt oder gespeichert werden. Dann werden die einzelnen Kampagnen zusammen addiert. Besonders spannend wird das, wenn mehrere Kampagnen über einen Account verwaltet werden. Eine Trennung nach Kampagnen ist nämlich ebenfalls nur großen Werbekunden vorbehalten. So müssen also auf jeder einzelnen Tagesrechnung die verschiedenen Kampagnen auseinander gerechnet werden – eine wahre Freude für die Buchhaltung.

3. Daily Spending Limits

Vielleicht eine der nervigsten Limitierungen überhaupt. Wer entscheidet eigentlich, wie viel Geld ich heute ausgeben darf? Wenn ich über Nacht einen vierstelligen Betrag in Facebook Ads pumpen möchte, dann sollte ich das auch dürfen. Facebook allerdings begrenzt diesen Betrag willkürlich. Dieser steigt zwar, je mehr Geld man auf Facebook umgesetzt hat, aber eine flexible Anpassung ist aufgrund des fehlenden Supports nicht möglich. Da kann Facebook Werbung noch so effektiv sein – in Kombination mit der fehlenden Monatsrechnung werden andere Netzwerke für KMUs immer attraktiver. Dort kann man mit geringen Budgets deutlich besser arbeiten.

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 Bild: Arrrgh Button on Modern Computer Keyboard von Shutterstock.com 

 4. Seiten-Admin über private Accounts

Eine Facebook-Seite wird üblicherweise von mehr als einer Person betreut. Werden neue Admin-Rechte gewährt, heißt es dann erstmal: „Dafür bräuchte ich Ihre private Facebook-Email oder ich müsste Sie als Freund adden“. Sehr professionell ist das nicht. Firmen-Login? Fehlanzeige. Wer ein separates „Firmenprofil“ betreibt, auf das mehrere Mitarbeiter zugreifen können, verstößt streng genommen gegen die Facebook Guidelines und fällt damit in die Kategorie Fake-Profil. Man geht das Risiko ein, dass dieses von Facebook gesperrt wird – mitsamt aller Zugänge und Admin-Rechte. Die Berechtigungsstruktur für Seiten-Admins war ein erster Schritt in die richtige Richtung, doch jetzt muss sich auch die Anmeldung professionalisieren!

5. Promotion Guidelines? (Gefühlt) nicht für jeden!

Bei Facebook herrscht offensichtlich keine Gerechtigkeit bei der Umsetzung von Gewinnspielen und Aktionen. Während große Werbekunden vor aller Augen weiterhin Gewinnspiele betreiben, die nicht nur bei genauerer Betrachtung den Facebook Promotion Guidelines widersprechen, werden Seiten mit 3.000 Fans für den gleichen Mechanismus gesperrt. Agentur-Kunden fragen dann: „Beim Konkurrenten xy habe ich ein Tag & Win-Gewinnspiel gesehen und es scheint großartig zu funktionieren. Warum muss ich für eine teuere App bezahlen?“ Schnell gerät man in Erklärungsnot, warum man sich regelkonform verhält und damit im Zweifel Viralität einbüßt, wenn es doch sonst auch keiner tut. Für die Plattform selbst wirkt das unseriös und vermittelt schnell den Eindruck eines Zwei-Klassen-Systems, in dem sich zahlende Werbekunden nicht an die Regeln zu halten haben. Wir wünschen uns härteres Durchgreifen und gleiches Recht für alle.

Meine Liste hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Von Kollegen hört man noch vielerlei andere Probleme. Eines ist aber klar: Ich glaube, wenn Facebook dauerhaft erfolgreich und profitabel sein will, dann darf es sich nicht weiter auf die Crème de la Crème seiner Anzeigenkunden konzentrieren. Der Mittelstand bildet die breite Masse – und diese fühlt sich bei Facebook oft im Stich gelassen und zu Unrecht ignoriert. In diesem Sinne: This journey – 1% finished.

Über die Autorin:

45bd2b403.17897862,2-1Lena Bräu arbeitet als Head of Social Media bei der Münchener Agentur GESSULAT/GESSULAT und betreut dort unter anderem Facebook-Auftritte und -Kampagnen von verschiedenen mittelständischen Unternehmen aus dem B2B- und B2C-Bereich.

 

 

 

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